Der Föderalismus und seine Freunde

Selten genug passiert es, da muss ich doch gleich mal darauf hinweisen:

Was Christian Semler hier in der taz zum Thema Föderalismus und konkret zu Angriffen auf diesen mit dem Ziel des Nichtraucherschutzes schreibt, ist höchst vernünftig.

Während man in der (ehemals wohl doch auch liberal zu bezeichnenden) WELT aus Angst vor dem grässlichen Flickenteppich der Selbstbestimmung vergisst, was Föderalismus eigentlich bedeutet.

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13 Kommentare zu “Der Föderalismus und seine Freunde”

  1. 24.03.2007 | 18:23

    Die “Welt” liberal? Das Gerücht habe ich eigentlich nie geglaubt…

  2. 24.03.2007 | 18:24

    Aber davon mal abgesehen: Prima Kommentar von Semler. Der Mann hat mir aus der Seele gesprochen, voll und ganz.

  3. 25.03.2007 | 17:10

    In der heutigen “Sonntag Aktuell” durfte ich im Zusammenhang mit den Feiern zum 50-jährigen Jubiläum der römischen Verträge lesen, wie der pöse deutsche Föderalismus den europäischen Einigungsprozess behindere, auch mit dem Hinweis auf die Ausnahmeregelungen beim “Nichtraucherschutz”. Demnach gehen wir den anderen EU-Mitgliedsstaaten mit unserer “Kleinstaaterei” auf den Senkel - deutschen Journalisten ist offenbar kein noch so an den Haaren herbeigezogenes Argument zu schade um den Zentralstaat, am besten noch EU-weit zu fordern.

  4. 26.03.2007 | 12:27

    Die “Welt” würde ich nun als eindeutig
    rechtskonservativ einordnen. Liberale
    deutschsprachige Presse, das ist Zeit, süddeutsche,
    Neue Zürcher, vielleicht noch Cicero.

  5. 26.03.2007 | 12:36

    Gibt es auch “linkskonservativ”? Die meiste Zeit, die ich sie als Trittbrettfahrer des Abos meines Vaters verfolgen konnte, war die “Welt” aus meiner Sicht schlicht konservativ.

    Obwohl es da mal eine liberale Phase gegeben hat. Muss so vor über 20 Jahren gewesen sein. Ich erinnere mich noch dunkel, dass damals schließlich der Verlag wieder mal durchgriff, der Chefredakteur ging und die Redaktion auf Linie gebracht wurde.

  6. 26.03.2007 | 12:40

    @che

    Ich habe irgendwo gelesen, dass bis zum Weggang des letzten Chefredakteurs durchaus auch Platz für Liberales in der WELT gewesen sei.
    Dass sich das Blatt inzwischen als reines Unionsbejubel-Medium versteht, kann ich angesichts täglicher Lektüre in der WELT KOMPAKT allerdings bestätigen.
    Das “rechts” in “konservativ” wüsste ich inhaltlich allerdings nicht zu orten. Die sind genauso staats- und interventionsgläubig wie das, was man hierzulande als “links” bezeichnet. Aber das führte sicher in eine grundlegendere, andere Diskussion.

  7. 26.03.2007 | 12:42

    Die ZEIT hatte ich ein paar Jahre im Abo. Bis mich zu dümmliches antikapitalistisches Agitprop in die Kündigung trieb.

  8. 26.03.2007 | 13:06

    Rechtskonservativ im Sinne einer besonders straight
    staatstragenden Doktrin, das berühmte Springer-
    Redaktionsstatut. In der Vergangenheit bedeutete
    konservativ im Hause Springer immer auch in hohem
    Maße pro NATO und pro Bundeswehr bis hin zu einer
    positiven Aneignung militärischer Traditionen
    aus Preußen und durchaus auch der Wehrmacht (die
    US-Truppen im Golfkrieg von 1991 als
    neuen Rommel feiern usw.)-

  9. 26.03.2007 | 13:12

    @che

    Das könnte ich als Definition nachvollziehen. Auch, wenn mir das auf die aktuelle Linie der WELT nicht mehr ganz zu passen scheint.

  10. 26.03.2007 | 13:49

    Nein, ganz passt das nicht mehr, war aber vorher
    fast drei Jahrzehnte am Stück so, dann gab es eine
    liberalere Phase, jetzt scheint man sich eher
    wieder zu einem 100%-Unionsblatt zu mausern…
    Bei Springer bin ich mißtrauisch und fürchte, am
    Schluss kehrt man zur alten Linie zurück.

  11. R.A.
    26.03.2007 | 13:54

    @che:
    > Liberale
    > deutschsprachige
    > Presse, das ist Zeit,
    > süddeutsche,
    Aber nun wirklich nicht!

    Die Zeit und noch mehr die SZ sind lupenrein SPD-Zeitungen, selbst die SPD-eigene FR ist da kritischer.

    Die Welt hatte mal eine liberale Phase, ist aber leider wieder deutlich auf Linie.

    Wobei es dort immer noch möglich ist, zu einzelnen Themen pointiert liberale Positionen zu lesen, die nirgendwo sonst in deutschen Medien eine Chance bekommen.

  12. 26.03.2007 | 13:55

    Furcht verspüre ich gegenüber dem Springer-Journalismus nicht.
    Dazu hecheln die zu offensichtlich dem geglaubten Meinungsmainstream hinterher und tun als Eigenbeitrag nur ein paar Jubelarien auf Angela und ihre rückratlose Truppe dazu.

  13. der_gute_don
    26.03.2007 | 19:00

    Und dann ist da noch die EU. Die verlangt zwar ein noch strikteres Rauchverbot in Deutschland, subventioniert aber gleichzeitig den Tabakanbau weiter mit jährlich rund einer Milliarde Euro.

    Auch prima: Deutschlands Wirken in Brüssel punkto Zigarettenwerbung.

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