Gewinn und Gewinn

Wenn ein privates Unternehmen Gewinn macht, heißt das ja, dass es die Kundenwünsche besonders gut und unter klugem Ressourceneinsatz erfüllen konnte.

Wenn ein staatliches Unternehmen Gewinn macht, kann das oft heißen, dass es die per Zwang zu “Kunden” gemachten Bürger oder private Unternehmen besonders erfolgreich um ihr Geld erleichtert hat.

Der Unterschied liegt da wohl in der Freiwilligkeit, mit der die Produkte des Gewinn verzeichnenden Unternehmens gekauft wurden.

Wie ist in diesem Sinne denn nun der Gewinn der Bundesbank einzuordnen?

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5 Kommentare zu “Gewinn und Gewinn”

  1. R.A.
    13.03.2007 | 16:00

    Die Bundesbank ist nicht wirklich ein Unternehmen, sondern eigentlich eine Behörde.
    Und der “Gewinn” stammt im wesentlichen aus den Zinsen für die Zwangs-Einlagen der Banken.
    Man könnte das auch als spezielle Form von Besteuerung sehen, und damit hätte ich noch relativ wenig Probleme.

  2. Llarian
    13.03.2007 | 16:09

    Korrigier mich, R.A., aber sind die Gewinne nicht auch die Zinsgewinne, die sich durch Verleih von Geld an die “normalen” Banken ergeben und diese zurückzahlen müssen ?

  3. 13.03.2007 | 16:57

    Ach ja, der Bundesbankgewinn. Der war früher (damals unter dem letzten wahren Bundeskanzler - Helmut Schmidt) immer gerne von der Opposition kritisiert. Die Union beschwerte sich, dass die sozialliberale Koalition so ihren Haushalt aufbesserte. Aber als sie dann selber regierte haben die Finanzminister Stoltenberg und Waigel die Milliarden natürlich auch gerne eingesackt.

  4. 13.03.2007 | 16:58

    @Marc

    Mit Kritik an den unpolitischen Spielchen der roten und schwarzen Sozialdemokraten lockst du hier aber keinen Hund mehr hinterm Sofa hervor. ;-)

  5. 13.03.2007 | 20:27

    Das ist jetzt ein ganz großes Faß, das Du öffnest.

    1) Die Gewinne der Bundesbank sind - abgesehen von Devisenspekulationen - die Zinsgewinne auf die Geldhaltung. Fachbegriff Seigniorage.

    2) Die nominalen Zinsen auf die Bargeldhaltung (Ichnhabe jetzt etwa 30 Euro im Portemonnaie und erhalte keine Zinsen dafür. Diese streicht die Bundesbank ein.) wirkt wie eine Steuer und wurde daher von Milton Friedman kritisiert.

    3) Stattdessen plädierte er dafür Geld zum nominalen Zinssatz von Null zu verleihen. Nun kann aber Geld nicht umsonst verliehen werden, die Kosten (=nomimaler Zins plus Inflation) der Kreditaufnahme müssen ja dem Gleichgewichtszins entsprechen. Folglich muss es, damit der nominale Zins null sein kann, eine Deflation in Höhe des Gleichgewichtszinssatzes geben.

    4) Es ergäbe aber erhebliche Probleme, wenn der Gleichgewichtszins, also der Preis für Geld, nicht auf dem Kreditmarkt bestimmt würde, sondern durch die Deflation(serwartung), also den Preisen auf ALLEN Gütermärkten. Zum Beispiel, weil die Preise viel starrer sind, als ein nominaler Zinssatz. Insbesondere bei Preisanpassungen nach unten. Dazu kommt eine Reihe weiterer Probleme.

    5) Aus praktischen Gründen halte diese Idee von Friedman also für ungeeignet. Aber auch Grundsätzlich sehe ich keine Probleme. Erstens gibt es durch die EC-Karten Zahlung mittlerweile dir Möglichkeit, auf Bargeldhaltung zu verzichten. Falls man sich an den Kosten stört, bleiben einem also ALternativen. Zweitens stets es jedem mehr oder weniger frei, seine eigene Zentralbank und sein eigenes Geld in Konkurrenz zum Euro zu vermarkten.

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