Komasaufen

In Bayern ist doch alles anders als hier. Und das gilt offenbar auch für das Komasaufen bei Jugendlichen: Das findet dort nämlich ausschließlich mit Bier und Wein statt, nicht mit Spirituosen. Jedenfalls muss man das annehmen, wenn man der CSU-Drogenbeauftragten Maria Eichhorn so zuhört. Diese fordert nämlich, um das “Komasaufen” zu bekämpfen, ein Verbot der Alkoholabgabe an Jugendliche. Erlaubt ist das aber auch bisher nur bei Bier und Wein, und als jemand, der dem Jugendalter noch nicht ganz so lange entwachsen ist (und darüber hinaus auch oft mit Jugendlichen zu tun hat), kann ich Frau Eichhorn versichern, dass die Getränke, mit denen “Komasaufen” betrieben wird, schon jetzt nicht an sie verkauft werden dürfen. Werden sie aber trotzdem, und diesem Problem kommt man auch mit neuen Gesetzen nicht bei.

Nun sind neue Gesetze aber alles, was so eine Politikerin anzubieten hat, und wenn man einen Hammer in der Hand hat…

«Ich habe den Eindruck, Politiker beruhigen ihr Gewissen mit spontanen Aktionen», sagte der drogenpolitische Sprecher [der FDP], Detlev Pfarr, der Zeitung.

Genau so sieht’s aus.

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23 Kommentare zu “Komasaufen”

  1. 13.03.2007 | 11:08

    Wie wahr. Das ist ja auch schon der zweite Erguss in kürzester Zeit: Ein, zwei Tage vorher forderten andere Politiker, pauschale Trinkentgelte zu verbieten.

    Man bekommt mehr und mehr den Eindruck, als maßten sich unsere Politiker die Rolle eines Erziehungsberechtigten aller Bürger an.

    SPON hat übrigens in einem Beitrag, der weitere Argumente für das alle paar Jahre mal wieder mit unterschiedlichen Begründungen aufs Tapet kommende Thema “Tempolimit” bringen soll, die Katze aus dem Sack gelassen, warum das Verbieten und Regulieren bei Politikern so attraktiv ist: Es koscht nix (zumindest vordergründig). Der Michel reagiert empfindlich, wenn es ihm an den Geldbeutel geht, Freiheitseinbußen stören ihn hingegen weniger.

  2. 13.03.2007 | 11:09

    Detlev Parr wird mir immer sympathischer.

  3. 13.03.2007 | 11:47

    Naja die Bayern sind doch sowieso ein Fall für sich… Freistaat sag ich nur ;)
    Ich finde es besonders intessant, dass gerade aus Bayern, von einer Vertreterin der Regierungspartei CSU ein Aufruf gegen Jugendalkoholismus kommt - schließlich sprechen wir bei Bayern von einem Land, in dem Hefeweizen als Grundnahrungsmittel, nicht als Genussmittel, zählt, was zur Folge hat, dass man am Arbeitsplatz während der Mittagspause Bier trinken darf. Ich hielt es lange für ein Gerücht, es wurde mir allerdings vor kurzem von einem Bekannten aus Landshut bestätigt. Danke für die Info, Jürgen!
    Naja obwohl jeder, der mal Weizenbier getrunken hat sicherlich bestätigen kann, dass Komasaufen auch mit einigen Maßkrügen voller Bier in Bayern möglich sein müsste, so weiss ich, als jemand, der diese Zeit selbst noch nicht allzu lange hinter sich gelassen hat, dass Jugendliche sehr gerne Sachen trinken, die Sie eigentlich nicht mal kaufen oder besitzen dürften… Es geht dabei sicherlich nicht nur um das “besoffen werden” an sich, sondern ich denke, auch der bekannte “Reiz des Verbotenen” spielt hier eine gewisse Rolle… Ich denke, auch nicht brantweinhaltige, niederprozentige alkoholische Getränke wie Bier und Wein zu verbieten, wird eher dazu führen, dass auch der Konsum dieser Artikel bei Jugendlichen ansteigen wird…
    Machen wir uns doch nichts vor, der Jugendschutz, gerade wenn es um Altersfreigaben für bestimmte Genussmittel oder Medien geht, ist eine Sache, bei der Theorie und Praxis sehr weit auseinander laufen weil sie fast unmöglich nachzuprüfen sind… Ob es deer 18jährige ist, der seinen 17jährigen Kumpels Schnaps besorgt, der 16jährige der auf dem Schulhof Zigaretten an die 14jährigen verkauft oder der 15jährige der die Hardcore-Pornos mit strengstem Jugendverbot aus dem Internet läd und in seiner Klasse verteilt - es gibt zu viele dieser Fälle um da effektiv etwas gegen zu unternehmen… Fehlverhalten von Erwachsenen, die Geschäfte darin sehen, minderjährigen Schnaps zu verkaufen o.ä. ganz außenvor gelassen, es geht mir gerade nur um die Maßnahmen, die die Jugendlichen selbst ergreifen um an den “verbotenen Stoff” zu kommen…
    Ich denke, der Herr Pfarr hat ganz Recht. Eines der besten Beispiele zu dem Thema aus den letzten Jahren ist meiner Ansicht nach das Verbot bzw. die Sonder-Besteuerung von “Alkopops”. Man hat einen Sündenbock gesucht um eine schnelle Aktion unternehmen zu können. Die Alkopops waren gerade neu und in Mode also damit Schuld. Allerdings sollte auch unseren Spitzenpolitikern damals bekannt gewesen sein, dass es keine Erfindung des 21. Jahrhunderts war, alkoholische Getränke mit Süßgetränken zu mischen - von 614 Bundestagsabgeordneten kann mit keiner erzählen er habe in seiner Jugend, die bei den meisten wohl schon einige Jahre wenn nicht Jahrzente zurückliegt, nie einen Bacardi-Cola oder Vodka-Lemon getunken…. In diesem Sinne, schöne grüße aus Westfalen, der Maik

    PS: Da mich hier die wenigsten kennen werden, kurz etwas zu meiner Person: ich bin der Maik, Reallife-Kumpel und ehemaliger Mitbewohner von Karsten, 22 Jahre jung und entdecke gerade mal wieder meinen Drang meine Meinung publik zu machen ;)

  4. R.A.
    13.03.2007 | 12:55

    Nachdem Jugendlich in der heute als Deutschland bekannten Gegend schon seit einigen tausend Jahren zu Alkoholgenuß incl. Wettsaufen neigen, war es natürlich höchste Zeit, daß die Politik diesen neumodischen Kram endlich verbietet …

  5. Libero
    13.03.2007 | 15:10

    Verbote sind nicht die richtige Antwort auf Komasaufen. Gleichgültiges Hinweg- und Hindurchsehen auch nicht.

    Ihr nehmt das Komasaufen ja sehr leicht. 4 Promille scheinen in eurer Jugend der Standardpegel gewesen zu sein. Auch Sauerstoffmangel durch Erbrochenes. Auch war es Standard, mit wenigen DM einen solchen Pegel zu erreichen. Auch war es Standard, das Erwachsene ungerührt und gleichgültig zusahen, wie Jugendliche bis zur Bewußtlosigkeit tranken.

    Der junge Mann wird mit viel Glück aus dem künstlichen Koma relativ unbeschädigt wieder aufwachen. Aber wahrscheinlich ist das nicht, er wird verändert aufwachen. Das mit 16.

    Da ihr mit solchen Situationen anscheinend wenig Erfahrungen habt, wünsche ich euch, daß ihr am Bett eines euch nahestehenden Menschen sitzen müßt. Wie gefesselt.

    Stunden, Nächte, Tage.

    Wo ihr hofft, das er/sie aus dem Koma wieder so aufwacht, wie er/sie euch verlassen hat. Aber Angst habt, das er/sie sich verändert hat. Das quält, das zehrt, das peinigt. Das sind Momente, die einen für das ganze Leben prägen, die man nie vergisst.

    So ergeht es jetzt einer Mutter. Das schon seit zwei Wochen. Ist doch selbst schuld, sie hätte verhindern müssen, daß ihr Sohn das Komatrinken schick findet. Hier zählt einzig die Eigenverantwortung. Natürlich gab es Erwachsene, die zusahen, daß sich ein 16 Jähriger sinnlos betrank. Die ihn mit Alkohol versorgten, obwohl sie seinen Zustand wahrnahmen. Die sich auch nicht wunderten, das er regungslos dasass. Aber was haben die mit diesem fremdem Jugendlichen zu tun? Das ist die Aufgabe der Eltern und nur der Eltern und sonst niemand.

    Ist es zuviel zu verlangen, einem fremden Jugendlichen zu sagen, hör auf, du hast für heute genug, geh nach Hause und schlaf deinen Rausch aus, die Party ist für dich zu Ende.

    Ist das wirklich zuviel verlangt? Das es von euch zuviel verlangt ist, ist mir klar.

    Ich wünsche euch, das andere Erwachsene einmal so denken, nein, das ist nicht mein Sohn, was geht es dich an, sollen sich die Eltern drum kümmern, wenn es euer Sohn oder Enkel ist, der in einer solchen Lage ist. Das wünsche ich euch.

  6. 13.03.2007 | 15:14

    @Libero

    Wie kommst du darauf, die Kommentatoren (und ggf. den Verfasser des Beitrags) so mit Unterstellungen zu traktieren? Wer hat gesagt, dass er das Eingreifen Erwachsener missbilligt?
    Mäßige doch bitte mal deine Empörung zu Gunsten einer fairen Diskussion.

  7. 13.03.2007 | 15:17

    @Libero:
    Ja, verreck du auch. Arschloch.

    Zwei Kommentare:

    1) Mit 18 Jahren habe ich das erste Mal neben einem Kumpel gesessen, der nicht wusste, wieviel er verträgt. Er hat nur noch ganz flach geatmet, erbrochen hat er sich auch schon nicht mehr, wir wussten nicht, ob er durchkommen wird. Und das mitten in der Nacht auf einem Spielplatz, weit weg von jeder Hilfe. Das war ziemlich Scheiße, und ich nehme die Sache sicher nicht leicht. Mittlerweile bin ich einer Karnevalsgesellschaft aktiv, und da geschieht es ständig, dass man sturzbesoffenen Jugendlichen sagen muss, sie sollen nach Hause gehen - auch auf die Gefahr hin, dass sie vielleicht aggressiv werden. Ich tu’s trotzdem, und hab auch schon mal fast was dabei abbekommen. Also laber hier nicht so ein Zeug, als wären wir ahnungslose Trottel aus einer Welt, wo’s schöner ist.

    2) Wenn man einen falschen Ansatz zur Bekämpfung eines Problems kritisiert, dann heißt das nicht automatisch, dass man das Problem ignoriert oder gar nicht will, dass es irgendwie gelöst wird. Aber mit Aktionismus schließt man nur irgendwelche Augen - die Leute haben ein gutes Gefühl, das Problem aber bleibt. Und das ist schlimmer, als eben nicht diesem Drang nachzugeben, einfach “irgendwas” zu tun. Aber die Unfähigkeit, zwischen der Ablehnung einer Lösung und der Ignoranz gegenüber einer Problemlage zu unterscheiden, die teilst Du mit der besorgten Mutter, die uns die Tage erklären wollte, Killerspiele müssten verboten werden, weil die Jugendlichen so unzugänglich sind. Etwas mehr Zusammenhang zwischen Problem und Lösung täte da gut.

  8. Libero
    13.03.2007 | 16:26

    @Boche

    Wer hat gesagt, dass er das Eingreifen Erwachsener missbilligt?

    Wer hat gesagt, daß ich das geschrieben habe?

    Ist dir vielleicht aufgefallen, daß das Nichteingreifen von anwesenden Erwachsenen KEIN Thema in solchen Diskussionen ist. Wenn, wird immer nur an die Eltern und die Eigenverantwortung verwiesen.

    Wie sollen Eltern das machen? Ich habe mehr als einen Jugendlichen erlebt, der ein Doppelleben führte. Hast du dich schon mal mit einem Heranwachsenden auseinandergesetzt? Das ist ein Mensch mit dem Rückhalt seiner Gruppe der Gleichaltrigen und dann noch Eltern im Hintergrund, die falsch reagieren.

    Mein Sohn? Probleme mit Alkohol? Was geht Sie das an? Sie sind nicht erziehungsberechtigt. Das mag sein, aber Sie sind für meinen Sohn auch nicht erziehungsberechtigt. Trotzdem habe ich mich mit ihrem Stil der Erziehung auseinanderzusetzen. Ein Sohn mit Geld wie Heu und dumm wie Stroh. Immer Geld für Party, immer gut drauf.

  9. 13.03.2007 | 16:32

    @Libero

    Wer hat gesagt, daß ich das geschrieben habe?

    Die Annahme, dass du davon ausgehst, war für mich die einzig logische Erklärung für deinen Kommentar.

    Ist dir vielleicht aufgefallen, daß das Nichteingreifen von anwesenden Erwachsenen KEIN Thema in solchen Diskussionen ist.

    Du hast Recht, dass dies auch zum Thema gehört.
    Allerdings möchte ich darauf verweisen, was Karsten geschrieben hat:
    Thema hier war die Kritik an der Pseudolösung des staatlichen Verbots.
    Das scheinst du schlicht ignoriert zu haben, um uns deine Vorwürfe in recht unappetitlicher um nicht zu sagen: unverschämter Form vor den Latz zu knallen.

  10. Libero
    13.03.2007 | 16:52

    Ihr beschäftigt euch ausführlich mit dem falschen Vorgehen. In diesem Fall Verbote. Mit der nicht ganz falschen Behauptung, daß sie den Rausch erst fördern. Darüber könnt ihr stundenlang schreiben und euch ereifern. Mich interessiert nicht das falsche Vorgehen, mich interessiert das richtige Vorgehen.

    Ist diese Entwicklung zum Komasaufen auf das Verbot des Alkohols bei Jugendlichen zurückzuführen? Die wenigsten Erwachsenen interessiert es, ob Jugendliche volltrunken sind. Polizei fährt vorbei, Passanten sehen weg, Wirte schenken aus. Da wird weder ein Verbot noch ein Tabu überschritten.

    Der Kick ist nicht die Übertretung des Verbotes Erwachsener, sondern allenfalls die Nachahmung Erwachsener. Komischerweise ahmen sie nur Erwachsene nach, die Alkohol in Übermaßen zu sich nehmen und nicht die Mehrheit der Erwachsenen, die mäßig oder gar kein Alkohol trinken. Ahmen Sie also wirklich Erwachsene nach? Was ist also die Triebkraft, sich bis ins Koma zu saufen? Obwohl es doch eigentlich total uncool ist. Wer also schafft es, Jugendlichen zu vermitteln, daß Saufen bis ins Koma cool ist?

    Wer schafft es, Jugendlichen zu vermitteln, daß Menschen, die im Übermaß Alkohol brauchen, um guter Laune zu sein und ihre Hemmungen zu vergessen, eigentlich ganz arme Schweine und damit uncool sind?

    Wie schafft man es?

  11. 13.03.2007 | 16:57

    Schwierig zu beantwortende Fragen.
    Meiner Erfahrung nach hat der übermäßige Konsum von Rauschmitteln oft mit mangelndem Selbstbewusstsein (in beiderlei Sinn des Wortes) zu tun.
    Weil es erstens eine Flucht aus der Realität darstellt, die ggf. als nicht zu meistern gesehen wird.
    Und weil zweitens Gruppendruck ins Spiel kommt. Der es eben schafft, einem - eigentlich unangenehme Zustände - als Ausdruck von “Coolness” aufzuzwingen.

    Warum der Totalrausch als cool angesehen wird, wäre eine andere Frage. Ich vermute, das ist schlicht die jugendliche Suche der Extreme, des Spiels mit dem Feuer, der Lust an der Gefahr.

  12. 13.03.2007 | 16:57

    @Libero

    Es ist witzlos, uns vorzuwerfen, mit womit wir uns nicht beschäftigen und wozu wir keine “Lösungsvorschläge” offerieren. Aber zur Frage selbst:

    1. Eltern
    2. Wenn Eltern versagen: Jugendamt.
    3. Wenn Wirte gegen das Gesetz verstoßen: Verknacken.

    Alternativ: Das Recht auf einen Sozialarbeiter pro Kind einklagen. Die armen Kinder…

  13. Libero
    13.03.2007 | 16:59

    Du
    Die Annahme, dass du davon ausgehst, war für mich die einzig logische Erklärung für deinen Kommentar.
    Ich
    Mich interessiert nicht das falsche Vorgehen, mich interessiert das richtige Vorgehen.

    Es reicht nicht aus, eine falsche Handlung nur zu kritisieren.

    Euch interessiert die sozialistische Gesellschaft anscheinend viel mehr als die liberale, da ihr das Wertvollste was ihr habt, fast voll und ganz widmet, eure Fähigkeit zur Kritik. Dann bleibt euch nichts weiter übrig, als weiter in einer sozialistischen Gesellschaft zu leben. Dafür habt ihr eure Fähigkeit zur Kritik entwickelt.

  14. 13.03.2007 | 17:01

    Ach Herrjeh…

  15. 13.03.2007 | 17:13

    @Libero:
    Kapier’ ich jetzt nicht. Kannste das noch mal umformulieren?

  16. 13.03.2007 | 17:18

    @Karsten

    Er meint, wir können in keiner freien Welt leben, weil wir nur gelernt haben, die unfreie Welt kritisch zu begleiten. Oder so.

  17. Libero
    13.03.2007 | 17:50

    @Boche
    Bist du etwa der Meinung, die Fähigkeit zur Kritik ist nur in einer unfreien Gesellschaft notwendig? Weil es in der Gesellschaft, die ihr anstrebt, keine Notwendigkeit zur Kritik gibt? Dieser Meinung war schon ein gewisser Karl Marx. Was mag aus ihm geworden sein.

  18. 13.03.2007 | 18:10

    Hm. Die Worte verstehe ich, aber der Entwicklung dieses Gesprächs kann ich wirklich nicht folgen. Was hat das nun alles miteinander zu tun?

    Inhaltlich möchte ich noch folgendes ergänzen: Ich bemühe mich, selbst die Erwartungen zu erfüllen, die ich an meine Mitmenschen habe. Nämlich beispielsweise die, Jugendliche zurechtzuweisen, wenn sie sich falsch oder dumm verhalten - aber auch ihre Eltern zu informieren, dass da etwas falsch läuft. Hoffentlich stelle ich mit diesem Verhalten ein Beispiel für andere dar - ebenso, wie ich mich auch bemühe, in Gegenwart von Jugendlichen massenhaften Alkoholkonsum nicht auch noch zu glorifizieren.

    Über solche Themen würde ich in einem privaten Blog sicher auch schreiben. Aber dieses Blog beschäftigt sich mit Politik, und ich sehe wenig Möglichkeiten für die Politik, hier positiv einzuwirken. Also schreibe ich darüber, wie sinnlos ich den Aktionismus finde, den manche Politiker verbreiten. Für Lösungsansätze ist das hier einfach der falsche Ort.

    Mit denen beschäftige ich mich allerdings im Studium und im Gespräch mit Praktikern, mit Sozialarbeitern und Jugendamtsmitarbeitern. Vielleicht sollte ich dazu ein eigenes Blog eröffnen. Wenn das geschieht, lade ich Dich gerne ein.

  19. 13.03.2007 | 20:07

    @Libero

    Bist du etwa der Meinung, die Fähigkeit zur Kritik ist nur in einer unfreien Gesellschaft notwendig?

    Nein.

    Dieser Meinung war schon ein gewisser Karl Marx.

    Aha.

  20. 14.03.2007 | 8:24

    Klar, es ist nett, Politiker(innen) zu sehen, die gleich wieder neue Gesetze fordern. Es ist auch schön, wenn es einen Politiker (passender Weise) der Opposition gibt, der dies kritisiert.

    Gleichzeitig frage ich mich aber, wie die Berichterstattung der Medien in einem solchen Fall funktioniert? Die Wortmeldung der Medien beschränkt sich in diesem Fall auf bloße Empörung (BR, ZDF) und selbst das Wort zum Tag der Tagesthemen sieht es als nicht notwendig, darauf hinzuweisen, dass Alkohol schon jetzt und seit langem nicht an Minderjährige abgegeben werden darf - und eben nicht so sehr ein neues Gesetz als vielmehr die Realisierung der bestehenden angebracht wäre … Wen wundert’s da, dass Politiker gleich neue Gesetze fordern, wenn die dümmliche (nicht nachfragende) Empörung der Medien einem solchen Vorschlag Wählerstimmen, zumindest aber Sympathien sichert?

    Vielleicht sollte man die Kirche im Dorf lassen, meinte Seehofer … und so unrecht hat er da wohl nicht.

    Zwei Punkte, zwei Randbemerkungen gewissermaßen, möchte ich hinzufügen: Zum einen Seehofers Bemerkung zum gleichen Thema (also das geforderte Verbot der Alkoholabgabe)

  21. 14.03.2007 | 10:20

    @ChristianK:
    …und zum anderen?
    Seehofers Bemerkungen fand ich auch recht gut. Manchmal sagt der schon kluge Sachen…

  22. 14.03.2007 | 10:23

    @ChristianK:
    Und die Rolle der Medien sehe ich ähnlich wie Du.

    Sehr angenehm war gestern Abend die “Plusminus”-Sendung - erstmals habe ich eine ganze Sendung gesehen, die sich zwar mit den aktuellen Dorfsäuen beschäftigte, sich aber weigerte, diesen hinterherzulaufen. Stattdessen wurden alle Themen mit einer gewissen Distanz behandelt, Randbemerkungen gemacht und Auswirkungen von Forderungen untersucht, die der übrigen Pressewelt schon selbstverständlich geworden sind. Sehr schön.

  23. 14.03.2007 | 12:44

    @Karsten:

    (1)
    wegen der zwei Punkte - auch wenn ich mir Mühe gebe, passiert es mir doch immer wieder. Ab “Zwei Punkte …” ist nicht mehr zum Kommentar gehörend, sondern bloß der Rest der ersten Zeilen, die ich getippelt hatte (trotz schöner Vorschaufunktion) … sry.

    (2)
    Plusminus habe ich gesern nicht gesehen. Aber ich hoffe ja, dass die Wellen, die der Panorama-Beitrag zu den Ego-Shootern geschlagen hat, (bspw. hier nachzulesen) wenigstens ein paar Teilredaktionen der Öffentlich-Rechtlichen aufrappelt.

    Nur von der Themenliste her scheint mir die Plusminus-Redaktion schon das getan zu haben, was guten Journalismus (m.E.) ausmacht: Den Fokus (gerade bei den allgegenwärtigen Themen) ein bisschen verschieben.

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