Common Sense

Ich bin mir sicher, dass sich viele der Leser dieses Blogs dem Gouverneur von Kalifornien, einem Mann names Arnold Schwarzenegger, intellektuell überlegen fühlen. Und ebenso sicher bin ich mir, dass das eigentlich scheißegal ist. Der Mann ist einfach ein Glücksfall für seinen Staat. Wann kandidiert Ralph Möller eigentlich als Ministerpräsident von NRW?

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14 Kommentare zu “Common Sense”

  1. 14.03.2007 | 23:59

    Schwarzenegger hat meiner Meinung nach sogar davon profitiert, dass sich so viele Leute »intellektuell überlegen« gefühlt haben. In dieser Zeit hat er nämlich kräftig dazugelernt. Und in Sachen Lernfähigkeit macht er vielen Hochschulabsolventen etwas vor: nämlich all denen, die vom Tag der letzten Prüfung an nur noch auf ihre Urkunde(n) verweisen.
    Zwar weiß man bei Politikern nie, welcher Anteil ihrer Ausführungen von Beratern und Redenschreibern kommt. Aber er scheint sich die richtigen Berater und Redenschreiber zu holen …

  2. 15.03.2007 | 0:01

    Das ist wohl ein echter Vorteil der Leute, die “von unten” kommen, der “Underdogs”: Sie wissen, dass sie immer noch eine Schippe drauflegen müssen.

  3. Libero
    15.03.2007 | 8:23

    Schwarzenegger hat einen B.A., ist Selfmademillionär auch ohne den Film und hat das Klügste gemacht, was ein Mann tun kann, eine kluge ihn unterstützende Frau für sich gewonnen. Die kannten sich ja schon 10 Jahre, bevor sie heirateten. Das ist ein gutes Team.
    http://gov.ca.gov/
    http://firstlady.ca.gov/
    Der Erfolg ist nicht Fleiß wie bei den meisten, die außer Fleiß und Wissen nichts zu bieten haben. Selbstvertrauen und das instinktive Erkennen von Möglichkeiten. Menschen für sich einnehmen können, die das wissen, was er nicht weiß. Über den Genuß der Macht nicht größenwahnsinnig werden und sich selbst für den besten Ratgeber zu halten. Wissen, was man Menschen zu verdanken hat. Andere stark reden, sie ermutigen, sie fördern und fordern und loben. Seine eigene Leistung potenziert sich durch die Teamleistung.

    Wenn ich die Wahl habe, ob ich mit einen bornierten deutschen Akademiker oder einem Selfmade-Unternehmer zusammenarbeite, wähle ich Menschen wie Schwarzenegger. Wählen würde ich ihn ohnehin. Nicht weil er Republikaner ist, sondern weil er Schwarzenegger ist. Ich begreife nicht, wieso die Geburt in der USA weiterhin die Voraussetzung für die Präsidentschaft ist. Da entgeht der USA ein guter Präsident, der weiss, daß man auch vom politischen Gegner lernen und profitieren kann. Wirklich bedauerlich.

    Ralph Möller? Dann doch lieber Rayson.

  4. 15.03.2007 | 9:36

    Ich muss auch sagen, dass ich Arnold Schwarzenegger immer schon für einen klugen Mann gehalten habe. Jedenfalls kam er in Interviews immer sehr gut rüber, auch bevor er in die Politik ging… und er hat den Humor, sich selbst auf die Schippe zu nehmen, was ich Menschen immer hoch anrechne.

    Jemanden auf das Klischee seiner Paraderolle zu reduzieren, ist ja wohl wirklich traurig und zeigt von geringem Verständnis für die Schauspielerei.

    Im Übrigen stimme ich Libero weitgehend zu. Auch bei Rayson als Ministerpräsident. :P

  5. 15.03.2007 | 9:54

    Aber Schwarzenegger lässt doch Menschen hinrichten…!

    … um mal das Standardargument zu zitieren, das gegen ihn vorgebracht wird.

  6. 15.03.2007 | 9:56

    @stefanolix: Arnie hat einen Degree als B. A. in internationaler Wirtschaftslehre - insofern macht er vielen anderen Hochschulabsolventen tatsächlich etwas vor: wie man nämlich Erfolg haben kann, ohne den intellektuellen Scheisser heraushängen zu lassen ;)

  7. R.A.
    15.03.2007 | 10:34

    Es ist schon immer wieder interessant, wie das Klischee vom “doofen Ami” selbst auf Leute übertragen wird, die nachweislich intelligent sind.
    Neben Schwarzenegger das beste Beispiel ist Bush.
    Man kann ja gerne jede seiner politischen Maßnahmen kritisieren - aber wer Yale und Harvard absolviert hat und bei den Jagdfliegern Staffelführer war - der kann beim IQ nicht wirklich schlecht sein.

    Offenbar gibt es in “old europe” gerade bei “Intellektuellen” ganz heftige Minderwertigkeits- komplexe, die man durch solche Stammtisch- Vorurteile kompensieren möchte.

  8. 15.03.2007 | 10:54

    @R.A.:
    Das sind die “Bushisms”, die er ja nun mal leider tatsächlich am Laufenden Band produziert.

    Ein anderes gutes Beispiel ist Edmund Stoiber - wenn ich den reden höre, dann muss ich mich auch jedes Mal aktiv daran hindern, ihn für einen grenzdebilen Idioten zu halten. Ich bin mir sicher, dass er ein intelligenter und gebildeter Mann ist, einfach sein muss; aber er wirkt nun mal wie ein Volltrottel.

  9. R.A.
    15.03.2007 | 11:56

    @Karsten:
    Stoiber ist auch ein gutes Beispiel.

    Es ist wohl so, daß man “Intelligenz” sehr häufig mit Sprachvermögen gleichsetzt.
    Und genau da haben Bush und Stoiber wohl echte Probleme.

    Während umgekehrt mancher Volltrottel auf den ersten Blick überzeugende Volksreden abliefern kann, wenn er sich nur auf gängige Stereotypen beschränkt.

  10. 15.03.2007 | 13:48

    @R.A.:
    Es ist aber auch für den gemeinen Bürger sehr schwierig, die Intelligenz eines Menschen an anderen Faktoren zu bemessen. Lesen tun die meisten Bürger wenig (und die meisten Politiker schreiben sehr selten), und persönliche Begegnungen mit Politikern sind auch eher rar. Bei Bush erst recht.

  11. R.A.
    15.03.2007 | 17:17

    @Karsten:
    > Es ist aber auch
    > für den gemeinen
    > Bürger sehr
    > schwierig, die
    > Intelligenz
    > eines
    > Menschen an
    > anderen Faktoren
    > zu bemessen.
    Das ist völlig richtig.

    Nur ist das Trottelbild von Bush / Stoiber NICHT bei “gemeinen Bürgern” entstanden, sondern gezielt von Journalisten aufgebracht worden. So ein paar eingestreute “äh” findet der Normalbürger ohnehin nicht so schlimm, weil er selber sowieso nicht in der Lage wäre, einen besseren Redebeitrag abzuliefern.

    Die normale Stoiberrede mag nicht berauschend sein, ist aber auch kein so schlimmes Gestotter wie die Ausschnitte, mit denen das Klischée erzeugt wurde.

    Siehe auch damals das Bild vom provinziell pfälzernden “Birne” Kohl.
    Das war ein reines Phänomen bestimmter Journalisten - die normalen Wähler haben das nie so gesehen (auch die, die ihn nicht gewählt haben).

  12. 15.03.2007 | 18:06

    Bei Bush kann und will ich das nicht beurteilen. Die eine “State of the Union”, die ich mal gesehen habe, war sowohl inhaltlich als auch vom Vortrag her recht gelungen.

    Stoibers Reden sind aber immer unterirdisch. Und ich habe auch schon öfter ganze Reden gesehen, nicht nur das Zeug, das von Journalisten ausgewählt wurde.

  13. der_gute_don
    15.03.2007 | 19:14

    Nur ist das Trottelbild von Bush / Stoiber NICHT bei “gemeinen Bürgern” entstanden, sondern gezielt von Journalisten aufgebracht worden.

    Und die gemeinen Bürger die diesen Journalisten uneingeschränkt Glauben schenken? Schreiben die meisten Journalisten letztendlich nicht das, wonach der Plebs verlangt?

  14. 16.03.2007 | 20:55

    Und seine Umweltpolitik; phänomenal einfach und vor allem relativ verlustlos durchgesetzt.

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