2. April 2007
Kleinigkeiten
Wenn Zettel sich darüber aufregt, dass ein UN-Beamter Deutschlands Bildungssystem als Menschenrechtsproblem kritisiert, kann ich nur müde abwinken. Die UNO ist in Fragen der Menschenrechte doch nun wirklich keine ernst zu nehmende Instanz.
Einmal aus ganz grundsätzlicher Erwägung: Wenn auf der Geschworenenbank eines Gerichtes auch die Täter und ihre Kumpane Platz nehmen und demokratisch abstimmen dürfen, dann ist doch klar, dass die Urteile nur wenig Anspruch auf moralische Relevanz haben.
Und dann aus praktischer Erwägung - betrachtet man nämlich das Aushängeschild der UNO bei diesem Thema: den UN-Menschenrechtsrat.
Wie bereits erwähnt, stimmt die bisherige Arbeit dieser Organisation nicht gerade froh (außer natürlich, man vertritt russische oder chinesische Regierungsinteressen oder die irgendeines drittklassigen Diktators Afrikas oder der islamischen Welt).
Wie die NGO UN-Watch lesenswert dargelegt hat, schien die Planung dieser UN-Organisation vorzusehen, die nächsten Jahrzehnte erst einmal ein Land genauestens unter die Lupe zu nehmen. Bevor man sich um Kleinigkeiten kümmert.
Nun haben die Europäer offensichtlich hart durchgegriffen und mal ordentlich auf den Menschenrechtstisch gehauen. Der deutsche Außenminister Steinmeier feiert dies auch gebührend: Der Menschenrechtsrat hätte seine “Glaubwürdigkeit gestärkt”.
Was war geschehen? Eine Sensation! Der Menschenrechtsrat hat doch tatsächlich beschlossen, die kleine Sache mit den 400.000 Opfern auch mal zu untersuchen. Schuldige wurden noch nicht benannt (so leicht wie im Fall der Zionisten kann man bei anderen nun einmal kein Urteil fällen), aber jetzt wird erst einmal eine Kommission eingesetzt.
Das gefällt unserem Reisebürokraten Außenmeier und macht ihn ganz euphorisch (die grüne Opposition sieht das etwas anders).
Bis Juni werden die Zivilisten in Darfur eben noch aushalten müssen. Dann nämlich wird ihnen schnurstracks geholfen. Dann erstatten die Sonderberichterstatter Bericht. Vor den Kumpanen der Mörder und den anderen Stimmberechtigten.
Verfasst von Boche um 15:57 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, International, Politik (Trackback)