Über Diskussionskultur

Auch ein Weg, sich von seinen Idealen zu verabschieden: Sie lauthals hinausschreien.

Den Dienstwagen der Despoten von morgen erkennt man leider nicht an Marke oder Lackierung. Es ist der Fahrstil, auf den zu achten ist.

Ad-Personam-Argumente sind die im Internet gebräuchlichste Form der Zustimmung in der Sache.

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23 Kommentare zu “Über Diskussionskultur”

  1. 16.04.2007 | 11:48

    Du lehnst das Angebot wohlmeinender Freiheitsfreunde also ab, öffentlich zu bekunden, dich (gemeinsam mit mir, so wird gesagt) “verrannt” zu haben?

    Das bedeutet vielleicht Exkommunikation.

  2. 16.04.2007 | 11:51

    Siehe oben ;-)

  3. 16.04.2007 | 11:52

    Ja.

  4. 16.04.2007 | 11:53

    Aber ganz ehrlich: Ich habe viel dazugelernt.

  5. 16.04.2007 | 11:59

    Ich auch.

    Aber zum Glück ist mir die Nachbarschaft nie so wichtig gewesen, dass ich allzu sehr enttäuscht werden könnte.

  6. 16.04.2007 | 13:24

    Hab ich was verpaßt? Was ist denn nun wieder los?

  7. 16.04.2007 | 13:34

    Einfach nur mal bei den Freunden der “offenen Gesellschaft” vorbeischauen, die dankenswerterweise klargestellt haben, was sie darunter verstehen.

  8. spruance
    16.04.2007 | 14:44

    Ja, bei denen ist jüngst irgendeine Sicherung durchgeknallt, scheint mir.

  9. 16.04.2007 | 15:19

    Es ist nachvollziehbar, dass diese Affäre polarisiert. Es ist nicht nachvollziehbar, wenn sich benachbarte Blogger deshalb gegenseitig persönlich angreifen (»Argumentum ad personam« ist ja in dieser Sache schon fast zu vornehm ausgedrückt). Ich bin für eine Denkpause, in der man sich mal die Gemeinsamkeiten und die Differenzen notieren sollte …

  10. 16.04.2007 | 16:44

    Klare Überreaktion auf Seiten der jungen FDOG-Generation, würde ich sagen. Ich denke, DF hat schon ganz gut reagiert, als der diesen Thread dicht gemacht hat, denn der führt zu nix mehr.

    Dieser wieder anschwellende Trend zum hemmungslosen Wegbeißen auch nur leicht abweichender Positionen geht mir auf die Nerven. Wozu hat man denn eigentlich ein Blog mit Kommentarfunktion, wenn nicht zur Diskussion unterschiedlicher Positionen?

  11. 16.04.2007 | 16:46

    Keine Ahnung, welcher FdoG-Autor irgendwo was weggebissen hat.

  12. 16.04.2007 | 16:49

    Vielleicht sollten wir das mal direkt und unter uns klären?

  13. 16.04.2007 | 17:05

    Ich habe von meiner Seite nichts zu klären, da ich Dich nicht persönlich angegriffen habe. Es sei denn, Du betrachtest meine Einschätzung, Du habest Dich in der Sache verrannt, bereits als argumentum ad hominem.

  14. 16.04.2007 | 17:10

    Nein, du von deiner Seite nicht. Ich kann mit solchen Einschätzungen sehr gut leben. Aber verkürzte Zitate und das Einschwenken auf von Trollen (müss jeder Blogbetreiber selbst wissen, welches Klima er in seiner Kommentarsektion haben möchte) verbreiteten Lügengeschichten, das darf man dann doch mal für reichlich unter aller Kanone finden.

  15. 16.04.2007 | 17:16

    @Ingo: aber vielleicht schaut Ihr Euch bei FdoG mal an, was sonst noch alles in dem inzwischen geschlossenen Thread zu lesen ist. Man kann Trollen eine Spielwiese bieten, man muss es aber nicht …

  16. R.A.
    16.04.2007 | 17:46

    Ah, jetzt habe ich endlich die fragliche Diskussion gefunden.

    Der Troll ist dort das eine Problem.

    Die Faktenlage das andere.

    Die Dissonanzen begannen ja an einem Punkt, als bei der FdoG noch die Hochhuth-Lüge von Gröger im Kriegsgefangenen-Lager als Fakt genommen wurde.
    Wenn man davon ausgeht, können einen diverse “Mäkeleien” schon stören …

    Wenn man diese und ähnliche Fragen erst klärt (d.h. vor allem Konsens findet, wo Gillessen bei den Fakten recht hat und wo nicht), dann wird man bei der Bewertung vielleicht gar nicht mehr so weit auseinanderliegen - wenn überhaupt.

  17. 16.04.2007 | 17:58

    Noch mal zur Diskussionskultur: ich habe keinen Zweifel daran, dass man mit vielen Leuten über Fakten reden kann und ich bin überzeugt, dass man fremde Ansichten zu Filbinger tolerieren kann. Mit den meisten Leuten kann man reden und man kann sich mit ihnen darüber einig werden, dass man bestimmte Differenzen hat.

    Mit beleidigenden Trollen kann man das nicht. Deshalb sollten — bei allem Respekt vor der Meinungsfreiheit — auch in liberalen Blogs Grenzen gesetzt werden.

    Ob Hochhuth diese Information mit Absicht und wider besseres Wissen verbreitet hat, ist mir nicht bekannt. Weiß jemand, ob er sich je davon distanziert hat?

  18. R. A.
    16.04.2007 | 18:51

    @stefanolix:
    > Noch mal zur Diskussionskultur: ich habe keinen Zweifel
    > daran, dass man mit vielen Leuten über Fakten reden kann
    Wenn allen Beteiligten bewußt ist, daß bei den Fakten noch Redebedarf hat …

    > Ob Hochhuth diese Information mit Absicht und wider
    > besseres Wissen verbreitet hat, ist mir nicht bekannt.
    Ich halte es eigentlich für ausgeschlossen, daß Hochhuth solche wesentlichen Fakten vergessen haben kann.

    > Weiß jemand, ob er sich je davon distanziert hat?
    Die SZ hat (lt. Wikipedia) nur verlauten lassen, er wäre seit dem Interview nicht mehr erreichbar.

    Was für mich überhaupt kein Grund sein kann, deswegen das publizierte Interview wieder von der Website zu nehmen.
    Hochhuth kann nachträglich erklären, widerrufen, bestätigen, was auch immer - aber seine Aussagen nicht mehr aus der Welt schaffen. Immerhin hatte er da auch durchaus justiziable Beleidigungen Richtung Oettinger mit drin.

  19. 16.04.2007 | 22:18

    Schon in diesem Interview kommt mir Herr Hochhuth ziemlich alt vor. Er ist inzwischen 76 Jahre alt und das ist ein Alter, in dem man schon mal etwas durcheinander bringen kann. Das Sendungsbewusstsein wächst und das Faktengedächtnis lässt nach [ja, ich bin mir bewusst, dass mein Gedächtnis eines Tages wahrscheinlich auch nachlassen wird]. Wirkliche Absicht würde ich Hochhuth hier nicht unterstellen und die Fakten wurden ja inzwischen auf andere Weise richtiggestellt.

  20. 16.04.2007 | 23:23

    @stefanolix

    Bliebe halt noch die Geschichte zu klären, dass Hochhuth die damalige Kampagne mit Hilfe der Stasi losgetreten hat. Das soll - so habe ich gelesen - in den Akten der Gauck-Behörde offenbar geworden sein.
    Wenn das stimmt und wenn Hochhuth diese Rolle bewusst gespielt hat, dann würde ich ihm heute auch eine Lüge zutrauen, um von sich auf sein damaliges Opfer abzulenken.
    Aber gut, das ist derweil nur Spekulation.

  21. 17.04.2007 | 5:49

    Aber so dämlich kann doch niemand sein. Es hätte ihm schon beim Planen dieses Interviews klar sein müssen, dass eine solche Unwahrheit entdeckt werden muss. Ich vermute, dass die Aussage im Interview auf Altersstarrsinn und/oder Gedächtnisprobleme zurückzuführen ist.

    Die Stasi-Kampagne in der Zeit des kalten Krieges steht natürlich auf einem anderen Blatt.

  22. 17.04.2007 | 9:17

    @stefanolix

    Es hätte ihm schon beim Planen dieses Interviews klar sein müssen, dass eine solche Unwahrheit entdeckt werden muss.

    Aber vielleicht ist es egal, dass diese Unwahrheit entdeckt wird? Weil es reicht, wenn man erst einmal etwas massenmedial verbreitet hat. Die Richtigstellung interessiert dann nur noch eine Minderheit.
    Das ist doch mit angeblichen israelischen Kriegsverbrechen auch immer wieder so. Da sterben laut amnesty international und deutscher Presse erst angeblich Tausende in Djenin, dass es nur 52 waren und davon fast ausschließlich Militante - das interessiert nicht mehr, wenn es heraus kommt.

    Aber gut, das wäre die schlimmste Interpretationsmöglichkeit. Erinnerungsprobleme des Alters mögen wahrscheinlicher sein.

  23. R.A.
    17.04.2007 | 12:44

    @stefanolix:
    Das Neue bei Hochhuths Interview war eigentlich nur die merkwürdigen Details, die er da erfunden hat, von wegen der von den Engländern ausgeliehenen Gewehre oder so.
    Da kann man sich schon fragen, ob dieser offensichtliche Unsinn Folge von Altersdemenz ist.

    Ansonsten aber folgt Hochhuth genau der perfiden Strategie, die damals auch in der Kampagne verwendet wurde: Die Vermischung der verschiedenen Fälle, um dann den Eindruck des blutgierigen Nazi-Mörders zu erzeugen.

    Es ging ja um drei Sachen:
    Echte Hinrichtung von Gröger (Filbinger aber nur ganz vor Schluß und weisungsgebunden tätig).
    Todesurteile des Richters Filbinger (aber völlig wirkungslos, weil die längst in Sicherheit waren).
    Justizausübung NACH Ende von Krieg und Nazi-Diktatur (aber eben in einem nebensächlichen Fall).

    Die Fälle für sich genommen sind mäßig Skandal-geeignet, obwohl man bei strenger moralischer Sichtweise den ersten Fall natürlich kritisch sehen kann, aber das wäre nicht mehrheitsfähig.

    Durchgesetzt hat sich in großer Empörung die Sicht, die Hochhuth explizit im Interview wiederholt und die von den meisten Journalisten geglaubt wird: Filbinger als Fanatiker, der selbst nach Ende Hitlers noch Leute hinrichten läßt.

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