25. April 2007
Lektion
Wir müssen dem Aufsichtsrat von Siemens dankbar sein. Und zwar für einige Klarstellungen.
Die erste betrifft die Managerentgelte. Derselbe Mann, den man kürzlich wegen der angeblichen Konkurrenz um Topmanager nur noch mit einer 30%igen Entgelterhöhung glaubte halten zu können, ist von heute auf morgen plötzlich ersetzbar geworden.
Die zweite betrifft die Managerauswahl. Die angebliche internationale Konkurrenz findet nicht statt, es geht nur um persönliche Favoriten. Kleinfeld war von Pierers “Ziehsohn” und nach dessen Abgang plötzlich kein guter Manager mehr. Jetzt haben andere das Sagen. Vielleicht fragt irgendwann mal jemand den Schweizer Gastarbeiter bei der Deutschen Bank, was er unter Konkurrenz versteht, wenn er gleichzeitig meint, den besten Kandidaten bereits vor Abgang des Amtsinhabers gekannt zu haben.
Und die dritte die angebliche “Shareholder Value”-Ideologie: Die gab es vielleicht bei der Deutschen Börse. Oder jetzt bei ABN Amro. Nicht überall ist ihr Sinn abzusprechen. Aber was da bei Siemens passiert, das ist “Deutschland AG” reloaded. Inklusive Gewerkschaftsbeteiligung. Die Interessen der Aktionäre waren den Akteuren kürbisegal. Ich wünsche den Herren Cromme und Ackermann mit vollem Herzen einen Christopher Hohn an den Hals.
Verfasst von Rayson um 22:57 Uhr in der Kategorie Wirtschaft (Trackback)