Na, dann hoffen wir mal…

…dass bei der nächsten Wahl keine schwarz-gelbe Regierung herauskommt, in der Westerwelle Außenminister wird.

Sonst können wir uns schon einmal darauf einstellen, dass die deutsche Außenpolitik an machtpolitischen Spielchen des russischen Potentaten Putin ausgerichtet wird.

Wenn ich mal davon ausgehe, dass in nächster Zeit nicht wieder ein von Moskau gut bezahlter Aufsichtsratsposten frei wird, auf den sich der Liberale hier nach Schröderschem Vorbild zu bewerben versucht, stellt sich mir eine Frage:
Ist es Dummheit oder Populismus, was Westerwelle zu dieser absurden Demutsgeste gegenüber Putin antreibt?

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19 Kommentare zu “Na, dann hoffen wir mal…”

  1. R.A.
    27.04.2007 | 16:02

    Allmählich wirds wirklich ärgerlich mit Guido.
    Ist ja nicht das erste Mal, daß er außenpolitischen Populistenquatsch bringt.

    Da fehlt der FDP wirklich Gerhardt.

  2. 27.04.2007 | 16:03

    Wenn Du mich fragst: beides. ;)
    Westerwelle ist IMO der klassische Typ des opportunistischen Karrieremenschen. Damals, als die doch eher bräsig-brave Ära Kohl gerade zuendegegangen war,
    profilierte er sich (und mit ihm die FDP) gegenüber der (vermeindlichen) politische Langeweile als leicht größenwahnsinniger, jedenfalls betont frecher Spaßpolitiker. Heute weht der politische Wind auch einer anderen Richtung: die große Koalition ist längst nicht so “amerikakritisch” wie die Regierung Schröder, und gerade Frau Merkel traut Putins “neuem Russland” nicht von 12 bis Mittag. Für jemanden, der so oberflächlich ist wie der einstige Polit-Popper Guido W. ist das die Chance, sich zu profilieren - etwa nach dem Prinzip: “Wenn der Joschka damals mit solchen Sprüchen populär war, warum ich dann nicht?”

  3. 27.04.2007 | 16:34

    Auf den ersten Blick: unglaublich.

    Auf den zweiten Blick: Was hat er eigentlich gesagt? Eher wenig bis nichts. Gut, er hat ein Zitat von Rice zum falschen Adressaten umgebogen, um es dann um so vehementer zurückzuweisen. Das ist dann die gefühlte Richtung (gegen die USA) für den Rest des Textes. Aber dann sind es doch nur Selbstverständlichkeiten: Natürlich müssen die Europäer darauf dringen, dass ihre Interessen bei sowas berücksichtigt werden. Ich wette, das tun die auch, ohne dass Guido es fordert. Die Frage ist aber, was die Interessen der Europäer in diesem Fall sind. Den russischen Bären nicht zu reizen, ist das eine. Aber etwas mehr Sicherheit gegen Atomraketen von durchgeknallten Diktatoren ist auch nicht zu verachten. Und einem Verbündeten einen Gefallen zu tun, man wagt es ja kaum noch zu sagen, wäre auch so übel nicht.

  4. 27.04.2007 | 16:34

    Als gestern die FDP-PM mit dem Titel “Westerwelle: Merkel muss neue Eiszeit mit Russland verhindern” durch meinen Ticker lief, schmunzelte ich zunächst. Oppositionspolitik, Umweltpolitik und Außenpolitik in einem Satz. Da war wieder jemand ganz kreativ. Einen Beitrag gerade auch zum Inhalt der PM habe ich mir dennoch verkniffen und mich lieber in bilateralen Gesprächen in Stammtischlaune am Abend dazu ausgelassen. Ich habe vor, es auch nicht weiter zu kommentieren. Vermutlich wird er dafür wieder in der Presse von den Experten dafür zunächst abgestraft in den nächsten Tagen und wie bei seiner Haltung im Libanon-Einsatz letzten Sommer in etwa zwei Wochen von der Presse wieder wegen eines vermeintlich bestätigenden Vorfalles gefeiert werden.

    Liberale Außenpolitik müsste gerade jetzt an einer Schwächung Putins interessiert sein, damit die verbliebene und hoffentlich wieder aufkeimende Opposition in Rußland eine Chance hat.

  5. 27.04.2007 | 18:03

    Ich kann in der Meldung keinen Populismus Westerwelles erkennen.

  6. Ottokar
    27.04.2007 | 19:24

    Wieso wundert Ihr Euch? Er ist so Moskau-hörig wie sein Ziehgroßvater “IM Tulpe” und Ex-FDP-Vordenker William Borm!

  7. der_gute_don
    27.04.2007 | 19:55

    also bitte fair bleiben, Russlands Position öffentlich als “lächerlich” zu bezeichnen ist nicht gerade ein Paradebeispiel von Außenpolitik, absolut unsachlich, der Sache nicht zweckdienlich und eine reine Konfrontation. Sind Konfrontation oder GEspräche das “europäische Ziel”?

  8. 27.04.2007 | 20:19

    @don

    Nun, erstens betreibe ich keine Außenpolitik und muss bei den Formulierungen deshalb nicht ganz so diplomatisch sein.

    Und zweitens ist die russische Position natürlich nicht lächerlich sondern verlogen. Lächerlich ist, die verlogenen Argumente ernst zu nehmen.

  9. 27.04.2007 | 20:22

    Don meint das, was im verlinkten Artikel als Position der amerikanischen Regierung angegeben wird.

  10. 27.04.2007 | 20:28

    @David

    Kann eigentlich nicht sein. Denn dort wird die europäische Sorge als lächerlich bezeichnet.

  11. 27.04.2007 | 20:29

    Allerdings habe ich ja die russische Position auch garn nicht als lächerlich bezeichnet… mmmh, rätselhaft… was meint er denn, der gute don?

  12. 27.04.2007 | 20:33

    “Denn dort wird die europäische Sorge als lächerlich bezeichnet.”

    Oh, richtig. Hatte es nur nochmal ganz kurz überflogen und das nicht richtig gesehen. Ich schäme mich dafür. Ein bißchen. Ein kleines. Ganz klein.

  13. 27.04.2007 | 21:28

    Mehr tut ja auch nicht Not. Den Rest übernimmt bestimmt der don.

  14. 28.04.2007 | 0:15

    @Boche, David, don

    Das meinte ich mit “Umbiegen einer Formulierung”. Rice meinte Russlands Haltung, Guido deutet das auf die der Europäer um. Kein Wunder, dass Verwirrung zurückbleibt.

  15. 28.04.2007 | 8:41

    @Rayson, Boche

    “Russlands Haltung”
    “russische Position”
    “die der Europäer”
    “verlogen”
    “gegen die USA”
    “Europäer und ihre Interessen”
    und, auf Platz 1:
    “der russische Bär”

    Merkt Ihr eigentlich noch, wovon Ihr redet?
    (Nicht dass man Euch dereinst anklagen wird wegen etatistisch-kollektivistischer Verstrickungen ;-))

    *kopfschüttel*

  16. der_gute_don
    28.04.2007 | 9:52

    Nun, erstens betreibe ich keine Außenpolitik und muss bei den Formulierungen deshalb nicht ganz so diplomatisch sein.

    absolut korrekt, mir ist nur nicht klar, wo sich Populismus oder Dummheit in Westerwelles Aussagen verbergen. Der amerikanische Wünsch nach dem Raketenschild bedeuetet eine Verschiebung des Kräftegleichgewichte und egal ob Russlands Position verlogen, oder innenpolitisch populistisch oder sonstwie orientiert ist, das ist vollkommen irrelevant. Sorgen anderer Nationen -egal ob russische (Ursprungszitat?) oder europäische- als lächerlich zu bezeichnen zeugt offensichtlich von mangelnden politischen Fingerspitzengefühl und wird die Situation in KEINEM Fall entspannen.

  17. Tumnus
    28.04.2007 | 12:03

    Richtung Moskau kriechen und dabei kräftig nach hinten gen Washington auskeilen - das ist genau das, was der gemeine deutsche schröder/fischer/moore - geschulte Unterschichtwähler hören will und somit prompt geliefert bekommt.
    Deutschland braucht die Politiker, die es verdient, nicht mehr zu kriegen - es hat sie längst.

  18. 28.04.2007 | 13:34

    @Bodo Wünsch

    Ich verstehe dein Problem nicht. Vorausgesetzt, wir erkennen an, dass es Staaten gibt, die für die äußere Sicherheit ihrer Bewohner verantwortlich sind (und wir hier tun das), dann ist es durchaus üblich, mit Begriffen wie “Deutschland”, “Russland” oder auch “die Europäer” (für die Gesamtheit der europäischen Staaten) zu formulieren.

    Die Metapher “den russischen Bären nicht reizen” finde ich übrigens immer noch recht treffend, tut mir leid. Erstens charakterisiert sie m.E. sehr deutlich die Haltung vieler deutscher Politiker, die sich zu diesem Thema geäußert haben (das war der Grund für die Formulierung), und zweitens schwingt in ihr eine Konstante russischer Außenpolitik über die Jahrzehnte mit, die sehr bemerkenswert ist (das entdecke ich jetzt).

    Mit jedem einzelnen Bewohner dieser Staaten hat das nichts zu tun, es geht ja auch nicht um irgendwelche “nationalen Eigenschaften”. Aber gemeinsame Sicherheitsinteressen, die sich aus räumlicher Lage und strategischer Situation ergeben, die gab und gibt es durchaus. Dass ein Teil des Problems die quasi-diktatorische Herrschaft in Moskau ist, steht auf einem anderen Blatt - diese russische Regierung ist nun einmal da, und sie verfügt über die Ressourcen ihres Landes.

    Übrigens: Wenn wir nicht mehr je nach Ebene der Betrachtung in Aggregaten denken und formulieren dürfen, können wir Wissenschaft und Politik auch gleich bleiben lassen. Ich werde dich bei nächster Gelegenheit mal daran erinnern, wenn du es wagst, in Formulierungen nicht jeden Einzelnen ausdrücklich als solchen zu berücksichtigen. Die Zuschreibung von Formulierungen zum Kollektiv Boche/Rayson ist da schon ein Grenzfall ;-)

  19. 30.04.2007 | 18:15

    Hallo Rayson,
    das war die Erklärung, die ich zu erwarten hoffte - danke dafür.
    Man muss schon fein unterscheiden zwischen Illusion und Realität - wenn nicht ‘wir’, wer dann.
    Grüße, BW :-)

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