Kampf dem Wohltätigkeitsterror

Was bekommt jemand, der in Orlando (Florida) Essen an eine große Gruppe von Obdachlosen ausschenkt?

a) einen Orden
b) den Respekt seiner Mitbürger
c) einen Steuernachlass
d) er wird verhaftet und muss ein Bußgeld (”misdemeanor”) zahlen

Natürlich ist Antwort d) richtig. In Orlando handeln Wohlfahrtsorganisationen nämlich illegal, wenn sie innerhalb von zwei Meilen rund um das Rathaus ohne Erlaubnis Essen an mehr als 25 Personen verteilen. Jede Organisation erhält dazu pro Jahr maximal zwei Genehmigungen. Um diesem verbrecherischen Treiben, das den örtlichen Geschäftsleuten die Kundschaft vergraulen könnte, Einhalt zu gebieten, werden sogar verdeckte Ermittler eingesetzt.

Wenn etwas diesen Aufwand rechtfertigen könnte, dann höchstens, dass die armen Obdachlosen oft durch vegetarisches oder veganes Essen misshandelt werden…

(Mit Dank an “Der freie Markt“, wo noch etwas mehr dazu steht…)

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6 Kommentare zu “Kampf dem Wohltätigkeitsterror”

  1. 6.04.2007 | 17:48

    Da ist doch für einen bissigen Liberalen alles in Butter, denn soziale Wohltaten verringern ja den Anreiz Arbeit aufzunehmen und sind somit für die Armut verantwortlich. Die Amis machen also wieder mal alles richtig. Oder entdeckt der kaltherzige Neoliberale sein Gewissen zur Osterzeit?

  2. 6.04.2007 | 18:08

    Der Neroliberale denkt konsequenter: Niemand hat etwas davon, diese Leute verhungern zu lassen. Sie werden doch noch als industrielle Reservearmee gebraucht, um die Löhne der Arbeiter zu drücken.

  3. 6.04.2007 | 19:01

    Übrigens: Getränke schenkt man aus, Essen nicht. Und dieses ostentative “Neroliberale” gefällt mir auch nicht …

  4. 6.04.2007 | 20:38

    Falls es in Orlando einen »Neroliberalen« gäbe, würde er die Stadt niederbrennen lassen und dazu Verse vortragen ;-)

  5. Chinaski
    6.04.2007 | 20:40

    Das Hauptproblem scheint doch für die Orlando Stadtoberen mehr der Ort und weniger die Tätigkeit selbst zu sein. Für mich ist das durchaus nachvollziehbar, dass es ein Ladenbesitzer nicht für wünschenswert erachtet, wenn sich seine Kundschaft erst durch eine Schlange vor einer Gulaschkanone durchquetschen muss. Ich vermute, in Karlsruhe wären einige Ladenbesitzer auch nicht sehr begeistert, wenn man die Kaiserstraße in eine Freiluft-Suppenküche verwandeln würde. Es ist zwar respektlos seinen finanziell schlechter gestellten Mitbürgen gegenüber, dass diesen unter Ausschluss der Öffentlichkeit geholfen wird und damit die Problematik unter den Teppich gekehrt wird. Aber wie gesagt, ich kann da die Geschäftsleute durchaus verstehen.

    Und was bei dem freien Markt sonst noch so steht, ist ein ziemlicher Quatsch. Erstens sind die Armen in den USA vermutlich die reichsten Armen der Welt. Ausschließlich den US-Amerikanschen Staat für die Armut im eigenen Land verantwortlich zu machen ist einfach Blödsinn.
    Zweitens scheint der Freie Markt Autor herzlich wenig Ahnung vom Aufbau der USA zu haben. Von einem lokalen Gesetz auf die Armuts-Bekämpfungspolitik des ganzen Landes zu schließen ist nicht sehr sinnvoll.

  6. 6.04.2007 | 21:13

    Und dieses ostentative “Neroliberale” gefällt mir auch nicht …

    Sowas aber auch. Ich fürchte, da musst du durch.

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