28. März 2007
SPON, WON - alles eine miefige Soße
Mich interessieren die CSU-Querelen um die vermeintliche “Königsmörderin” Pauli eigentlich nicht. Mich interessiert auch nicht, ob diese Frau in ihrer Partei aus welchen Gründen fertig gemacht werden soll oder nicht. Ich gerate weder in Gefahr, die CSU auf meinem Wahlzettel vorzufinden noch sehe ich, dass meine politische Ansichten mit der Bayernpartei irgendetwas zu tun haben könnten.
Was mich aber aufregt ist, mit welcher Vehemenz WELT ONLINE dem inzwischen bekannt boulevardesken und immer seltener ernst zu nehmenden SPON den Titel als peinlichstes Boulevardblatt mit halbwegs intellektuellem Anstrich abzulaufen versucht.
Die heutige Anti-Pauli-Kampagne (oder was soll das sonst sein) kommt in einer solch geistigen Dürftigkeit und muffigen Spießigkeit daher, dass sich mir vor Widerwillen die Fingernägel aufrollen.
Man kann ja, je nach Geschmack, noch darüber streiten, ob man die Ansicht des offensichtlich noch pubertierenden WON-Schreibers Franz Solms-Laubach teilt, dass die in seinem Artikel abgebildeten Pauli-Bilder “heiß” wären.
Man sollte mangels Niveaumangel schon weniger darüber streiten können, ob es eine journalistische Glanzleistung ist, zu diesen Bildern eine Domina zu befragen und deren Aussagen so zu interpretieren, wie es Solms-Laubach tut.
Was aber meines Erachtens ganz unstrittig sein sollte, ist die Peinlichkeit, derartig miefigen-spießigen Dreck in einer führenden deutschen Tageszeitung lesen zu müssen. Zumindest dann, wenn sie bislang solchen Dreck immer der Schwesterzeitung überlassen hat.
Verfasst von Boche um 14:00 Uhr in der Kategorie Presse / SPON- und taz-Blog (Trackback)