Unsere Außenpolitiker

Wir sprachen drüber: Unser Außenminister wie auch der Verteidigungsminister zeigten, gerade angesichts der Richtung aus der die Kritik kam, die sie damit unterstützten, eine - na, ich sage mal: recht eigenartige Haltung zu den Verteidigungsplänen unserer nächsten Verbündeten.

Wenn man aber sieht, wen die deutschen Regierungsparteien als “Außenpolitiker” aufbieten, dann wundert so etwas nicht mehr.

Ein recht junger Mann aus Hamburg-Eimsbüttel (da, wo die, sich links-alternativ fühlenden, Hamburger Yuppies von heute die wohl größte Dichte an Bioläden, schnuckeligen Altbauwohnungen und netten italienischen Restaurants finden), dessen Lebenslauf nun nicht gerade Qualifikation vermuten lässt, scheint genau das zu sein: unqualifiziert. (Seine Verständnis von Außenpolitik scheint jedenfalls nicht das meinige oder das eines durchschnittlichen Abiturienten zu übersteigen.)

Ihm erschließe “sich die Sinnhaftigkeit dieses Vorhabens nicht”, sagte der “SPD-Außenpolitiker” laut SPON über die geplante Raketenabwehr. Diese “sei ein “Instrument des Kalten Krieges”. Sie helfe nicht gegen die “asymmetrische Bedrohung” durch Terrorismus und sei daher “nicht zielführend”.

Ob dieser “Außenpolitiker” schon gehört hat, dass Staaten wie der Iran Raketen entwickeln, die ja durchaus auch Deutschlands Süden erreichen könnten?
Aber gut, Herr Annen hat ja mit seiner beschränkten Sicht auch irgendwie Recht: Eimsbüttel ist wohl noch nicht gefährdet.

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15 Kommentare zu “Unsere Außenpolitiker”

  1. R.A.
    23.02.2007 | 17:04

    Laut SpOn ist Annen sogar ein “führender Außenpolitiker” der SPD.
    Sind die runtergekommen …

  2. R.A.
    23.02.2007 | 17:09

    > zu den
    > Verteidigungsplänen
    > unserer nächsten
    > Verbündeten.
    Es wäre mal interessant diese “Außenpolitiker” zu fragen, wer denn ihrer Meinung nach unsere nächsten Verbündeten sind.

    Mit ziemlicher Sicherheit werden ihnen da NICHT die USA einfallen.
    Mit etwas Glück werden sie wenigstens Frankreich nennen (GB schon weniger), ist aber auch möglich, daß sie Rußland für einen engeren Verbündeten halten als Polen …

  3. Llarian
    23.02.2007 | 17:11

    Nach dem steinewerfenden Taxifahrer dachte man, dass die deutsche Aussenpolitik eigentlich nicht mehr wirklich tiefer sinken könne. Dann kamen die Sprüche des Grökaz über den lupenreinen Demokraten und der Ein-China-Politik und man wurde eines besseren belehrt. Geben wir Herrn Annen noch etwas Zeit, da kann durchaus noch nachgelegt werden. Vielleicht was zur Ein-Palästina Politik oder vielleicht was zum Recht des Iran auf nukleare Abschreckung. Abwarten.

  4. 23.02.2007 | 18:06

    Da wird man besonders in Polen sehr beruhigt sein, daß ein Teil der deutschen Außenpolitik, sich so große Sorgen um die Gefühle des russischen Bären macht. Damit wird Polen doch einmal mehr deutlich, daß es in Deutschland (und auch in Russland) einen treuen Verbündeten hat und sich ja gar nicht so an die USA anlehnen braucht.

    Der Annen war doch Chefeinpeitscher bei den Jusos. Da braucht man sich über gar nichts zu wundern. Als gelernter Politiker hat einer wie Annen doch den Durchblick. Wenn Annen auf seiner Homepage schreibt, daß man mit Menschenrechtsverletzungen keine Menschenrechte durchsetzen kann, dann meint er wohl, daß man Diktatoren nicht von Außen stürzen darf, weil Diktatoren ja auch Menschenrechte besitzen.

  5. 23.02.2007 | 18:28

    Ausgezeichneter post!

    Unglaublich, dass der im Auswaertigen Ausschuss sitzt.

    Es waere interessant auch mal die Qualifikationen der anderen Ausschuss Miglieder durchzugehen:
    http://www.bundestag.de/ausschuesse/a03/mitglieder.html

    Aber warum wird Raketenabwehr in Polen gebaut, wenn diese sich gegen iranische Raketen richten soll? Waere Italien nicht passender?

  6. 23.02.2007 | 18:39

    Es ist mal wieder Zeit für einen Offenen Brief, finde ich.

    Den kannste dann auch bei Abgeordnetenwatch cross-posten.

    8 von 9 Fragen hat Niels Annen beantwortet:

    http://www.abgeordnetenwatch.de/niels_annen-650-5702.html

    Dort ist ausserdem zu lesen, dass sich Annen an der Abstimmung betr. Verlängerung des Anti-Terror-Einsatzes nicht beteiligt hat.

  7. 23.02.2007 | 18:58

    Naja, ein Annen-Putin-Pakt kann Europa doch jederzeit befrieden.

    Äh…

  8. 25.02.2007 | 1:00

    Mein persönlicher Favorit ist der Schwaben-Arnold, Volkshochschulangestellter und Freizeitmusiker, nebenbei Verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.
    Auszug Rainer Arnold zu Putins Rede auf der Sicherheitskonferenz vom 12.Feb in der WELT:
    “Jenseits eines Kalten Krieges wollen uns Vertreter amerikanischer Ministerien weismachen, dass wir einen Konflikt mit Russland haben. Das ist aber nicht der Fall und das wollen wir auch nicht”.
    http://www.welt.de/politik/article698541/SPD-Verteidigungsexperte_Arnold_Kein_Grund_fuer_neuen_Kalten_Krieg_.html

  9. AM
    25.02.2007 | 9:10

    “da, wo die, sich links-alternativ fühlenden, Hamburger Yuppies von heute die wohl größte Dichte an Bioläden, schnuckeligen Altbauwohnungen und netten italienischen Restaurants finden”
    Ist der Neid jetzt im Liberalismus hoffähig geworden? Wenn er das wüsste, würde sich der Graf Lambsdorff im Bett umdrehen.

  10. der gute don
    25.02.2007 | 10:55

    Ist der Neid jetzt im Liberalismus hoffähig geworden?

    nee, das ist nur der übliche untergründige Vorwurf gegen populistische Sozis, die Wasser predigen und Wein saufen. Bzw. zu abgehoben sind und am Volk vorbeizuregieren. :-p

  11. AM
    25.02.2007 | 11:00

    @ der gute don
    Untergründig? Gibt es keine populistischen Sozis, die Wein trinken und Wein (für alle) predigen? Sind es nicht andere, die Wasser (andauernden Lohnverzicht) predigen und Wein (schöne Gewinne) trinken?

  12. der gute don
    25.02.2007 | 11:25

    tja AM, aber es ist aufgrund der Resourcenbeschränkungen nicht Wein in unbegrenzter Menge für alle da. Die mir liebgewonnen Sozis brüllen gerne “es ist genug Wein für alle zu günstigen Preisen da” und sichern sich sicherheitshalber mal einen entsprechenden Vorrat. Klassisches Verteilungsproblem ohne Allokationsmöglichkeit.

    Die ganz heissen Spitzenkandidaten, die Realo-Sozis haben begriffen, daß Wein nicht in ausreichender Menge vorhanden ist und setzen dann noch einen drauf. Sie fordern alle auf Wasser zu trinken. Hauptsache ihre Weinvorräte werden nicht angetastet.

    So Bildhaft gesprochen. Und so.

  13. 26.02.2007 | 9:24

    @AM

    Neid? Das war die m.E. recht objektive Beschreibung des Hamburger Stadtteils, in dem ich selbst einmal gewohnt habe.

  14. AM
    26.02.2007 | 13:22

    @ Boche
    Sie meinen, Sie hätten das Neidniveau eines ganzen Stadtteils so weit nach oben gezogen? Das scheint mir doch übertrieben.

  15. 26.02.2007 | 13:27

    Keine Ahnung, was du mit Neidniveau meinst.
    Ich kann mir aber vorstellen, dass das in den Kategorien, in denen du so denkst, ein nützlicher Begriff sein mag. Der mich aber nicht interessiert.

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