Quizfrage

Wie nennt unsere seriöse Tagesschau Menschen, die mit Anschlägen auf eine Hochschule und Wohngebiete ca. 100 Menschen getötet haben?

a) Mörder
b) Terroristen
c) Attentäter
d) Aufständische

Nein, wir brauchen zur Beantwortung dieser Frage keinen Joker.

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30 Kommentare zu “Quizfrage”

  1. 27.02.2007 | 18:24

    Da weiss man doch, wofuer man GEZahlt hat.

  2. 27.02.2007 | 19:16

    Die Frage könnte auch lauten: Welche deutsche Nachrichtensendung bezeichnet Terroristen als “Aufständische”, nachdem sie mit Anschlägen auf eine Hochschule und Wohngebiete ca. 100 Menschen getötet haben?

  3. Hardy
    27.02.2007 | 19:40

    Wer erwartet bei den Öffentlich-Rechtlichen denn noch irgend etwas anderes?

  4. Parker8
    27.02.2007 | 19:53

    Der Ausdruck, den Nachrichtenagenturen wie AP und Reuters verwenden, ist “insurgents”.

  5. der gute don
    27.02.2007 | 20:03

    naja, evtl. hast Du auch einen etwas romantischen Blick auf den Ausdruck “Aufständische”. Das sind nämlich in der Regel nicht Robin Hoods der Neuzeit, sondern mordende und brandschatzende Lumpen.

  6. 27.02.2007 | 20:35

    @Parker8

    Ach so. Dann kann die Tagesschau ja gar nicht anders.

    @der gute don

    Dann hat es sich bei der deutschen RAF also auch um Aufständische gehandelt? Oder haben sie noch zu wenig Zivilisten gekillt, um sich für diese Kategorie zu qualifizieren?

  7. der gute don
    27.02.2007 | 23:23

    Dann hat es sich bei der deutschen RAF also auch um Aufständische gehandelt?

    ich persönlich würde für die RAFler “Serienmörder” bevorzugen. Mit dem Begriff “Aufständischen” verbindere ich persönlich einen höheren Grad militärischer Vorgehensweise. Und von Krieg kann man im Irak wirklich sprechen. Ich möchte jetzt keine Parallelen zur Division Condor 1936 in Spanien ziehen, aber Dimension und Planungsgrad im Irak haben militärischen Charakter, nicht zuletzt über Ländergrenzen hinweg. Leider scheint man im Nahen vielerorts Mord & Terror an Zivilisten als militärisches Mittel zu betrachten. - Das ist also mein Einwand auf Deinen Beitrag, ja es sind Mörder und Terroristen, aber ich stosse mich nicht an der Bezeichnung “Aufständische”, zumal sie mir die anderen nicht auszuschließen scheint.

  8. 27.02.2007 | 23:28

    Sehr militärisch, Bomben vor zivilen Einrichtungen zu zünden. Ein “Aufstand” ist das aber noch lange nicht.

  9. Buenavista
    28.02.2007 | 3:38

    “I think they’re in the last throes, if you will, of the insurgency.” (Cheney)

  10. 28.02.2007 | 8:50

    @Rayson:
    Aus der Wikipedia, die Du verlinkt hast:

    Ein Aufstand (Rebellion) ist allgemein gesprochen ein offener, gewaltsamer Widerstand mehrer Personen gegen die Staatsgewalt und meint meist eine (häufig bewaffnete) Widerstandsaktion gegen eine bestehende Regierung

    Scheint mir ziemlich genau auf das zu passen, was im Irak vor sich geht.

  11. FAB.
    28.02.2007 | 9:03

    Der Punkt ist doch, daß das Wort “Aufständische” im Deutschen unterschwellig eine moralische Berechtigung des “Aufstandes” impliziert (was schön in dem Wikizitat durchscheint, wo synonym das eindeutig positiv konnotierte “Widerstand” verwendet wird), während das beim englischen “insurgents” jedenfalls meinem Sprachgefühl zufolge nicht so eindeutig ist. Es kommt halt immer drauf an, was man draus macht, und die Entscheidung der Tagesschauredakteure, den Agenturtext so und nicht anders zu verdeutschen, kann man durchaus als erst an diesem Punkt vorgenommene bewußte (Um-)Wertung verstehen.

  12. 28.02.2007 | 9:14

    Tja, Gelegenheit für die Binse, dass die Entscheidung ob einer Terrorist oder Widerstandskämpfer war, am Ende vom Sieger festgelegt wird.

  13. FAB.
    28.02.2007 | 9:23

    Tja. Gelegenheit für die Anmerkung, daß sich das womöglich auch schon vor dem Schlußpfiff anhand der angewandten Methoden und ausgewählten Opfer unterscheiden läßt.

  14. 28.02.2007 | 9:37

    Tja, für Nazideutschland war es bestimmt ebenso glasklar, dass die “Resistance” nach heutiger Diktion Terroristen waren. Das Kriegsende mussten die dazu nicht abwarten.

    Und das andere berühmte Beispiel ist Menachem Begin, der zu Zeiten der britischen Herrschaft in Palästina (oder war es die britische Besatzung?) ein Hotel gespengt hat. Die Briten sahen in ihm einen Terroristen, er sah sich bestimmt als Widerstandskämpfer.

    Allerdings hätte die Tagesschau den Sachverhalt klarer nennen können: “Aufständische ermordeten mit Sprengstoffanschlägen…”

  15. 28.02.2007 | 9:39

    Kommt darauf an, wer gewinnt …

  16. 28.02.2007 | 9:54

    Es lebe der Relativismus!

  17. 28.02.2007 | 11:24

    @Karsten

    Das Zünden einer Bombe in einer Universität als Ausdruck von Widerstand gegen eine Staatsgewalt oder Regierung? Nee, ne?

  18. R.A.
    28.02.2007 | 11:47

    FAB hat den Knackpunkt genannt: “Aufständischer” ist per se keine falsche Übersetzung, aber im Deutschen nicht automatisch negativ konnotiert.

    Der Begriff läßt auch erst einmal offen, mit welchen Methoden vorgegangen wird - es kann friedliche Methoden geben oder terroristische.

    Entscheidend ist aber, daß bei “Aufstand” ein mehrheitlicher Rückhalt in der Bevölkerung impliziert wird.
    Und DASS ist hier die Lüge.

  19. 28.02.2007 | 13:59

    Ich sag’ ja nur, wie’s ist.

  20. 28.02.2007 | 15:14

    Ich sag’ ja nur, wie’s ist.

    Wie es dir scheint.
    Denn was du wie siehst, hängt ja davon ab, wer die letzte Schlacht gewonnen hat.

  21. 28.02.2007 | 15:43

    Oh Gott, die “letzte Schlacht”. Steht Armageddon schon wieder vor der Tür?

  22. 28.02.2007 | 15:50

    Immer!

  23. FAB.
    28.02.2007 | 16:35

    @ Marc

    Ich präzisiere also: wer die bewaffnete Macht des Gegners angreift, sei es auch aus dem Hinterhalt, mag Terrorist oder Widerstandskämper sein. Hier kann die Antwort je nach Perspektive unterschiedlich ausfallen.

    Wer unbewaffnete Passanten heimtückisch ermordet, ist immer Terrorist. Unabhängig davon, für welche Ziele er mordet, und unabhängig davon, wer am Ende gewinnt.

  24. Elda
    28.02.2007 | 17:25

    Ehrlich gesagt ist es mir egal welchen Begriff man für Mord an Menschen benutzt, ob Aufständische, Terroristen etc. Mord ist Mord und das ist unabhängig ob es Mr. Cheney galt (was nicht besser ist). Diese Mörder haben es einkalkuliert das dabei viele Menschen sterben werden. Sie sind Mörder und verdienen nicht ein deut an sympathie. Verständnis würde ich zeigen, wenn sich 2 kämpfende Truppen gegenüber stehen. Sie kennen das Risiko dabei umzukommen. Genau so wie 2 Boxer die im Ring stehen und Wissen sollten, das man im Kampf eben eins aufs Maul bekommt, aber nicht die an der Ringseite sitzenden Zuschauer. Sollte doch ein Boxer sich auf das Publikum stürzen so wird er disqualifiziert und verdient keinen Applaus.
    Daselbe gilt auch den Mördern in Irak.

  25. 28.02.2007 | 17:48

    @Rayson:
    Nee, wirklich nicht. Ich hatte das nicht auf diesen speziellen Fall bezogen - insofern muss ich FAB und seinen Definitionen zustimmen.

  26. 1.03.2007 | 12:39

    Ich muss hier ‘mal kurz ne Lanze für die Tagesschau brechen: Ich denke, dass einer der Gründe weshalb hier das Wort “Aufständische” gewählt wurde, sicherlich die “(Militär)Offensive gegen die Aufständischen” ist, die im Irak für mehr Sicherheit sorgen soll.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass durch diesen Kontext das Wort Aufständische gewählt wurde, weil diese Terroristen eben genau jene sind, gegen die die Militäroffensive gerichtet ist.

    natürlich kann man Fragen ob nicht auch schon die “Aufständischen” bei der Militäroffensive unglücklich gewählt sind …

  27. 1.03.2007 | 17:08

    @FAB:
    “Wer unbewaffnete Passanten heimtückisch ermordet, ist immer Terrorist. Unabhängig davon, für welche Ziele er mordet, und unabhängig davon, wer am Ende gewinnt.”
    Was ist dann mit dem Bomberpiloten, dessen Bomben auch unbewaffnete Passanten töten?

    Nicht falsch verstehen, Deine Definition trifft es, aber ich vermute man bekommt das nicht zu fassen, weil man sich am Ende doch für eine Seite entscheiden muss.

  28. 1.03.2007 | 17:17

    Was ist dann mit dem Bomberpiloten, dessen Bomben auch unbewaffnete Passanten töten?

    Der Unterschied liegt vor allem in der Heimtücke und im “auch”.

  29. FAB.
    1.03.2007 | 18:27

    @ Marc

    Ich sehe keine tragfähige Begründung dafür, andere Maßstäbe anzulegen, je nachdem, ob es sich um Einzeltäter, irreguläre Kämpfer oder reguläre Truppen handelt. Demnach kann auch für letztere nichts anderes gelten; auch beim regulären Bomberpiloten kann es mE nicht darauf ankommen, ob er für die gerechte(re) und/oder am Ende siegreiche Sache bombt.

    Für den Bomberpiloten muß es also wohl - entsprechend der oben versuchten Grenzziehung - darauf ankommen, ob er gezielt ein militärisches Ziel angreift, das aber leider mitten in einer Stadt liegt, oder ob er vorsätzlich zivile Objekte bombardiert. In letzterem Fall handelt es sich eben um einen Terroristen in Uniform.

  30. 2.03.2007 | 19:04

    @Rayson: Ok, das “auch” macht einen Unterschied. Aber ohne “auch” kann es heimtückisch sein. So wie ich es verstanden habe wirft der Stealth- oder der B52-Bomber seine Fracht aus so großer Höhe ab, dass man das Flugzeug nicht hört und es auch kaum sieht. Plötzlich und unerwartet schlagen die Dinger dann ein. Ich würde als betroffener Zivilist darin schon Heimtücke sehen.

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