22. März 2007
Wie Politik tickt
SPON: “Experten warnen vor Ausnahmen beim Rauchverbot”
(Nicht wundern, es handelt sich wieder nur um die SPON-typische Entkopplung von Text und Überschrift: Bei den “Experten” - ein Begriff, den in Deutschland wohl eine Aura der Unangreifbarkeit umgibt - handelt es sich um Bundestagsabgeordnete)
“Es wäre nicht vermittelbar, wenn in einer Kneipe in Kassel das Rauchen verboten, und im wenige Kilometer entfernten Göttingen wieder erlaubt wäre”, sagte der SPD-Politiker.
“Die Bürger erwarten ein umfassendes Rauchverbot in der Gastronomie”, sagte Florenz der “Welt”. “Wenn sich keine Einigung zum Nichtraucherschutz in Deutschland finden lässt, wird es innerhalb kurzer Zeit eine europäische Regelung geben, die ein Rauchverbot in Gaststätten bedeuten wird.”
SWR: “Sprachlicher Verbraucherschutz: Union gegen Denglisch”
Auch die Unionspolitiker wenden sich gegen “Sprachfundamentalismus”. Der Bürger habe aber ein Recht darauf, zu verstehen, was er liest - vor allem was die Sicherheit angehe, etwa bei Gebrauchsanweisungen. Da kann sich die CDU auch eine Gesetzesinitiative vorstellen.
Man schützt und umhegt den armen Bürger, der allseits von finsteren Mächten attackiert wird. Individuelle Entscheidungsfreiheit? Privatsphäre? Föderalismus? Subsidiarität? Papperlapapp: Hauptsache, die Regelungswut setzt sich universell durch.
Verfasst von Rayson um 11:41 Uhr in der Kategorie Politik, Presse / SPON- und taz-Blog, Sprache (Trackback)