Klang der Freiheit

Viele freiheitsliebende Menschen lesen dieses Blog und sicher ist Musik für die meisten unserer Leser ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. In einer improvisierten Umfrage möchte ich heute von Euch wissen:

Welches Musikstück steht in Deinen Augen am besten für die Freiheit?

Wir sind hier zwar sehr liberal und die Auswahl ist auf keine Epoche oder Stilrichtung beschränkt. Aber zwei Regeln möchte ich gern noch festlegen: Bitte nennt pro Kommentar nur ein Stück oder ein Album. Und bitte schreibt einen kurzen Text dazu. Wiederholungen sind natürlich sowohl bei den Stücken als auch bei den Begründungen möglich ;-)

Als Autor möchte ich mit dem ersten Musikstück anfangen: es ist der »Chor der Gefangenen« aus Fidelio von Ludwig van Beethoven. Das ist eines der Musikstücke, die für uns in Dresden zur Wendezeit eine wichtige Rolle spielten: als auch die Schauspieler aus ihren Rollen heraustraten und als immer mehr Menschen aus erstickender Staatshaft ausbrechen wollten:

O, welche Lust!
in freier Luft den Atem
leicht zu heben, O, welche Lust!
nur hier, nur hier ist Leben,
der Kerker eine Gruft, eine Gruft!

Und so versteht man vielleicht etwas besser, warum ich — wie in den vergangenen Tagen — immer gegen erzwungene Gleichmacherei schreiben und diskutieren werde, auch wenn sie idealistisch und gutgemeint ist: nie wieder sollen uns die Luft zum Atmen und die Freiheit zum Denken fehlen.

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60 Kommentare zu “Klang der Freiheit”

  1. R.A.
    7.05.2007 | 12:00

    Spontan fällt mir da als erstes “die Gedanken sind frei” ein.
    Obwohl der Text eigentlich etwas zurückhaltend ist.

    Für den liberalen Lebensstil paßt eher:
    http://ingeb.org/Lieder/ichgehem.html

    Das hat natürlich alles nicht die künstlerische Höhe und Dramatik von Stefanolix’ Beispielen.

    Wenn es in diese Richtung geht, dann möchte ich doch auf die prominente Stellung von “Freiheit” in unserer Nationalhymne verweisen.

  2. 7.05.2007 | 12:17

    Ist eine negative Bestimmung, aber genau deshalb:

    “Come Join Us” von Bad Religion (vom Album “The Gray Race”). (Text: http://tinyurl.com/23sdmo)

  3. 7.05.2007 | 12:18

    @R.A.: Beispiele können aus jeder Epoche und jeder Stilrichtung kommen. Bewerten könnt Ihr das nur selbst, kein Musikkritiker oder Musikwissenschaftler. Bei mir [Jahrgang '67] war es so, dass ich mich einfach für ein Stück entscheiden wollte, das in meinem Werdegang eine gewisse Bedeutung hatte ;-)

    OK, dann haben wir also bisher:

    - »Einigkeit und Recht und Freiheit«
    - »O, welche Lust! in freier Luft den Atem leicht zu heben«
    - »Die Gedanken sind frei« (übrigens eine wunderbare Melodie)
    - »Ich gehe meinen Schlendrian« (kannte ich noch gar nicht)

  4. 7.05.2007 | 12:33

    Von mir muss natürlich das schon öfters zitierte “Bevor ich mit den Wölfen heule” von Reinhard Mey kommen…

    Bevor ich mit den Wölfen heule,
    Werd’ ich lieber harzig, warzig grau,
    Verwandele ich mich in eine Eule
    Oder vielleicht in eine graue Sau.
    Ich laufe nicht mit dem Rudel,
    Ich schwimme nicht mit im Strudel,
    Ich hab’ noch nie auf Befehl gebellt.
    Ich lasse mich nicht verhunzen,
    Ich will nach Belieben grunzen,
    Im Alleingang, wie es mir gefällt!
    Ich will in keinem Haufen raufen,
    Laß mich mit keinem Verein ein!

    Text z.B. hier: http://www.geocities.com/ha_hammer/bevorichmitdwh.htm

  5. 7.05.2007 | 12:44

    also mir kommt im zusammenhang mit freiheit als erstes “whatever” von oasis in den sinn. möglicherweise, dass erste pop- (oder rock’n'roll-) stück hier in den kommentaren. ein sechsminüter, der recht egozentrisch auf die eigenen freiheiten hinweist.
    “i’m free to be whatever i”, “i’m free to say whatever i”
    sobald man jedoch hier zu interpretieren beginnt und die äußeren umstände miteinbezieht, wird es kritisch, da die herren gallagher in erster linie nicht als kämpfer für freiheit bekannt sind. allerdings gehen rock’n'roll und (wunsch nach) freiheit häufig hand in hand

  6. 7.05.2007 | 12:47

    blumfeld “wir sind frei”
    fast schon schlageresk, aber auch ein schönes manifest, dass das wollen miteinbezieht

  7. 7.05.2007 | 12:56

    Schöne Umfrage, deren Antworten ich mit Spannung verfolge.
    Für mich allerdings verbinden sich mit Musik nur privatere, persönlichere Gefühle.

    Politische Gefühle (wenn man so sagen will) wie das der Freiheit sind bei mir eher mit Texten verknüpft. Sei es der 1989 von meinen Eltern in meine Kaserne geschmuggelte Aufruf des Neuen Forum, seien es Bücher wie das von Ayn Rand oder Bastiat.
    Aus diesen Texten lese ich eine Melodie heraus, die wohl dem gleichkommt, was ihr mit musikalischerem Gehör in den genannten Beispielen vernehmt.

    Entschuldigung für diese, leich vom Thema abweichende Anmerkung.

  8. 7.05.2007 | 13:00

    Da pro Kommentar nur ein Lied genannt werden soll, gibt es eben zwei Kommentare :-D

    In diesem Kommentar schlage ich “Die Gedanken sind frei” vor.

    Insb. angesichts der Vorstellungen von Wolfgang Schäuble könnte schon in nicht allzu ferner Zukunft der letzte private Rückzugsraum das Innere des eigenen Schädels sein. Traurig, aber nicht ausgeschlossen.

  9. 7.05.2007 | 13:01

    So, hier nun mein zweiter Vorschlag:

    Pink Floyd: “We don’t need no education”

    Natürlich war das damals eher als Protestsong der 1968er gegen das etwas verfilzte und verhärtete Regime der Elterngeneration gemeint, aber immer dann, wenn sich jemand gegen “thought control” wendet, kann das nicht so furchtbar verkehrt sein.

  10. der gute don
    7.05.2007 | 13:23

    Wenn es um eine musikalische politische Aussage geht, ist das auch für mich ganz klar “die Gedanken sind frei”

    Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten,
    Sie fliehen vorbei, wie nächtliche Schatten.
    Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen,
    mit Pulver und Blei: die Gedanken sind frei.

    Das Recht eines jeden Menschen frei zu denken was er will …

    Ich denke, was ich will, und was mich beglücket.
    Doch alles in der Still und wie es sich schicket.

    … ohne andere damit zu belästigen …

    Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker,
    das alles sind rein vergebliche Werke.
    Denn meine Gedanken zerreißen die Schranken
    und Mauern entzwei. die Gedanken sind frei.

    und sich von niemanden dessen Gedanken aufzwingen zu lassen.

  11. 7.05.2007 | 13:25

    @Boche
    Welches Buch von Ayn Rand meinst du?

  12. 7.05.2007 | 13:35

    @classless

    Atlas Shrugged (das ich allerdings nur in der deutschen Fassung gelesen habe).

  13. 7.05.2007 | 13:56

    Textlich anspruchslos aber da es um die Freiheit geht:

    http://lyricsplayground.com/alpha/songs/f/freedomrichiehavens.shtml

    Und die Live-Aufnahme aus Woodstock ist immer noch gut!

  14. 7.05.2007 | 14:03

    Natürlich “Looking for Freedom” von David Hasselhoff — das Lied, das (so meint der Interpret in vollem Ernst) seinerzeit die Ostdeutschen zur Revolte aufgestachelt hat.

    Na gut, war nur ein Scherz.

    Ernsthaft: Dead Kennedys, “California Über Alles”. Hat die nötige Aggressivität, die man für den Freiheitskampf braucht, stammt von einer eigentlich stramm links-anarchistischen Band, nimmt aber wunderbar den wohlwollenden Öko-Esoterik-Paternalismus aufs Korn, der vom damaligen kalifornischen Gouverneur vertreten wurde.

    I am Governor Jerry Brown
    My aura smiles
    And never frowns
    Soon I will be president…

    Carter Power will soon go away
    I will be Fuhrer one day
    I will command all of you
    Your kids will meditate in school
    Your kids will meditate in school!

    [Chorus:]
    California Uber Alles
    California Uber Alles
    Uber Alles California
    Uber Alles California

    Zen fascists will control you
    100% natural
    You will jog for the master race
    And always wear the happy face

    Close your eyes, can’t happen here
    Big Bro’ on white horse is near
    The hippies won’t come back you say
    Mellow out or you will pay
    Mellow out or you will pay!

    [Chorus]

    Now it is 1984
    Knock-knock at your front door
    It’s the suede/denim secret police
    They have come for your uncool niece

    Come quietly to the camp
    You’d look nice as a drawstring lamp
    Don’t you worry, it’s only a shower
    For your clothes here’s a pretty flower.

    DIE on organic poison gas
    Serpent’s egg’s already hatched
    You will croak, you little clown
    When you mess with President Brown
    When you mess with President Brown

  15. 7.05.2007 | 14:08

    Ja, da fallen mir auf Anhieb eine ganze Reihe Lieder ein. Einige sind schon genannt.

    Zuerst einmal, allerdings über das Thema des Liedes, der Gegensatz zwischen Liebe und Freiheit hinaus interpretiert) “Gemeinsam Einsam” von Mario Hené.
    Die erste Zeile des Refrain drückt eine wichtige Erkenntnis aus:
    “Einsamkeit ist der Preis meiner Freiheit, ich möcht sie trotzdem nicht verliern”. Wer seine Freiheit ernst nimmmt, macht sich Feinde. Auch wenn es um die politische, ökonomische und künstlerische Freiheit geht. Ich will nicht behaupten, dass nur der Einsame frei ist, aber Menschen mit ausgeprägtem Wunsch nach Harmonie und Freundschaft mit beinahe jedem sind selten “Freiheitskämpfer”.

    Das wußte auch Heinz Rudolf Kunze als er “Ich geh meine eigenen Wege” schrieb:
    “Schau, die große Karawane
    zieht vorbei im alten Trott.
    Für Kamele gibt’s Gebete,
    für die Reiter einen Gott.
    Von Oase zu Oase
    jede Nacht ein neuer Tanz.
    Nie verlassen sie die Wege
    des geringsten Widerstands.”

    Ja - “Eigene Wege sind schwer zu beschreiben, sie entstehen ja erst beim Gehn!”
    Und das Freiheit aus Mut gemacht wird, wußte sogar Nena.

  16. 7.05.2007 | 14:13

    Da von Klang und nicht von Text die Rede ist:
    ce matin la” von Air

  17. der gute don
    7.05.2007 | 14:17

    @statler: dieser musikalische Fachisten- und “Menschen vergasen” Vergleich ist im Ernst Dein Lieblingslied das für Freiheit steht?

  18. 7.05.2007 | 14:25

    Klar. Drastisch, aber gut. Als Alternative könnte ich auch noch Sid Vicious’ Version von “My Way” anbieten.

  19. 7.05.2007 | 14:41

    Mir war ja klar, dass die Vielfalt sehr groß sein würde und dass wir alle Kombinationen aus Freiheit in Text, Klang und Geist haben würden ;-)

    Nach Klang und Geist: Aus der Rockmusiksparte kommen mir spontan “We Will Rock You” und “Stairway To Heaven” in den Sinn. Die Woodstockzeit kenne ich natürlich nur aus Filmen, aber einiges an Musik aus dieser Zeit blieb später bei mir hängen:

    Freedom’s jut another word
    for nothing left to lose …

    Vielleicht noch Beethovens Egmont-Ouvertüre oder Verdis Freiheits-Chor? Eine noch gar nicht genannte Richtung: Gospel.

  20. R.A.
    7.05.2007 | 15:06

    @MartinM:
    “Einsamkeit ist der Preis meiner Freiheit, …”
    Ah, das hat mich an ein anderes schönes Lied erinnert:
    http://www.paroles.net/chansons/17690.htm

    Wobei ich Moustaki ansonsten nicht mehr so toll finde wie früher - da ist mir Brassens lieber.
    Wobei der doch eher unpolitisch/anarchistisch ist, und selten unser Thema direkt anspricht.

    “La mauvaise reputation” paßt aber halbwegs.

    Wobei mir eben auffällt, daß außer Stefanolix selber die meisten hier eher die indirekte Form bevorzugen (und vieles davon aus USA), nicht so etwas explizites wie Fidelio.
    Könnte das eine Frage von West- vs. Ost-Biographien sein?

  21. 7.05.2007 | 15:08

    Ah, Brassens passt tatsächlich gut.

  22. 7.05.2007 | 15:16

    @R.A.: Der Westkollege Rayson benennt das Lied “Bevor ich mit den Wölfen heule” schon ziemlich direkt ;-)

    Aber wie Boche andeutete: Die Wende in der DDR miterlebt und ein ganz klein wenig mitgemacht zu haben — das ist schon eine einzigartige Sache im Leben. Ich verbinde das natürlich auch mit den wenigen Fotos und Texten aus dieser Zeit, aber vor allem mit den Bildern im Kopf.

    Und mit Musik deshalb, weil man bestimmte Musik in der DDR nicht verbieten konnte und am Ende der 80er Jahre alle wussten, was für uns damit gemeint war.

  23. fischomelette
    7.05.2007 | 15:21

    Auch wenns aus einem ganz anderen Lager kommt: Ton Steine Scherben “Keine Macht für Niemand”

  24. R.A.
    7.05.2007 | 15:29

    @stefanolix:
    > das ist schon eine
    > einzigartige Sache
    > im Leben.
    Exakt.

    Da muß man klar sagen: Einen schönen Pathos wie im Fidelio traut man sich als Wessi unserer Generation nicht - große Gefühle sind nicht cool, oder müssen indirekt über irgendwelche Rocksongs ausgelebt werden.

  25. 7.05.2007 | 15:41

    Ach, ich habe es sonst bei anderen Themen auch nicht mit dem Pathos. Wenn aber im Fidelio auch gesungen wird:

    Sprecht leise, haltet euch zurück,
    wir sind belauscht mit Ohr und Blick.

    so war das ja genau unsere Situation damals: Das MfS hat überall versucht, seine Ohren und Augen drinzuhaben. Gleichzeitig konnten sie aber natürlich den “Fidelio”, die “Zauberflöte” oder den “Faust” nicht verbieten … In der Wendezeit wurde ganz viel über Kultur transportiert, neben den Vertretern der absoluten Hochkultur in der Semperoper oder im DNT (Weimar) waren auch Liedermacher und Kabarettisten daran beteiligt.

  26. 7.05.2007 | 15:58

    @stefanolix

    Ich seh schon - ich hätte mich mehr mit Klassik beschäftigen sollen! Aber mit 17, 18 war ich dafür zu unkultiviert.

  27. 7.05.2007 | 16:01

    @Boche
    Alle Achtung, daß du’s wirklich gelesen hast, ich bin immer wieder - trotz meiner Liebe zu dicken Schinken - auf halebm Weg gescheitert und hab mir dann von Matt Ruff und R.A. Wilson den Schluß erzählen lassen müssen.

    Diese Patchwork-Lektüre und die vollständige von We The Living waren eher die beste Versicherung dagegen, jemals zum Radikalliberalen zu werden. Für eine Groteske jeweils zu pathetisch, als Plot zu konstruiert, von der Grundidee her m.E. menschenverachtend.

    Wieso hat dich das so angemacht?

  28. 7.05.2007 | 16:15

    @Boche: Du siehst ja in diesem Thread, dass es sehr viele Möglichkeiten gibt, die Freiheit musikalisch zu empfinden ;-)
    Mit 17/18 war ich natürlich noch in Opposition gegen ernstere Musik. Aber zur Wende war ich dann schon 22 und sah das (auch durch meine damalige Freundin) etwas anders.

  29. der gute don
    7.05.2007 | 16:25

    Auch wenns aus einem ganz anderen Lager kommt: Ton Steine Scherben “Keine Macht für Niemand”

    habe ich da etwas falsch in Erinnerung oder hat Rio Reiser sich mit diesem Lied nicht an die RAF rangeschmissen? Eine Ode an vom freiheitlich demokratischen Rechtsstaat verurteilte Serienmörder quasi, na denn …

  30. schneewambo
    7.05.2007 | 16:37

    beethovens 9. und “die gedanken sind frei” wären wohl meine favoriten.

  31. 7.05.2007 | 16:46

    @der_gute_don: Was für Musik soll jemand machen, dessen Managerin Claudia Benedikta Roth ist? Die Wikipedia behauptet übrigens, dass das so lange ging, bis sich die Band »zwei Jahre später wegen Verschuldung auflösen musste« ;-)

  32. 7.05.2007 | 16:51

    Wenn ich mich festlegen müsste auf ein Lied wäre es wohl immer noch wie schon zur ABI-Feier: “Die Gedanken sind frei”, wie sie hier ja auch schon häufiger genannt wurden.

    Über die Freiheit und als Ausdruck der Freiheit sind aber so unglaublich viele Lieder entstanden. Mehr gibt es nur zum Thema Liebe.
    Als Liberaler halte mich mal nicht an die Regeln. Nur eine kleine unsortierte und keinesfalls abschließende sowie ungewichtete weitere Sammlung. Sorry. :)

    - Joachim Stamp/Marco Buschmann - “Lied der JuLis”
    muss man als Bonner JuLi halt nennen. :)
    - Marius Müller-Westernhagen - “Freiheit (live)”
    Einfach nur der Ruf nach Freiheit aus vielen Kehlen nach dem Mauerfall.
    - Les Miserables - “Do you hear the people sing?”
    … “who will not be slaves again…”
    - Denis Leary - “I’m an asshole”
    Gelebter Individualismus, Freiheit von staatlicher oder gesellschaftlicher Bevormundung. Das freie Recht, ein Arschloch zu sein.
    - Reinhard Mey - “Über den Wolken”
    Schöne Illusion, dass es zuindest beim Fliegen gefühlte Freiheit gibt

    Und weil ich auch eher Anhänger der klassischen Musik bin und als Wahl-Bonner garnicht anders kann:
    Ludwig van Beethoven - 3. Sinfonie (Eroica)
    Allein die Enstehungsgeschichte zum Werk sagt alles. Die Ideale “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit” feiern und optimistisch an eine Zukunft hoffen, die den Bürgern und nicht Königen oder Göttern gehört. Und als Napoleon die Ideale verrät, bleibt Beethoven den Idealen treu und widmet die Sinfonie halt um. Kein Einknicken vor den Mächtigen.

  33. 7.05.2007 | 17:21

    @classless

    Das Pathos fand ich auch etwas lächerlich, die enthaltende Liebesgeschichte ebenfalls. Die Grundidee aber keineswegs menschenverachtend.

    Aber das sollten wir anderen Orts diskutieren. Hier ist es ja etwas off topic. Vielleicht mache ich mal einen Beitrag dazu (wozu ich das Buch aber gern erst neu läse). Denn mich würde schon interessieren, wo du da Menschenverachtung entdeckt hast.

  34. 7.05.2007 | 17:21

    Ich sage es ja nicht gerne:
    Westernhagen - Freiheit

  35. 7.05.2007 | 17:36

    @Markus: Zu seiner Zeit war das Lied wirklich bewegend. Gebe ich zu. Kein Mensch ist schnulzenfest ;-)

  36. googlehupf
    7.05.2007 | 18:03

    Passt leider nicht auf die Anforderungen (da Antistaatspolemik aus eher linker Ecke und keine wirkliche Freiheitshymne im Positiven) und ist auch nicht unbedingt meine Lieblingslied zur Thematik - aber mir fällt jetzt außer den bereits genannten auf die schnelle nix ein.

    lieber staat, jetzt mal echt, du bist absolut gerecht
    wer was andres sagt, macht dich nur schlecht
    lieber staat, eigentlich waer ich gar nichts ohne dich

    Farin Urlaub - “Lieber Staat”

    Vollständiger Text: http://www.google.de/search?hl=de&q=Lieber+Staat+Lyrics&meta=

  37. 7.05.2007 | 18:24

    Westernhagen - Freiheit und Farin Urlaub - Lieber Staat hätte ich jetzt auch genannt, auch wenn die wohl beide nicht unbedingt liberal sind. Auch noch schön: der Finanzbeamte von einem gewissen Michael Kastner sowie Green Day - Minority

  38. 7.05.2007 | 18:27

    “habe ich da etwas falsch in Erinnerung oder hat Rio Reiser sich mit diesem Lied nicht an die RAF rangeschmissen?”

    @ don, meines wissens handelt es sich hierbei zwar um eine auftragsarbeit für die raf, allerdings muss man den text nicht zwingend pro-raf auffassen. jedenfalls soll sich der musiker ein ironisches hintertürchen offen gehalten haben. diese info sollte in einer der vielen biographien zu finden sein

  39. 7.05.2007 | 18:48

    Die fand die Kollektivisten besonders in We The Living bis an die Grenze der Entmenschlichung mit tierischen Attributen ausgestattet - das erinnerte mich stark an Vorstellungen der asiatischen oder roten Flut aus der selben Zeit. Diejenigen, die sich aus Not zusammenschließen zu ununterscheidbaren, tierischen Kulturfeinden zu stilisieren, finde ich übel.

    Ich meine nicht die Kritik am Kollektivismus, ich meine die Art, wie Menschen für ihre soziale Lage verantwortlich gemacht werden.

    Du hast recht - ist etwas off-topic. Aber ich würde gern lesen, was du über das Buch zu sagen hast. Kannst du mich vielleicht kurz anpingen, wenn du was dazu postest?

  40. 7.05.2007 | 18:49

    Posting war @Boche

  41. Chinaski
    7.05.2007 | 20:31

    Mein Favorit ist auch auf jeden Fall “Die Gedanken sind frei!”, wobei ich die französische Nationalhymne auch nicht schlecht finde (ok, ist etwas blutig und wurde ziemlich pervertiert, aber is recht schmisig). An deutschen Kompositionen auf Platz 2 wäre dann bei mir die Leonard Bernsteinsche Version “Freiheit schöner Götterfunken” der 9. Symphonie von Beethoven, gespielt am 25.12.1989 in Ost-Berlin.

  42. 7.05.2007 | 21:06

    Beethoven darf man wohl mit guten Gründen als einen der Komponisten der Freiheit bezeichnen. 1989 wurde allerdings (soweit ich mich erinnere) die »Freude schöner Götterfunken« besungen ;-)

  43. 7.05.2007 | 21:27

    @classless

    Mach ich. Kann allerdings etwas dauern, da ich den Schinken so schnell nicht wieder durchgelesen bekomme und ich einiges an Lektüre vorher abzuarbeiten habe.

  44. 7.05.2007 | 22:14

    Hm, das klingt wie das, was sonst immer alle anderen auf ähnliche Fragen übers “Kapital” sagen. Aber ich warte dennoch gespannt.

  45. 7.05.2007 | 22:21

    Vielleicht hätte Marx eine Liebesgeschichte einbauen und seine Protagonisten zum Schluss in ein kommunistisches Paradies auswandern lassen sollen. Vielleicht wäre dann niemand auf die Idee gekommen, einem Lenin oder Stalin zu folgen. Wer weiß …

  46. 7.05.2007 | 22:52

    “If I can dream” von Elvis, ihr musikalischen Antiamerikaner (Ausnahme: Statler).

    PS: “Trotz alledem” von Hannes Wader habe ich mir jetzt nicht getraut, dann beschimpft mich Llarian als Stalinist …

  47. tigger
    8.05.2007 | 1:21

    Ich weiss nicht, ob’s die 4 so sehen, aber für mich ist es “ernten was wir säen”. Das hat so was von Selbstverantwortung :)

    alle alle fragen jeder jeder will es wissen
    warum warum kommt ihr klar wieso wieso geht es mir beschissen ?
    habt ihr habt ihr irgendwas das das ich nich hab
    krieg ich krieg ich auch was ab bin ich bin ich auch am start ?
    immer immer hab ich pech alles alles ungerecht
    was was es auch ist fast fast immer nur beschiss !

    Unvorhersagbarkeit und schliesslich die unbefriedigende Antwort, die aber für jeden Liberalen auf der Hand liegt:

    niemand niemand kann's dir kann's dir sagen sagen
    keiner keiner kennt die antwort die antwort auf alle alle deine deine fragen fragen
    du musst du musst nur verstehen verstehen
    wir ernten ernten was wir was wir säen...

  48. 8.05.2007 | 1:48

    Schöne Idee, lieber Stefanolix! :)

    Das erste, war mir eingefallen ist und was sofort sozusagen inneres Stirnrunzeln über mich selbst ausgelöst hat, war

    Paris se met en colère aus dem Film Paris brûle-t-il?, gesungen von Mireille Mathieu (!).

    Das ist vielleicht eine andere Art von Freiheit als die aus “Die Gedanken sind frei”, das mir auch sehr gefällt: Die erkämpfte Freiheit. Der Rausch der Freiheit.

    Naja, sehr französisch halt. ;-)

    Und irgendwie kreisen meine Gedanken im Augenblick sehr um Frankreich, was man ja auch an den Themen in “Zettels Raum” sieht.

    Das liegt vermutlich teils an der aktuellen Politik, teils daran, daß ich nächste Woche eine ganze Woche lang in Paris bin. :)

    Herzlich, Zettel

  49. Chinaski
    8.05.2007 | 7:20

    @stefanolix
    da erinnerst Du dich leider falsch, 1989 wurde ausdrücklich die Freiheit besungen ;-)

    http://www.chronikderwende.de/_/tvchronik_jsp/key=tvc25.12.1989.html

    Auf youtube gibt’s das video dazu.

  50. 8.05.2007 | 9:30

    @Zettel

    Eine ganze Woche in Paris …!? Grüß mir die Stadt, den Canal St.Martin, Belleville und die kleinen Hotels um die Rue Oberkampff und sage Bescheid, dass ich auch bald mal wieder komme.

  51. 8.05.2007 | 10:43

    … le jour de gloire est arrrivè! Et: “La vie ne fait pas de cadeau, et c’est triste à Orly” … - wäre letzteres nicht auch ‘ne Freiheitshymne in eurem Sinne?

  52. 8.05.2007 | 14:41

    Lieber Boche,

    wird alles getreulich erledigt.

    Mein kleines Hotel ist allerdings mitten im 1. Arrondissement; ein paar Schritte nur vom Forum des Halles, in der Rue du Roule.

    Da kennt der Patron mich seit Jahrzehnten und tut so, als freue er sich riesig, wenn ich wieder da bin. ;-)

    Wie auch die Patronne vom Chez Clovis”, nur ein paar Meter vom Hotel entfernt, die das Restaurant schon führte, als es die alten Hallen noch gab (und als ich damals, als Student, mir natürlich ihr Lokal nicht hätte leisten können, aber doch gern in der Umgebung der Hallen herumgestreunt bin).

    Herzlich, Zettel

  53. 8.05.2007 | 14:46

    Ich hätte jetzt auch an Beethovens Vertonung von Schillers Ode „An die Freude“ gedacht.

  54. 8.05.2007 | 15:07

    Vielen Dank für die Übernahme der Botschafterrolle und viel Freude an Paris, lieber Zettel!

  55. 9.05.2007 | 0:08

    Ich schließe mich Boches Wünschen an, lieber Zettel! Und ich danke allen Lesern, die sich bis jetzt beteiligt haben. Es waren freilich überraschende Titel dabei. Aber wenn es um die Freiheit geht, ist das in Ordnung ;-)

  56. 9.05.2007 | 13:57

    Die Darreichungsfrom hat aber die Objektivisten nicht gerade zu weniger Dogmatismus angehalten: »Ich dachte, die Trots und die katholischen Priester wären dogmatisch gewesen, aber Ayn Rand ließ beide Gruppen als Vorbilder für Toleranz erscheinen« (Robert Anton Wilson)

    Andererseits bin ich angesichts von Marx’ poetischem Frühwerk recht froh darüber, daß er sich später vor allem an Cut-up versucht hat: http://www.classless.org/2006/07/25/marx-cuttet-das-kapital/

    Es wäre schon weiterhin und jederzeit möglich, ihn anders zu verstehen als Lenin, Stalin, Mao und die ganze Bande.

  57. 9.05.2007 | 14:00

    Ich muss gestehen, dass ich mich mit Objektivisten und deren möglicher Dogmatik nicht beschäftigt habe. Meine Lektüre und, wenn man so will, philosophische Nutzung des Randschen Buches ist rein laienhafter Natur.

  58. 9.05.2007 | 16:10

    Klar, aber wenn der zwischen Vergleich Marx und seinen Rezipienten/Anhängern bemüht wird, dann kann ich entsprechend auf die Objektivisten als Anhänger von Ayn Rand verweisen. Ich kenne das Problem, sich beständig von von Leuten abgrenzen zu müssen, die sich angeblich und nach allgemeinem Dafürhalten auf dieselben Ideen berufen, aber das läßt sich wohl nicht vermeiden.

  59. 10.05.2007 | 2:49

    @ Boche und Stefanolix,

    Danke für eure Wünsche! Werde mich bemühen, in Paris als ein guter Boche und germanischer Zettelix aufzutreten ;-)

    Herzlich, Zettel

  60. 13.05.2007 | 11:02

    mir fiel als ich den betrag gelesen hab spontan “Song for Ornette” von The Love Songs ein:
    http://chiccuri.sakura.ne.jp/release-013.htm

    wahrscheinlich weil es die größte aller freiheiten repräsentiert: kostenlos musik aus dem internet herunterladen ;)

    naja, die größte, wichtigste und uneinschränkbarste freiheit wird wohl in “Die Gedanken sind frei” mit am besten beschrieben..

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