15. März 2007
Ich will kein Antipolonist sein…
aber die Worte, mit denen Mariusz Muszynski hier zitiert wird, begreife ich einfach nicht:
Die Ostseepipeline verstößt gravierend nicht nur gegen die polnischen Interessen, sondern gefährdet möglicherweise auch die Souveränität des polnischen Staates.
Das mit den polnischen Interessen kann ich ja noch nachvollziehen - natürlich ist es in polnischem Interesse, den Finger auf den russischen Gaslieferungen an Deutschland Westeuropa zu haben. Ist so ein wunderbares Druckmittel gegen beide Nachbarn, mit dem man sich gegen Preiserhöhungen wehren kann, aber auch andere politische Forderungen durchsetzen.
Nur warum die Pipeline eine Bedrohung der polnischen Souveränität sein soll, das kann ich irgendwie nicht nachvollziehen. Vielleicht kann mir da (mal wieder) ein Leser aushelfen?
Deutschland habe Schwierigkeiten, die Argumente Polens zu verstehen.
Auch das soll Muszynski laut Netzeitung gesagt haben. Könnte er recht haben. Auch manche der Positionen einer polnischen Regierungspartei sind aus der hiesigen Perspektive schwer zu verstehen:
Im EU-Parlament ließ die Liga (polnischer Familien) eine anti-jüdische Hetzschrift verbreiten, und in Warschau präsentierte sie einen Gesetzentwurf, der Lehrern mit Entlassung droht, wenn sie im Unterricht Homosexualität thematisieren.
Ob man mit Kritik an solchen Aktionen auch die Souveränität des polnischen Staates gefährdet?
Verfasst von Karsten um 11:04 Uhr in der Kategorie International (Trackback)