Wahrnehmungsproblem

Ich maße mir nicht an einschätzen zu können, welche Sympathiewerte der amerikanische Präsident in Südamerika genau erreicht.
Wenn die WELT ONLINE aber meldet, dass die stärksten Proteste gegen einen gerade erfolgten Besuch George W. Bushs in Bogota zu verzeichnen waren und wenn zu lesen ist, dass dort nicht mehr als 2000 Menschen auf der Straße waren, wovon ca. 150 offensichtlich eher materielle, mit Bush wohl weniger in Verbindung zu bringende Interessen hegten, die sie durch Diebstahl und Plünderung zu befriedigen versuchten, dann scheint mir anhand dieser Demonstrationen kaum möglich zu sein, eine Einschätzung treffen zu können, die lautet, dass “der US-Präsident die Abneigung der Menschen gegen ihn” spüren könne.

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12 Kommentare zu “Wahrnehmungsproblem”

  1. 12.03.2007 | 12:48

    Naja, Opposition gegen die Yanks gehört in Lateinamerika zur Folklore wie Samba und Koks. Es ist aber schon was dran, wenn kritisiert wird, dass die USA in den letzten Jahren die Region sträflich vernachlässigt haben - die übelriechende Suppe in Form von Chavez und Konsorten darf GWB jetzt auslöffeln.

  2. 12.03.2007 | 12:50

    Die Löffel werden wohl eher von den Bürgern der Länder gehalten, in denen diese kommunistischen Diktatoren des 21. Jahrhunderts herrschen. Um GWB mache ich mir da eher keine Sorgen.

  3. 12.03.2007 | 12:51

    Abgesehen davon war mein Beitrag ja auch eher pressekritischer Natur.

  4. Hardy
    12.03.2007 | 13:05

    Vor allen Dingen kann man die Schlagzeile schon als Verdummung ansehen, wenn man weiß das Bogota 7-8 Millionen Einwohner hat.

  5. Buenavista
    12.03.2007 | 14:44

    Nach Auskunft einer kolumbianischen Dame in Bogota sah das so aus, dass so viel Militär in höchst martialischer Aufmachung auf der Straße war, dass sich nur sehr sehr Mutige zu demonstrieren trauten.

  6. 12.03.2007 | 15:10

    @Buenavista

    Das wäre natürlich eine mögliche lokale Besonderheit, die die Vergleichbarkeit und Interpretierbarkeit der Demonstrantenzahlen schwieriger machen würde. Das hätte dann - wenn es so sein sollte - allerdings auch in den WELT-Artikel gehört.

  7. Buenavista
    12.03.2007 | 15:23

    Die kolumbianische Presse berichtet Ähnliches. Das Zentrum Bogotas war aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen fast verwaist.

    So etwa wie Mainz und Stralsund. Und irgendwo in einem Vorort zu demonstrieren bringts auch nicht so recht.

    Wobei die Leute durchaus eine differenzierte Meinung zur Regierung Uribes haben (er ist ja recht eindrucksvoll wiedergewählt worde).

    Bogota hat sich in manchen Vierteln sehr positiv verändert, das Land hat auch einen wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen (mit starker Währung).

    Die Arbeitslosigkeit ist allerdings bedrückend. Selbst Gutqualifizierte kämpfen ums tägliche Überleben und das Leben wird immer teurer.

  8. 12.03.2007 | 16:23

    @Buenavista

    irgendwo in einem Vorort zu demonstrieren bringts auch nicht so recht.

    Wenn es Hunderttausende getan hätten, hätten wir hier zumindest einen realistischeren Eindruck über die dortige Meinungslage erhalten.

    Ansonsten dank ich dir für den Kurzeinblick in die Lage Kolumbiens. Es gibt so viele Länder der Welt, die ich nicht kenne …

  9. Buenavista
    12.03.2007 | 17:02

    Kolumbien ist ein ausgesprochen gastfreundliches Land. Auch US-Amerikaner werden hier viel freundlicher empfangen als beispielsweise in Mexiko oder Peru.

    Es ist ein landschaftlich wunderschönes Land, von Schneebergen über grünes Kaffeehochland bis zu Karibik- und Pazifikstränden, dazu einige der schönsten spanischen Kolonialstädte.

    Bogota zählt inzwischen zu den sichersten Großstädten Lateinamerikas, jedenfalls sicherer als Rio, Mexico City oder Caracas.

    Ich mag das Land. In der Regel ist es ja nur wegen Drogen und Guerilla in den Schlagzeilen. Die gibt es, natürlich, nach wie vor. Aber man kann sich von beiden trefflich fernhalten.

    Bei den Frauen ist das schon viel schwieriger. Schön und klug ist eine gefährliche Kombination.

  10. 12.03.2007 | 17:08

    Das klingt alles ja sehr verlockend! Was kostet denn so ein Flug dahin? Kann man das bezahlen?

  11. Buenavista
    12.03.2007 | 17:28

    So an 850 Euro nach Bogota. Im Land selber fliegt man auch meist, so für 100 Euro pro Flug.

    Am meisten Tourismus gibts in Cartagena, die schönsten Frauen in Medellin, und die am knappsten angezogenen in Cali.

  12. 12.03.2007 | 20:08

    Dank dir für die Auskünfte. Die Infos über die Frauen behalte ich besser für mich, wenn ich meine Angetraute dann vom Urlaubsziel Kolumbien zu überzeugen versuche… ;-)

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