23. Februar 2007
Noch was
Etwas anderes, das mir heute bei den Frühnachrichten von Radio Erft auffiel, entstammt zwar ebenfalls der Rauchverbotsdiskussion, das ist aber dabei nebensächlich. Vielmehr war der Nachrichtenbeitrag interessant (und symptomatisch), wenn man sich fragt, welche Meinung zum Föderalismus in den deutschen Medien vorherrscht. Die Einleitung lautete sinngemäß wie folgt:
“In Deutschland herrscht Föderalismus. Das ist an sich eine gute Sache, doch in der Frage des Rauchverbots sieht man die Nachteile dieser Regelung. Denn so, wie es augenblicklich aussieht, hat jedes Bundesland eine andere Meinung zu diesem Thema und will auch andere Gesetze verabschieden…”
Na, das ist ja mal klasse. Föderalismus ist so lange gut, wie alle die gleichen Gesetze verabschieden - und wenn dann mal unterschiedliche Regelungen erarbeitet werden, dann ist das schlecht? Welch lächerliche Betrachtungsweise! Wenn der Föderalismus nicht dazu führen würde, dass in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche Regelungen für alles mögliche entstünden, wozu bräuchten wir dann die (mal überschlagen) 1500 Heinis, die in den Landtagen sitzen? Wofür 16 verschiedene Landesregierungen? Nur als überteuertes Marionettentheater, das dann die Entscheidungen zentraler Gremien abnickt?
Übertragen auf andere Grundprinzipien unseres Staates hieße das: “Meinungsfreiheit ist ja an sich eine gute Sache. Schlecht ist nur, dass die Menschen dann manchmal verschiedene Meinungen haben”. Und das darf offenbar nicht sein…
Verfasst von Karsten um 17:43 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, Politik (Trackback)