Pop reloaded

Vorhin hatte ich noch der Behauptung widersprochen, Umweltminister Gabriel sei dumm. Ich muss aber sagen, der Mann gibt sich reichlich Mühe, so zu wirken. Beispiel: Sein neuester Vorstoß zur Aushöhlung des Steuerrechts. Der Betriebsausgabenabzug für Fahrzeuge, die einen gewissen Kraftstoff-Durchschnittsverbrauch überschreiten, soll nach seiner Überzeugung(?) eingeschränkt werden.

Zitat:

Beim Pflegedienst-Auto, das fünf Liter verbraucht, lassen wir das zu, aber nicht bei Wagen, die neun, zehn Liter oder mehr schlucken. Da schmeißen wir Milliarden zum Fenster raus.

Unwillkürlich kommen mir da folgende Gedanken:

  1. Wie sehr könnte der CO2-Ausstoß verringert werden, wenn Gabriel weniger heiße Luft verbreiten würde?
  2. Wird Gabriel - Typ und Verbrauch seines Dienstwagens berücksichtigend - mit gutem Beispiel vorangehen und die Differenz aus eigener Tasche bezahlen? Schließlich zahlt der Steuerzahler dessen Kiste zu 100%.
  3. Hält Gabriel den Betriebsausgabenabzug tatsächlich für eine Subvention nach dem Motto “Besteuerungsgrundlage ist eigentlich der Umsatz”?
  4. Ist jemand, dessen Fahrzeug zwar doppelt so viel verbraucht, der aber nur halb so viel fährt, ein schlimmerer Umweltsünder?
  5. Appelliert er - pfui, welch pöhser neroliberaler Gedanke, ich schäme mich schon präventiv! - vielleicht auch so ein klein wenig populistisch - pfui, Gabriel doch nicht!!! - an den Neid seiner potenziellen Wähler?
  6. Könnten wir nicht auch mal eine Abgabe auf dämliches Politikergeschwätz einführen? Die müsste noch nicht einmal hoch sein - die Menge macht’s: Der Bundeshaushalt wäre im Nu saniert.

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3 Kommentare zu “Pop reloaded”

  1. Buenavista
    14.03.2007 | 14:59

    Das Ärgerliche am Steuerrecht in Deutschland ist, dass es tatsächlich (Verhalten) steuern will. Auch das macht es so kompliziert.

    Bisher gilt aber immer noch der Grundsatz, dass die Art und Höhe der Aufwendungen für den Betrieb der Steuerpflichtige allein bestimmt. Die betriebliche Veranlassung hängt vor allem nicht davon ab, ob die Aufwendungen notwendig, üblich und zweckmäßig sind.

  2. 14.03.2007 | 15:31

    neroliberaler - das ist ja richtig schlimm :-(

  3. Hardy
    14.03.2007 | 19:39

    Deine Idee(Nr.6)gefällt mir irgendwie, vor allem wenn man bedenkt was sich nach der Haushaltssanierung noch alles machen liesse. Selbiges setzt allerdings voraus, dass die Politiker auch wirklich die Abgaben aus eigener Tasche zahlen würden. Und das glaubst Du doch selbst nicht, oder???

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