Der nächste Krieg?

Syrien scheint massiv aufzurüsten und seine Armee an die Grenze zu verlegen.

Ich hoffe, dass die UNO konsequent handelt, sobald der erste syrische Panzer in Israel steht: Es muss dann unbedingt verhindert werden, dass Israel wieder überreagiert und sich einfach wehrt!

Ähnliche Beiträge


7 Kommentare zu “Der nächste Krieg?”

  1. 22.02.2007 | 10:21

    Syriens Landstreitkräfte bestehen aus zwei Armeen zu je vier Divisionen, eine allgemeine Armee mit vier Infanteriedivisionen sowie eine Panzerarmee mit vier Panzerdivisionen. Sie gleicht im Prinzip einer Westentaschenausgabe der Westgruppe der Streitkräfte der SU in der damaligen DDR.

    Die überaus starken Panzerkräfte sind gut geeignet für schnelle, raumgreifende Operationen. Tatsächlich konnte man sie während des Kalten Krieges als zweite Staffel hinter dem Irak ansehen, die für einen Angriff auf die Ölfelder Kuwaits und Saudi-Arabiens vorgesehen waren. Syrien und der Irak waren der SU durch Freundschaftsverträge verbunden.

    Für einen direkten Angriff auf das dicht besiedelte, zerschnittene Israel scheinen diese Streitkräfte ungeeignet, zumal der Jordan als unschiffbar gilt, was also sehr starke Brückenlegekräfte/Pioniertruppen erfordern würde. Es sei denn, man unterstellte einen Angriff über Jordanien.

  2. 22.02.2007 | 10:33

    Was wäre denn dann ein möglicher Sinn einer Truppenkonzentration an der Grenze?

  3. R.A.
    22.02.2007 | 10:47

    Schon klar, daß man das im Auge behalten muß.
    Aber ich vermute eher, daß Syrien hier nur demonstrieren will, daß es sich trotz der strategisch miesen Situation (weil die Amis im Irak stehen) nicht eingeschüchtert fühlt.

    Auf eine echte Konfrontation werden sie es nicht ankommen lassen.

    Man erinnere sich auch an den Libanon-Krieg: Da hat Israel als Warnung seine Jets über Damaskus Manöver fliegen lassen, und Syrien hat ganz brav still gehalten.

    Die UN kann man natürlich auch hier völlig vergessen, die werden erst hinterher aktiv, um Israel zu verurteilen - völlig egal, was genau passiert ist.

  4. 22.02.2007 | 10:53

    Es kann auch eine mit Teheran abgestimmte Drohgebärde sein.
    Teherans Pudel zeigt, dass er auch beißt, wenn man seinem Herrchen was tut.

  5. 22.02.2007 | 10:59

    Also von einer Truppenkonzentration würde ich hier noch nicht sprechen, jedenfalls nicht in dem Sinne, dass nun Armeen aufmarschieren und ihre Verfügungsräume beziehen. Das gibt die Nachrichtenlage nicht her. Vielleicht handelt es sich um ein Manöver, vielleicht werden die Streitkräfte neu disloziert. Einem syrischen Angriff würde jedenfalls schon Wochen vorher eine massive Verstärkung der grenznahen elektronischen Aufklärung vorausgehen, was den Israelis natürlich nicht entgehen würde, genauso wenig wie die Verlegung von starken Pionier- und Nachschubtruppen in’s Grenzgebiet, die zur Unterstützung und Versorgung notwendig wären.

  6. tigger
    22.02.2007 | 22:23

    Stellen wir uns die Sache doch einmal mit anderen Protagonisten vor: “Die USA lassen ihre Panzer an der Grenze zu”…ach, machen wir es etwas harmloser…”Die USA installieren in Tschechien und Polen ein Raketenabwehrsystem”.

    Oh wäre da der Aufschrei gross ! Vor allem von denjenigen, die den Syrischen Aufmarsch jetzt geradezu als eine kleine Leibesübung betrachten. Ein harmloses Maneuver. Panzer sind ja nur zur Verteidigung gebaut. Raketenabwehrsysteme hingegen…

    Aber der Unterschied liegt wohl darin, dass es nicht die USA sind, die Truppen marschieren lassen - und eventuell auch darin, dass “nur” Israel bedroht ist - oder einfach darin, dass die “Dislokation” feindlicher Streitkräfte nicht in good old Europe stattfindet.

  7. schmock
    23.02.2007 | 14:24

    Ich würde die Aktion auch im Kontext des Konflikts mit dem Iran sehen.

    Vorgestern haben die “Revolutionären Garden” im Iran ein Manöver veranstaltet, bei dem alles Mögliche “getestet” wurde. Anfang Februar waren schon Tests von Luftabwehrraketen und See-Ziel Raketen.

    Ich denke der Stellenwert entspricht ungefähr dem der Militärparaden auf dem roten Platz und soll zeigen: Wir können uns wehren. Eine normale Reaktion auf das wahrscheinliche Anziehen der Daumenschrauben im Atomstreit.

    Und Syrien und die Hisbollah sind nunmal Teil des iranischen Abschreckungspotenzials.

Bad Behavior has blocked 1589 access attempts in the last 7 days.