14. März 2007
Rassismus und Wissenschaft
Kein Leser dieses Blogs wird überrascht sein, wenn ich gestehe, dass meine Sympathie für den werten Professor Hoppe aus Las Vegas nicht besonders ausgeprägt ist. Und dass ich ihm eine Nähe zu allerhand Gesocks unterstelle, mit dem keiner unserer Blogautoren irgendetwas zu tun haben möchte. Und dass ich im Zweifel eher bei den Jungs von Paxx bin als bei dem.
Klar, der Mann will provozieren, wenn er Geächtete zu einer Konferenz einlädt. Ich will auch gar nicht über den wissenschaftlichen Hintergrund diskutieren müssen, aber eine Frage drängt sich dann doch auf: Können wissenschaftliche Erkenntnisse falsch sein, weil sie ethisch nicht tragbar sind?
Thema Rassismus. Es gibt Untersuchungen (z.B. die “Bell-Curve”), die uns nahelegen wollen, dass Schwarze im Schnitt nicht zu denselben intellektuellen Leistungen fähig sind wie Weiße. Ich weiß, welches Ergebnis ich gern hätte. Nämlich, dass dem nicht so ist. Ich misstraue den Forschungen, die uns das Gegenteil suggerieren. Aber ist das ein Grund, die Forscher, die zu diesem Ergebnis gekommen sind, zum Schweigen zu bringen? Ihre Ergebnisse deshalb nicht für publikationswürdig zu halten, weil sie moralische Tabus verletzen?
Nein. Mit dem Verdikt “rassistisch” schafft man höchstens Märtyrer, aber man setzt sich gleichzeitig nur einem neuen Verdacht aus. Dem, die Wahrheit unterdrücken zu müssen, weil sie herrschenden Interessen nicht in den Kram passt. Warum lautet das Urteil über Hoppes Provokation nicht “unwissenschaftlich” oder “überholt” oder schlicht “falsch”? Sondern nur “rassistisch”? Entweder es ist Unsinn (was ich annehme), dann wäre er auch als solcher zu deklarieren. Oder er ist es nicht: Dann ist das moralische Urteil wissenschaftlich irrelevant.
Aber eine Vermischung von Moral und Wissenschaft gibt zu Misstrauen Anlass.
Verfasst von Rayson um 21:17 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, Politik (Trackback)