29. März 2007
Don Quijote, Sancho Panza und Kalle Marx
Thomas hat einen netten Beitrag über die Unterschiede zwischen Libertären und Liberalen verfasst, den ich recht treffend finde: Libertäre Don Quijotes treffen da auf liberale Sancho Panzas.
Aber auch wenn manche Libertäre in ihrer Radikalität und ihrer, sagen wir mal, recht engen Fokussierung an Verhaltensmuster und Vorstellungen erinnern mögen, die man auch bei Marxisten antreffen kann, möchte ich ihm in diesem Vergleich nicht ganz folgen. Denn Libertäre streben im Gegensatz zu Marxisten keine zielgerichtete Umgestaltung der Gesellschaft an oder gar einen idealen Menschen. Im Gegenteil: Libertäre halten das Recht für jedermann hoch, nicht mitmachen zu müssen. Das sind entscheidende Unterschiede z.B. im Hinblick auf die Legitimierung von Gewalt. Genau aus diesem Grund ist ein Konstrukt wie die “Diktatur des Proletariats” libertärem Denken wesensfremd. Dass ich “nicht ganz” sagen musste, liegt leider an Ausgrenzungsfantasien und Feindbildern eines Hoppe und seiner Anhänger.
Für Libertäre muss der Mensch auch nicht, wie Thomas meint, vernünftig im Sinne eines Kant sein (noch dazu als Soll-Vorstellung) - wieder im Gegenteil: Welche Ideale, welche Vorstellungen von Moral und Ethik ein Mensch hat, all das ist dem Libertären im Grunde egal. Das einzige, was er beim Einzelnen wirklich voraussetzen muss, ist der Wille zur Freiheit. Da geht es dann wirklich los mit dem Don Quijote.
Verfasst von Rayson um 15:08 Uhr in der Kategorie Blogosphäre, Grundsatzfragen, Politik (Trackback)