Gazprominente Unterstützung?

Muss man das eigentlich für normal halten, wie eilfertig sich deutsche Politiker zu Sprachrohren von Putins Reich machen? Und wie nicht nur führende Sozis offenbar glauben, mit gegen US-Politik gerichteter Rhetorik Boden gut machen zu können? Ich kann mich noch gut an die Nachrüstungsdebatten Anfang der 80er Jahre erinnern. Es ist verblüffend, wie sich die Irrtümer von damals heute bei einigen Leuten zu wiederholen scheinen.

Dass das geplante Raketenabwehrsystem gegen die russischen Interkontinentalraketen gerichtet sei, glauben die Russen ja nun auch offiziell nicht mehr selbst. Was sie stört, ist jetzt angeblich eine geplante Radaranlage in der Tschechischen Republik. Der russische General Solowjow wird in der F.A.Z. vom 17.03.07, Seite 2, wie folgt zitiert:

… es sei schlecht für Russland, wenn dessen Territorium einer dauerhaften Kontrolle durch die potentiellen Gegner ausgesetzt sei.

Unabhängig vom militärischen Sinn sollten sich diesen Satz nicht nur Tschechen auf der Zunge zergehen lassen.

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1 Kommentar zu “Gazprominente Unterstützung?”

  1. 19.03.2007 | 9:04

    Zu dem Zitat des Generals: Wenn das ein Außenpolitiker sagt, dann würde mich das zum Kopfschütteln bringen. Aus der Logik eines Militärs heraus gesehen, ist ein solcher Satz aber vielleicht gar nicht so anstößig, sondern eher normal. Zumindest solange man die militärische Logik mit der Begrifflichkeit des Krieges beschreibt. Eine Logik, die zunächst eben nur “Ich” und die “Anderen” als Bezugsgrößen kennt und die “Anderen” werden zwar nicht als festgeschriebene aber doch potentielle Gegner sieht.

    Selbstverständlich ist diese Beschreibung sehr verkürzt; und natürlich ist die Frage, die sich mir sofort stellt: Mit welcher Intention und von welchem Standpunkt aus spricht dieser General in einer ausländischen Zeitung, wenn nicht in der Rolle eines Außenpolitikers? Und dann bleibt das Kopfschütteln über diesen General, genau wie über deutsche Politiker, die noch in jeder Sache Anlass und Möglichkeit sehen, sich dem weit verbreiteten antiamerikanischen Ressentiment anzubiedern.

    Noch eine Leseempfehlung:
    Einen sehr interessanten Artikel zur Raketenabwehr-Diskussion gab es vor ein paar Tagen von John Vicor in der NYT. In Auszügen kann man ihn bei David’s Medienkritik lesen.

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