Ernst Thälmann - Sohn seiner Klasse

So hieß der Propagandaschinken, der zu meinen Schulzeiten einmal als Pflichtprogramm lief. Alle mussten wir ins Kino und uns das kommunistische Märchen ansehen, das erzählte, wie lieb und gut und aufopfernd der Kommunist Thälmann für die Arbeiter kämpfte.
Die meisten von uns, das kann ich versichern, langweilten sich oder sahen den Film, wie sie einen Abenteuerfilm vom Schlage “Die drei Musketiere” gesehen hätten - die Ideologie nahm kaum jemand ernst.

Heute laufen die Kinder wieder organisiert ins Kino, um Propaganda zu schauen. Heute sind es keine Kommunisten sondern Christdemokraten (aber es hätten auch Grüne, Sozial- oder - so ist zu befürchten - Freidemokraten sein können), die solche Volksverdummung organisieren.
Heute wird der Film Al Gores gezeigt, das Märchen vom Weltuntergang und den guten, sich aufopfernden Klimaschützern.
Ich befürchte: Heute glauben die Kinder den unwissenschaftlichen Mist, der ihnen vorgesetzt wird. Die Propaganda ist schlauer geworden, die Ideologie gefährlicher. Sie versetzt halb Europa in einen Zustand “gesellschaftlicher Dummheit”.

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Auf das großartige Interview in der Weltwoche mit dem MIT-Wissenschaftler Richard S. Lindzen bin ich bei Luclog aufmerksam geworden.

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22 Kommentare zu “Ernst Thälmann - Sohn seiner Klasse”

  1. 30.03.2007 | 11:43

    “Die Propaganda ist schlauer geworden, die Ideologie gefährlicher.” - Der Kommunismus hat ca. 100 Mio. Menschen das Leben gekostet, Herr Boche, Sie wollen bestimmt noch einmal intensiver über ihren Text nachdenken, oder nicht?

  2. 30.03.2007 | 12:32

    Herr Klaus, vielleicht wollen Sie meinen Text ja auch noch einmal genauer lesen?
    Dort habe ich darauf hingewiesen, dass uns Schülern die Ideologie nicht mehr glaubwürdig zu vermitteln war. Im Vergleich zur Weltuntergangsideologie heute.
    ich denke, dass kann man dies als unterschiedliche Gefährlichkeit in dieser Hinsicht betrachten kann, ohne auf die Millionen Opfer der kommunistischen Ideologie verweisen zu müssen.

  3. 30.03.2007 | 12:43

    Der Film wurde im übrigen in Bonner Kinos für Schulklassen schon sehr kurz nach dem Filmstart gezeigt. Kollektiver Besuch finanziert durch die bekannte Bonner Firma Solarworld, die ja nicht zuletzt wegen ihres urigen grünen Chefs und faszinierenden Börsenwerten auch bundesweit bekannt sein dürfte.

    Ich weiß nicht so recht, ob das mit Public-Private-Partnership gemeint war? Sonst sind Schulen doch auch so zurückhaltend, wenn Fremde/Dritte/Firmen in den Unterricht einbezogen werden sollen oder auch nur nachmittags Zusatzangebote in Schulräumen anbieten wollen.

  4. R.A.
    30.03.2007 | 13:02

    @Boche:
    Du hast recht, die Propaganda ist schlauer geworden.
    Aber das mit “die Ideologie ist gefährlicher geworden” (und das meinte Klaus m. E.) halte ich auch für einen Formulierungsfehler.

    Die Klimahysteriker sind nun wirklich nicht so gefährlich wie die Kommunisten.

    Ansonsten hast Du natürlich völlig recht - es ist ein Skandal, daß so ein Agitprop in staatlichen Schulen verordnet wird.

    Ich hoffe mal sehr, daß die Hessen-CDU nicht so abgedreht ist wie die in Hamburg - ansonsten fange ich einen Rechtsstreit an.
    Nicht mit meinen Kindern!

  5. 30.03.2007 | 13:04

    “Dort habe ich darauf hingewiesen, dass uns Schülern die Ideologie nicht mehr glaubwürdig zu vermitteln war.” - wenn das nicht zynisch ist, nicht mehr, also nach 100 Mio. Toten. Ich bin mir sicher, dass 2050 die Menschen nur noch ein müdes Lächeln für solche Klimawandel-”Propaganda” übrig haben, aber hinterher ist man immer schlauer. Davon abgesehen erschließt sich mir nicht warum die Propaganda nun schlauer sein soll und die Ideologie gefährlicher.

  6. 30.03.2007 | 13:10

    @Klaus

    Ich gebe mich geschlagen. Der Satz wäre mit “Die Propaganda ist schlauer geworden.” besser und unmissverständlicher gewesen.

    Dass man es zynisch nennen kann, dass zu lange an eine Ideologie geglaubt wurde, die bereits so viele Menschen auf dem Gewissen hatte - unbestritten. Es war halt eine zynische, menschenverachtende Ideologie.

  7. 30.03.2007 | 13:12

    Ich bin mir sicher, dass 2050 die Menschen nur noch ein müdes Lächeln für solche Klimawandel-”Propaganda” übrig haben…

    Ich rechne schon eher damit. Bis dahin könnte aber schon einiges an Wohlstand und Ressourcen vernichtet worden sein, die man ja vielleicht für andere Probleme hätte einsetzen können.

  8. Spruance
    30.03.2007 | 17:06

    Ist schon klasse, Sohn einer solchen zu sein - oder führt das jetzt irgendwie in die Irre?

  9. Parker8
    30.03.2007 | 17:31

    Nicht mit meinen Kindern!
    Es dürfte schwierig sein, alle Curricula und alle schulischen Veranstaltungen mit den Präferenzen aller Eltern abzustimmen. Man denke allein an die bibeltreuen Kreationisten, von denen sicher viele nicht wollen, dass ihren Kindern Evolution und Genetik gelehrt wird.

  10. DDH
    30.03.2007 | 17:41

    @Boche: Ich gabe die gleichen déjà-vu-Erlebnisse, zumal ich selbst ein paar Kinder in Nachhilfe haben, die von dieser Indoktrination betroffen sind! Mit einem Wort: schauderhaft!

    Und es zeigt, wie dringlich die libertäre Agenda einer Entstaatlichung des Bildungssystems geworden ist!

  11. 30.03.2007 | 18:17

    @Parker8: Willkommen bei den Kritikern der Staatsschule! Du triffst den Nagel auf den Kopf ;-)

  12. R. A.
    30.03.2007 | 19:16

    @Parker8:
    > Es dürfte schwierig sein, alle Curricula und alle
    > schulischen Veranstaltungen mit den Präferenzen
    > aller Eltern abzustimmen.
    Das allgemeine Gebot der parteipolitischen Neutralität der Schule gilt immer noch, da ist vor Gericht viel möglich.

    (Und für den Notfall habe ich immer noch die Telephonnummer der zuständigen Ministerin …)

  13. dointime
    30.03.2007 | 19:42

    …und schon wieder die DDR-Keule!

  14. Parker8
    30.03.2007 | 19:59

    @R.A.

    Hier eine parteipolitische Beeinflussung feststellen zu lassen, wäre eine echte Herausforderung. Zugunsten welcher Partei, ist ja schon die Frage.

  15. 30.03.2007 | 20:07

    @dointime

    Es tut mir ja leid, dass dich diese Vergleiche so keulenartig zu treffen scheinen.
    Aber - lass mich raten: Du hast nicht in der DDR gelebt, stimmts?! Warum dann diese Empfindlichkeit?

    @R.A.

    Parteipolitische Beeinflussung würde ich das auch nicht nennen. Und so lange die Teilnahme freiwillig und die Schule staatlich ist, kann man wenig machen, befürchte ich. Außer, seine Kinder zu Hause über den Unterschied zwischen Vernunft und Propaganda aufzuklären.
    Das war auch in der (@dointime: täterätä!) DDR das beste Mittel.

  16. R. A.
    30.03.2007 | 20:37

    @Boche:
    Wenn die Teilnahme freiwillig ist, dann ist es ja noch halbwegs erträglich - ich hatte das als Pflichtveranstaltung verstanden.

    @dointime:
    Was soll denn DDR-Keule sein?

  17. 30.03.2007 | 20:49

    @R.A.

    Ich bin zugunsten der Organisatoren einfach mal davon ausgegangen, dass sie das nicht als Pflichtveranstaltung laufen lassen haben. Aber vielleicht täusche ich mich?

  18. DDH
    30.03.2007 | 21:40

    @R.A.

    @dointime:
    Was soll denn DDR-Keule sein?

    Das gleiche, was Neonazis halluzinieren, wenn sie “und schon wieder die Auschwitzkeule” stöhnen. Tja, ist halt scheiße, wenn man einer Ideologie anhängt, deren moralischen Unwert das 20. Jahrhundert erwiesen hat. Drum bin ich libertär - und damit im 21. Jahrhundert auf der sicheren Seite! :-D

  19. dointime
    2.04.2007 | 0:49

    Ich könnte Hinweise auf die DDR vertragen, wenn wir über Sozialismus diskutieren würden, nur hat Al Gores Film und die Tatsache, dass Schulklassen ihn sehen, damit aber auch gar nichts zu tun.

    Und nein Boche, ich hab nicht in der DDR gelebt, aber wenn alles, was du damit vergleichst, die DDR ausmachte, kann sie ja so schlimm nicht gewesen sein. Und bevor jemand auf falsche Gedanken kommt: Nein, ich trauere der DDR nicht nach.

  20. 2.04.2007 | 9:27

    @dointime

    “…hat … damit aber auch gar nichts zu tun.”

    Ich sehe gewisse Parallelen, die ich zu beschreiben versucht habe.

    “… wenn alles, was du damit vergleichst, die DDR ausmachte, kann sie ja so schlimm nicht gewesen sein.”

    Das Mittel des Vergleichens ist dir offensichtlich nicht so ganz geläufig, oder?
    Ich sag dir Bescheid, wenn meine Vergleiche die DDR-Wirklichkeit einmal komplett erfasst haben sollten.
    Übrigens: “Schlimm” ist ein relativer Begriff. Ich hatte eine schöne Kindheit und Jugend, trotz sozialistischer Diktatur. Kann sie also nicht so schlimm gewesen sein, stimmts?

  21. dointime
    2.04.2007 | 10:34

    “Das Mittel des Vergleichens ist dir offensichtlich nicht so ganz geläufig, oder?”

    Durchaus, bloß gibt es sinnvolle Vergleiche und welche, die weniger sinnvoll sind. Ich halte deine DDR-Vergleiche meist nicht für sinnvoll und bezweifle, dass sie deiner Argumentation dienlich sind.

  22. DDH
    3.04.2007 | 17:08

    aber wenn alles, was du damit vergleichst, die DDR ausmachte, kann sie ja so schlimm nicht gewesen sein.

    Na das ist mal ne Logik: Wenn wir der DDR immer ähnlicher werden, kann sie am Ende ja garnicht so schlimm gewesen sein.

    Genauso dämlich kürzlich die Entgegnungen auf Götz Aly in einer TV-Runde, als er zur Beschreibung der sozialkleptokratischen Herrschaftsgrundlagen des NS ausführte, daß vieles von dem, was damals funktionierte zur Eingliederung des Einzelnen auch heute noch seinen Dienst tue.

    Anstatt die punktuellen Übereinstimmungen der BRD-Herrschaftsordnung mit DDR und auch Drittem Reich als Exkulpation der totalitären Staatsformen mißzuverstehen, solltest Du lieber Angstschweißausbrüche und Zähneklappern ob der Konvergenzen bekommen. Es ENTlastet nicht das Regime gestern, wenn es dem heutigen gleicht, sondern es BElastet das Regime von heute!

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