Warum Schimpansen die Welt besser kennen als Studenten?

SteffenH von “Mit dem Kopf voran” macht in seinem Artikel “Was ist der Unterschid zwischen Schimpansen und Studenten?” auf eine extrem interessante Präsentation von Hans Rosling, dem Begründer von Gapminder, aufmerksam.

Der “Startgag” auf den er in dem Artikel verweist, ist alleine schon Grund genug das Video anzusehen. Noch interessanter ist allerdings der Grund für das schlechte Abschneiden der Studenten: Sie sehen die Entwicklung in der Welt immer noch so wie sie in den 60er Jahren gewesen ist.

Die gezeigten Statistiken, Animationen und Hypothesen machen das Video unbedingt sehenswert. Die fazinierendeste Präsentation, die ich seit langem gesehen habe.

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13 Kommentare zu “Warum Schimpansen die Welt besser kennen als Studenten?”

  1. 8.03.2007 | 11:06

    Hallo dirkmeister,

    Sie sehen die Entwicklung in der Welt immer noch so wie sie in den 60er Jahren gewesen ist.

    Ach, und du bist viel besser darin, ohne Vorwissen Fakten zu raten, die so ausgewählt wurden, dass sie der allgemeinen Lebenswerwartung widersprechen?

    Sehr verwunderten Gruß, Steve

  2. 8.03.2007 | 11:22

    Naja, in der Tendenz war mir die Entwicklung bewußt.
    Wie deutlich die Veränderungen in nur 40 Jahren gewesen ist, hat mich aber auch überrascht.

    Ich weiß nicht wieviel Vorwissen da war oder wieviel vor Wissen man von Studienanfängern, die im Bereich Entwicklungshilfe studieren, erwarten kann. Letzendlich ist aber klar, wozu diese Umfrage dienen sollte. Es sollte deutlich machen, wie sehr sich die Welt in den letzten Jahrzehnten geändert hat und wie wenig diese Veränderungen in der “allgemeinen Erwartung” angekommen sind.

  3. R.A.
    8.03.2007 | 11:32

    Eine faszinierende Präsentation.
    In der Tat, das zeigt, wie wenig die weltweiten Veränderungen hier in Europa eigentlich wahrgenommen und verstanden wurden.

    Kann man das Video eigentlich runterladen?
    Und weiß jemand, welche Software da wohl für diese erstaunlichen Animationen verwendet wurde?

  4. R.A.
    8.03.2007 | 11:33

    @Steve:
    > die so ausgewählt
    > wurden, dass sie der
    > allgemeinen
    > Lebenswerwartung
    > widersprechen?
    Es geht NICHT darum, sich über die “Dummheit” der getesteten Studenten zu amüsieren.
    Sondern darum, wie realitätsfremd die bei uns übliche “allgemeine Lebenserwartung” ist.

  5. 8.03.2007 | 11:41

    Das Video kann auf der Seite von TED heruntergeladen werden.
    Bei der Software handelt es sich vermutlich um GapMinder-eigene Software. Die fertigen Anwendungen lassen sich auf deren Homepage downloaden. Aber man kann sie nicht (soweit ich es sehe) mit eigenen Daten füttern.

  6. Llarian
    8.03.2007 | 11:56

    Herrliches Video, eigentlich noch besser als die Präsentation. Schade, dass nicht mehr Professoren so sind.
    Übrigens würde ich es nicht für dramatisch halten, wenn wirklich geraten würde, die Schimpansen tun ja auch genau das. Was ich für bezeichnend halte ist, dass die Studenten ein einfaches Raten deutlich unterschritten haben. D.h. sie glaubten etwas zu wissen, was exakt das Gegenteil der Realität ist.
    Ich wüsste auch nicht was an den fünf Beispielen der allgemeinen Lebenserfahrung widerspricht. Ich fands einfach, aber vielleicht lese ich auch zuviel Statistiken und zu wenig im Spiegel.

  7. 8.03.2007 | 16:37

    [...] den link hab ich von dirk und ich kann mich nur seiner einschätzung rundum anschliessen: Die gezeigten Statistiken, Animationen und Hypothesen machen das Video unbedingt sehenswert. Die fazinierendeste Präsentation, die ich seit langem gesehen habe. [...]

  8. 8.03.2007 | 16:51

    der “startgag” und die überschrift zu diesem blogeintrag sind doch eigentlich gar nicht das thema der präsentation. die dynamik in den entwicklungen ist doch viel beeindruckender und wenn man nicht jeden monat nach asien fliegt, kann man doch von der “insel” europa aus all diese veränderungen gar nicht wahrnehmen.

    daraus einen vorwurf den studenten gegenüber zu konstruieren hilft irgendwie nicht weiter. vielmehr muss man sich mal überlegen, wie man mit diesen entwicklungen in der (aussen-) politik umgeht. dass wir noch immer entwicklungshilfe nach china überweisen ist doch ein schlechter scherz!

  9. 8.03.2007 | 17:15

    @fifi:
    Ich stimme dir vollkommen zu, aber es zeigt die von Llarian angesprochende Qualität des Vortrages einen solchen Wachmacher zu haben, der auch direkt dazu überleitet wie sehr sich die Welt verändert hat (und wie sehr USA/Europa noch in der alten Welt festhängen).

  10. 8.03.2007 | 18:10

    Großartige Präsentation. Prof. Rosling stellt in gut 20 min genau das dar, was ich im Laufe der letzten 20 Jahre mühsam und manchmal widerwillig in meinen Kopf bekommen habe ;) - das nämlich die apokalyptische Weltsicht einer verarmenden, verhungernden und unaufhaltsam überbevölkerten Welt nicht stimmt. Überrascht hat mich dann doch, wie deutlich die Dynamik in Asien und auch in Lateinamerika ist. Dass es in vielen Ländern Afrikas noch finster aussieht, ist in diesem Licht zwar schlimm, aber zum Glück kein Naturgesetz.

    Gut, dass Prof. Rosling auch das zweite Hauptproblem, neben den veralteten Weltmodellen, ansprach: die mangelnde Differenzierung zwischen den einzelnen Staaten und auch innerhalb der Staaten. Ich ärgere mich jedes Mal, wenn z. B. auf SpOn pauschal von “den armen Ländern des Südens” geschrieben wird (fast so, als ob tropisches Klima arm machen würde).
    Eine persönliche Beobachtung: Hans Rosling ist so “typisch skandinavisch”, dass es fast an eine Karrikatur grenzt.

  11. 8.03.2007 | 21:15

    Endlich mal eine sinnvolle Anwendung animierter Präsentationen (Kinderzahl vs. Lebenserwartung).

  12. R.A.
    9.03.2007 | 13:22

    Ach ja, Zahlen sind halt doch interpretationsfähig.

    Denn diese Studenten, die dümmer als Affen sind (Nein, behauptet er natürlich nicht), kommen gerade aus den Schulen, die uns via PISA-Statistik als großes Vorbild angepriesen werden…

    Um völlig vom Thema abzuschweifen: Sie sind m. E. zu Recht Vorbild.
    Aber das hat weniger mit den Vorstellungen der GEW zu tun, sondern mit dem vorbildlichen liberalen Föderalismus in Schweden:
    http://www.taz.de/pt/2007/03/09/a0204.1/text

  13. 10.03.2007 | 9:56

    [...] via die bissigen Liberalen [...]

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