17. April 2007
Selbsterhöhung
Nabelbeschau ist nicht mein Ding. Aber hey, wir bloggen, und warum sollten wir nicht mal so tun, als sei das von Bedeutung.
Es gibt Blogs, die befassen sich selbstreferenziell den ganzen Tag lang mit Blogs. Das sind die wichtigen. Dann gibt es Blogs, die nur vom Alltag ihres Verfassers bzw. ihrer Verfasserin künden. Ist der Alltag interessant, reicht es auch zum Wichtigsein. Ist er das nicht oder bereits von einem Vorgänger bloggend festgehalten, dürfte die Reichweite überschaubar bleiben. That’s Showbusiness, müsste man hier sagen. Das Schnelle und Originelle ist gefragter als das Tiefgründige und Reflektierende. Und was schnell und originell ist, bekommt man ab einem bestimmten Punkt der Massenmediasierung gesagt und muss sich selbst nicht mehr darum kümmern. So weit so, so trivial.
Der gemeinsame Feind, die “alten Medien”, taugt auch nur als solcher, ist er doch selbst vielleicht mehr im Wandel begriffen als mancher Blogger das für sich akzeptieren könnte. Und die Aufregung über Blogwerbung ist nichts weiter als der Wunsch nach einem Blogger-Zölibat. Es bedarf keiner großen Fantasie, diesem ohne eine mächtige Überwachungsorganisation, wie die römische Kirche heute eine noch ist, eine sehr übersichtliche Zukunft vorherzusagen.
Mir ist das alles kürbisegal. Wer werben will, soll werben. Wer Nabelbeschau großartig findet, soll sie weiter betreiben. Und wer Kirchenregeln aufstellt, soll weiter aufstellen. Was tatsächlich in dem Zoo da draußen passieren wird, weiß kein Mensch. Und es geht auch keinen an.
Und wer den Anlass für diese unreifen Gedanken sucht, findet ihn bei faz.net.
Verfasst von Rayson um 23:57 Uhr in der Kategorie In eigener Sache (Trackback)