Noch mehr zu Posener und Diekmann

Hach, manchmal hasse ich mich selbst. Ich bin doch eine Hure, die jegliches Denkanregende, auch wenn es aus noch so verachtenswerter Quelle stammt (und nebenbei noch so kritikwürdig ist) noch unter die Menschen bringen möchte, weil es mal anders ist. Auch, wenn ich die Urheber selbst schon bitterlich beleidigt habe.

Naja, so bin ich eben, und deswegen empfehle ich (mit Sodbrennen) diesen Beitrag von André F. Lichtschlag bei ef-online.  Ja, auch ich spüre die Verachtung, die der Autor den meisten Menschen entgegen bringt. Und natürlich merke auch ich den beißenden Zynismus, den er sowohl Alan Posener als auch Kai Diekmann zuteil werden lässt. Nein, ich weiß nicht, ob man auf diesen Gedanken irgend eine sinnvolle Konsequenz aufbauen kann (wie ich das bei Lichtschlag und den Libertären im Allgemeinen meist nicht weiß).

Was ich aber weiß, ist, dass dieser Beitrag (mir aus völlig unverständlichen Gründen per Mail durch den Autor zur Kenntnis gebracht) zumindest für denjenigen, der sich auf meine Meinung festgelegt hat, lustige neue Denkansätze bietet. Und vielleicht auch denen, die irgendwo anders stehen. Auf jeden Fall aber empfehle ich ein kurzes Überfliegen. Schaun wir mal. :)

Ähnliche Beiträge


36 Kommentare zu “Noch mehr zu Posener und Diekmann”

  1. 11.05.2007 | 0:30
  2. 11.05.2007 | 0:32

    @Martin:
    Wenn Du nicht wärest, wer Du bist, wärest Du vermutlich dem neu entdeckten Löschungswahn meiner Wenigkeit anheim gefallen. Denn Du kannst kaum in diesen wenigen Minuten sowohl meinen Beitrag als auch den von AFL gelesen haben…

    Dein Bild ist übrigens cool… und echt JuLi-mäßig… :)

  3. 11.05.2007 | 0:38

    @Karsten: Den AFL-Artikel kannte ich natürlich schon ;)

  4. 11.05.2007 | 0:40

    @MSH:
    Akzeptiert.

    Trotzdem habe ich Dich gerade beim Kommentarspam erwischt. Hokeys Blog und so… ;)

  5. 11.05.2007 | 0:40

    “Ja, auch ich spüre die Verachtung, die der Autor den meisten Menschen entgegen bringt.”

    So menschenverachtend wirkst Du gar nicht ;-)

    Im Ernst: Ich hab’s zweimal lesen müssen, um den richtigen Sinn rauszubekommen.

  6. 11.05.2007 | 0:50

    @David:

    Was haste zweimal lesen müssen? Meinen kurzen Beitrag oder den von AFL?

    Manchmal verachte ich Menschen. Das ist dann, wenn sie mir blöde kommen, jedes einzelne Exemplar, einen ganzen Tag lang. Aber so, wie André Lichtschlag könnte ich das nicht. Fast alle anderen für dumme Trottel halten, die irgendwelchen Blendbildern hinterherlaufen? Nee, dafür respektiere ich gerade diejenigen zu sehr, die eine andere Meinung haben…

  7. 11.05.2007 | 1:01

    Den zitierten Satz. Zuerst hatte ich das im Sinne von “Ich teile die Verachtung” gelesen, darauf bezog sich auch mein Kommentar.
    Ich hielt das allerdings auch, als ich es mißverstand, noch für ein Stilmittel des Typs “Ja, ich bin garstig neoliberal, liebe nur mich selbst, hasse Arme, verachte Schwache und fordere die Unterwerfung des gesamten öffentlichen und privaten Lebens unter den Willen des Managements der Deutschen Bank”.

  8. 11.05.2007 | 7:29

    Karsten,

    die ef-Werbematerialien bekommst Du doch nicht als Einzelperson, sondern als Mitglied eines Autorenkollektivs, also auf demselben Weg wie ich, z.B.

    Besonders gut hat mir die Formulierung von dem “carlschmittigen Freund-Feind-Denken” gefallen. Klar, wenn man von Feinden umgeben ist, dann ist Freund-Feind-Denken selbstverständlich Zeitverschwendung.

    Sich derart der BILD-Propaganda anzunehmen

    Dabei ist die „Bild“ entgegen den Anschuldigungen der Achtundsechziger gar nicht selbst für die Verblödung zuständig. So konstruktivistisch und ohne jede Menschenkenntnis konnten es nur linke Gesellschaftsklempner deuten. Vielmehr schreiben die „Bild“-Redakteuere weitgehend nur das auf, was Otto Normalwähler ohnehin denkt. Das können in Ausnahmefällen neben schwarz-rot-geiler Herrschaftslegitimation dann auch mal antipolitische Reflexe gegen Steuererhöhungen sein.

    ist natürlich auch unheimlich mutig. Fragt sich nur, ob es wirklich Leute braucht, die solche Unwahrheiten aussprechen.

  9. 11.05.2007 | 8:53

    Der Artikel von Lichtschlag ist wirklich gut. Besonders gefallen hat mir dieser Satz:
    “Nein, die „Bild“-Zeitung ist vor allem deshalb keine moralische Instanz, weil sie unschuldige Menschen auflauert, jagt und – zumindest beruflich – zu vernichten trachtet.”

  10. stefanolix
    11.05.2007 | 9:07

    Es wäre eine kurzweilige Übung, Alan Poseners Artikel für anspruchsvolle Leser umzuschreiben, ohne dabei wesentliche Aussagen zu verlieren. Einen “ef”-Artikel möchte ich wirklich nicht umschreiben.

    Es wird immer wieder gesagt, dass Alan Poseners Gehalt indirekt von der BILD-Zeitung gezahlt wird. Das ist natürlich viel zu stark vereinfacht: der Verlag gleicht lediglich die Verluste der WELT aus.

    Ich denke, BILD ist keine Propagandazeitung. BILD ist ein Produkt, das jeden Morgen so oft wie möglich verkauft werden muss und seiner Zielgruppe gerecht werden soll.

    PS: Der Slogan »Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht!« ist mir als Link in den letzten Stunden mehrfach begegnet …

  11. 11.05.2007 | 9:18

    stefanolix,

    BILD ist keine Propagandazeitung

    Ob diese These zutrifft, weiß ich nicht. Alles, was ich sagen wollte (und m.E. auch gesagt habe) ist, dass die Behauptung, die BILD erzeuge keine Stimmungen, sondern nehme diese nur auf und sei deshalb bloßes Sprachrohr, BILD-Propaganda (oder feiner ausgedrückt: PR) ist.

  12. stefanolix
    11.05.2007 | 9:53

    Was würde denn passieren, wenn BILD sich zwischen Propaganda und Geldverdienen entscheiden müsste? Im Zweifel würden sie [meiner Meinung nach] immer auf die Auflage schauen. Und alle ihre zweifelhaften Praktiken setzen sie doch auch nur für die Erhöhung der Auflage ein.

  13. 11.05.2007 | 9:56

    @stefanolix

    Müssen sie sich denn zwischen Geldverdienen und Propaganda entscheiden? Vielleicht geht beides prima zusammen, wenns die richtige Form der Propaganda ist?

  14. twex
    11.05.2007 | 10:48

    Die Schlußfolgerung, man müsse den verachten, den man für ungebildet hält, scheint mir mehr über den Stellenwert der Intelligenz in Karstens Menschenbild als über Lichtschlags Artikel auszusagen. Falls es stimmt, daß der Mensch durch seine eigenen ungezügelten Leidenschaften versklavt werden kann, ist nicht der sein Befreier, der jeder beliebigen Willensregung gleiches Recht einräumen will.

  15. R.A.
    11.05.2007 | 11:00

    Nach die ef immer mehr dem Sektierertum verfallen ist und ich mein Abo kündigen mußte, habe ich aus dieser Ecke nicht mehr viel mitbekommen.

    Aber hier, Respekt, hat Lichtschlag einen sehr guten Artikel hingelegt. Man muß nicht jede Formulierung mitunterschreiben, aber das Meiste ist schon ziemlich wahr.

  16. 11.05.2007 | 11:04

    Besonders gefallen hat mir dieser Satz: “Nein, die „Bild“-Zeitung ist vor allem deshalb keine moralische Instanz, weil sie unschuldige Menschen auflauert, jagt und – zumindest beruflich – zu vernichten trachtet.””

    Mit Verlaub, das tut nicht die BILD-Zeitung, sondern die Menschen, die für sie arbeiten. Und auch Diekmann arbeitet für die BILD.

    Interessanterweise wirft Lichtschlag den WELT-Autoren ihre (linken) Biographien vor, die BILD dagegen ist für ihn anscheinend ein eigenes, handelndes Subjekt, dessen Macher (und ihre Biographien) man geflissentlich ignorieren kann.

  17. 11.05.2007 | 11:36

    “Mit Verlaub, das tut nicht die BILD-Zeitung, sondern die Menschen, die für sie arbeiten. Und auch Diekmann arbeitet für die BILD.”

    Echt? Ich dachte immer die Bildzeitung wäre außerirdisch.

    “Interessanterweise wirft Lichtschlag den WELT-Autoren ihre (linken) Biographien vor, die BILD dagegen ist für ihn anscheinend ein eigenes, handelndes Subjekt, dessen Macher (und ihre Biographien) man geflissentlich ignorieren kann.”

    In diesem Zusammenhang ging es gerade darum, die den Streit verursachende Kritik (meinetwegen auch Polemik) von Posener zu analysieren. Insoweit ist es schon verständlich, dass Lichtschlag nicht auch noch Angaben zum Lebenslauf der Kindergärtnerin von Diekmann macht. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich Kritik an einem Artikel üben sollte, den ich in dieser Qualität in absehbarer Zeit nicht schreiben könnte. Perfektion kann man wohl von keinem Menschen erwarten.

    Trotz alledem bleibt es für mich dabei: Die Entfernung dieses Artikels ist ein Armutszeugnis. Als ob ein Mensch wie Diekmann - der andere Menschen systematisch fertigmachen lässt - eine so zart beseidete Seele besitzen würde, dass man ihn derart aus der Schusslinie nehmen müsste.

    Ich wage auch zu bezweifeln, dass diese Art des vorauseilenden Gehorsams dem Diekmann überhaupt genehm war. Der ist sonst nämlich durchaus in der Lage sich selbst zu verteidigen und auch nicht gerade auf den Kopf gefallen. Den Schuh der Nachzensur lässt sich Diekmann - für so schlau halte ich ihn - wohl nicht so gerne anziehen.

  18. Carsten Rauschenbach
    11.05.2007 | 12:23

    Nach die ef immer mehr dem Sektierertum verfallen ist und ich mein Abo kündigen mußte,…

    @R.A.:

    Sektierertum? Im Moment feiern sie gerade Ludwig Erhard ab, u.a. Gerd Habermann vom Unternehmerinstitut der ASU hat eine Eloge verfaßt. Sind Hayekianer jetzt auch schon Sektierer für Dich?

  19. 11.05.2007 | 14:06

    Was würde denn passieren, wenn BILD sich zwischen Propaganda und Geldverdienen entscheiden müsste? Im Zweifel würden sie [meiner Meinung nach] immer auf die Auflage schauen. Und alle ihre zweifelhaften Praktiken setzen sie doch auch nur für die Erhöhung der Auflage ein.

    Da gehst du dann aber davon aus, dass eine Zeitung nur entweder Propaganda machen oder den Lesern nach dem Mund reden kann. Das ist, meiner Ansicht nach, eine Fehleinschätzung. Die ZEITUNG kann sehr wohl bei Position A den gesunden Volkswillen vertreten und dann direkt daneben Thema B setzen, dass bisher in der Öffentlichkeit noch nicht aufgetaucht ist und es direkt mit ihrem ganz eingenen Spin versehen. Propaganda machen und Geld verdienen schließen sich nicht aus.

  20. R.A.
    11.05.2007 | 14:13

    @Markus:
    > Ich wage auch zu
    > bezweifeln, dass
    > diese Art des
    > vorauseilenden
    > Gehorsams dem
    > Diekmann überhaupt
    > genehm war.
    Ich bezweifele, daß “vorauseilender Gehorsam” hier paßt.
    Und ich kann mir sogar vorstellen, daß der eigentliche Inhalt recht egal war.

    Aus Verlagssicht ist es vielleicht nur inakzeptabel, wenn sich leitende Mitarbeiter öffentlich beleidigen.

    Das würde bei einem Autokonzern genauso, wenn der Chef der LKW-Herstelllung öffentlich über den Kollegen von der PKW-Seite herzieht.

    M. E. ist die große Aufregung in der Bloggerszene zum größten Teil unbegründet.

  21. R.A.
    11.05.2007 | 14:16

    @Carsten:
    > Sektierertum? Im
    > Moment feiern sie
    > gerade Ludwig
    > Erhard ab …
    Das ist schön, und ich behaupte auch nicht, daß grundsätzlich alle Artikel dort schlecht wären.
    Wie ich auch die letzten Ausgaben mangels Kenntnis gar nicht mehr beurteilen kann.

    Es gab aber einfach den Punkt, wo mir das Abo keine größeren Anregungen mehr gab, bei den meisten Themen war mir schon vor Lektüre ziemlich klar, wie die ef das beschreiben würde.

    Und die Atmosphäre schien mir auch immer verbissener zu werden, das ist nicht mein Ding.

  22. Libero
    11.05.2007 | 14:47

    Posener war in seiner Jugend ein Linker. Er ist es nicht mehr. Herr Lichtschlag ist in seiner Jugend Libertärer. Er hält es anscheinend für ausgeschlossen, daß er es im Alter nicht mehr ist. Soweit so gut.

    off-topic

    Ich denke, es hat sehr viel mit einer sehr rationaler Wahrnehmung zu tun, Libertärer zu sein. Ist eine sehr rationale Wahrnehmung wirklich die Wahrhaftige? Das habe ich auch mal geglaubt. Menschen sind keine binären Strukturen. Dummerweise leben sie, reagieren manchmal ganz emotional

    Die Libertären halten sich ja für die Störanfälligen. Die Kreativen. Und alle anderen für die Gehemmten. Die Nicht-Kreativen. Herr Lotter schrieb ja im neuen Brand eins eine Elogie auf sie. Die Störanfälligen.

    Kreativität wird unter anderem für Innovationen genutzt. Kreative haben Ideen. Ideen werden geboren und wachsen heran. Ebenso wie kleine Kinder haben sie Kinderkrankheiten, die man überwinden muß. Das genau meinte Edison mit seinem Satz über 1 % Inspiration und 99 % Transpiration. Edison hatte beides, auch die Beharrlichkeit, die der Innovative eben auch haben muß. Die Störanfälligen, die Lotter nennt, haben sie oft nicht. Eine Idee ist aber erst dann eine Innovation, wenn sie marktreif ist. Ausgereift ist. Das ist manchmal ein langer Marsch. Die Ausreifung dessen, was mich beschäftigt, werde ich wahrscheinlich nicht mehr erleben. Ich erlebe vielleicht noch die „Einschulung“.

    Für die Kinderkrankheiten auf dem Weg bis zum Stadium der Reife haben die Störanfälligen keine Geduld, keine Ausdauer. Verweigern sich das Kind Idee der Realisierung, wird es gar bockig, wenden sie sich ab. Dann geht es eben nicht. Dann sind sie böse mit ihrer Idee. Und erst recht mit den Menschen, die sich der Idee und dem Störanfälligen verweigern. Wie können sie aber auch nur.

    Jeder, dem Kinder heranwuchsen, weiß, daß Kinder, vor allem in den ersten Jahren, manchmal oft noch danach, nicht selten die Ursache für Störanfälligkeiten sind. Sie sind auch oft die Quelle für die Lebensfreude, aber eben auch für Störungen des Lebensglück. Mitunter auch deshalb, weil sie schwierige gesundheitliche, auch seelische Phasen durchlaufen. Kinder spielten in meinem Leben immer eine große Rolle. Kinder, die Generation davor, die Lebensgefährtinnen. Trotzdem ich meine berufliche Leidenschaft seit 25 Jahre verfolge.

    Mir fällt auf, daß bei den Libertären, die ich kenne, ich bin sogar mit zweien befreundet, der Libertäre Odem die Rolle in ihrem Leben spielt, die bei mir Kinder, jetzt sind es Enkel, die Generation davor und die Lebensgefährtinnen spielen. Wenn das ein falscher Eindruck ist, würde es mich freuen.

  23. Carsten Rauschenbach
    11.05.2007 | 16:01

    Und die Atmosphäre schien mir auch immer verbissener zu werden

    @R.A.:Man reagiert eben auf seine Umwelt. Und wenn das Land immer totalitärer wird, kein Wunder, daß das aufs Gemüt schlägt.

  24. 11.05.2007 | 17:24

    @Carsten
    Woran machst du die Totalisierung des Landes fest? Also, jetzt weniger auf den Ist-Zustand bezogen, sondern auf die Frage danach, inwiefern es schlimmer wird?

  25. Carsten Rauschenbach
    12.05.2007 | 20:56

    @classless: Allein der von der Leyensche Familienfaschismus jagt mir jeden Tag aufs neue eine Gänsehaut über den Rücken! Und welche Assoziationen weckt bei Dir denn ein “Nationaler Aktionsplan” “Fitt statt fett”? Der allgegenwärtige Verbraucherschutzfaschismus sollte selbst den gemütlichsten BRD-Apologeten unter den “beißgehemmten” Liberalen zumindest ein paar Sorgenfalten ins Gesicht treiben.

  26. 12.05.2007 | 21:02

    Ich sehe schon langsam aus wie Lance Henriksen.

  27. Carsten Rauschenbach
    12.05.2007 | 21:09

    Schlimmer werden vor allem die Gewaltphantasien der politischen Klasse:

    Die CDU und Ex-Umweltminister Trittin wollen Glühbirnen verbieten

    Greenpeace will Billigflüge verbieten, Sigmar Gabriel (SPD) möchte, dass wir nicht ins Ausland verreisen

    Teile der CDU schreiben den Bürgern vor, wie sie sprechen sollen und fordern ein Verbot englischer Wörter

    Die große Koalition will Killerspiele verbieten

    Renate Künast will die Stand-By-Schaltungen an Elektrogeräten verbieten lassen

    Die SPD-Drogenbeauftragte hat aus Gesundheitsgründen ein Rauchverbot für Autofahrer gefordert

    Politiker von CSU und den GRÜNEN wollen Alkohol für unter 18jährige verbieten

    Die CDU-Regierung des Saarlandes verbietet, sonntags Videos auszuleihen

    In BaWü verbieten Dir CDU und FDP, sonntags Dein Auto zu waschen

    Rauchen in Gaststätten is eh verboten sowie im von einer CSU-Junta beherrschten Bayern (oder hat sich die Pauli die Spitzelaffäre nur ausgedacht?) an bestimmten Feiertagen generelles Tanzverbot besteht

    Im Sommer nach 22 Uhr in einem Biergarten zu sitzen is eh verboten

    Und Kommunikationsdelikte (z.B. Beleidigungen in Internet-Foren) werden immer härter verfolgt: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6562008,00.html

    Schäuble will online-Durchsuchungen von Privatcomputern und “linke” Systemgegner in Vorbeugegewahrsam stecken

    Liste ist unvollständig.

    Aber eines ist unbestreitbar: Perriculum in mora!

  28. 12.05.2007 | 22:02

    @Rauschenbach:

    [Hier bitte den rechtschaffenen Widerspruch zu von Dir Gesagtem einfügen]

    (Mir fällt gerade keiner ein; werde mal ein paar Jahre darüber nachdenken.)

  29. Carsten Rauschenbach
    12.05.2007 | 22:11

    Man lasse sich nur mal auf der Zunge zergehen, welche teutonischen Ausraster der Bildungsetatistin Heike Schmoll die Kritik am sozialistisch-etatistischen BRD-Bildungssystem hervorruft. Und von einem Ausländer aus Costa Rica läßt man sich schon garnichts sagen!!! National-Sozialismus à la BRD:

    http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E0A69B3A3B96040249079B7DECBF78294~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  30. T. Albert
    13.05.2007 | 0:25

    was is familienfaschismus?

  31. Carsten Rauschenbach
    13.05.2007 | 0:48

    @T. Albert: Kombi aus Wurfprämien und Kinderverstaatlichung

  32. T. Albert
    13.05.2007 | 1:44

    das nennt man fascismus, aha.

  33. DDH
    15.05.2007 | 20:52

    DAS nennt man in der Tat Faschismus. Der ist nämlich auch vorstellbar “in einer gemäßigteren Form, ohne gleich Völkermord zu begehen” (Ignaz Bubis)!

    Hier nur mal pars pro toto ein Blogeintrag vom letzten Dezember:

    Ist es Einfalt oder doch Schamlosigkeit? Die SPIEGEL-Leserin Doris Buchwald (Hannover) scheint jedenfalls in der Ausgabe von dieser Woche (S. 10) eine krude Auffassung zu vertreten, die sich mit “Wir Demokraten werden uns doch von den Nazis die totalitäre Butter nicht vom kollektivistischen Brot nehmen lassen” zusammenfassen ließe, weshalb die gute Frau die “rrrrrestlose” Kinderverstaatlichung fordert.

    Ihre Einlassungen zu einem Bericht über millionenschwere “Programme gegen Rechts” verdienen es, im Wortlaut wiedergegeben zu werden:

    „Wenn es denn nun so ist, dass viele Jugendliche der Indoktrination erliegen, muss man wohl zu dem Schluss kommen, dass wir Demokraten ebenso mit diesem Mittel arbeiten müssen. Man muss schon bei der Sozialisierung der Kinder anfangen, im Kindergarten. Und in der Schule muss das fortgeführt werden. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Eltern mit der Erziehungsarbeit überfordert sind, sollte man ernsthaft über eine Kindergartenpflicht nachdenken. Wenn wir nicht mehr in Bildungs- und Erziehungseinrichtungen und Sozialarbeit investieren, haben wir Demokraten eines Tages verloren!“

    Lieber Volksstaat selber machen als erleiden? Honi soit qui mal y pense…
    Wenn man allerdings die Ideengeschichte der Demokratie bis zu den obskuren “Ideen von 1789″ zurückverfolgt und dem sich aus ihnen folgerichtig ergebenden “terreur”, wird man nicht umhinkönnen, den “Demokraten” fürs Totalitäre das Copyright zuzugestehen. Erst die liberale Legierung machte die Demokratie, zunächst in England und in der Schweiz, dann in ganz Europa, zu einem erträglichen Unterfangen. Aber diese Legierung korrodiert, hierzulande genauso wie andernorts.

    An mahnenden Stimmen, die vor der Kindererziehung als Staatsaufgabe warnten, zuletzt die FAZ am 20.01.2005, hat es gleichwohl nicht gefehlt:

    „Was Kinder vor allem anderen brauchen, weiß jeder: Sie brauchen Liebe, Geborgenheit, Zeit. Was davon kann der Staat ihnen geben? Nichts. Über nichts hat aber die von Jugendministerin Bergmann eingesetzte Sachverständigenkommission nicht 600 Seiten geschrieben. Der 11. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung handelt vielmehr von dem, was Eltern wünschen, um sich Kinder finanziell und zeitlich leisten zu können: staatliche Rundumbetreuung von der Wiege bis zum Discoalter. Von den Verfassern des Berichts war nicht zu erwarten, dass sie in dieser Entwicklung auch eine der Ursachen oft beklagter Probleme der Jugend suchen würden. Das liefe der mittlerweile von allen Parteien getragenen Kinderverstaatlichung diametral entgegen. Schon der Titel des Berichts verheißt, dass auf diesem Weg munter vorangeschritten wird: „Aufwachsen inöffentlicher Verantwortung“.
    Da greift eine kalte Hand nach den Kleinsten. Vermessen ist, wer von einem Jugendbericht auch Einsichten wie diese erwartet: Noch so gut geführte Krippen und Horte können Kindern nicht das Gefühl vermitteln, um ihrer selbst geliebt zu werden; noch so ausgedehnte Betreuungszeiten nicht die Gewissheit, dass immer jemand für sie da ist. Der Staat kann nicht Vorbild sein und auch die Erziehung nicht ersetzen.“

    Paradoxerweise scheinen die Deutschen jedoch zu glauben, daß sie den Aufbau eines neuen Totalitarismus der historischen Lehre aus der versäumten Abwehr des alten Totalitarismus schuldig seien. Diesem Volk ist nicht zu helfen.

    Weiterführende Literatur:

    Götz Aly: “Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus”
    Hans-Hermann Hoppe: “Demokratie. Der Gott, der keiner ist”
    Erik von Kuehnelt-Leddihn: “Demokratie - eine Analyse”
    Josef Schüßlburner: “Demokratie-Sonderweg Bundesrepublik. Analyse der Herrschaftsordnung in Deutschland”
    Klaus Hornung: “Das totalitäre Zeitalter. Bilanz des 20. Jahrhunderts”

    http://dominikhennig.blogspot.com/2006/12/wir-demokraten-sind-die-besseren-nazis.html

  34. 19.05.2007 | 13:22

    Faschismus ist das nocht nicht.
    Ich kann zwar das Motiv nachvollziehen, dieses Wort zu benutzen. Das macht seinen Gebrauch aber nicht richtiger.
    Was ist Deutschland geschieht, ist ein schleichender - aber stetiger - Aufstieg kollektivistischer, teils auch offen totalitärer Ideen. Um dies zu brandmarken, brauche ich den Begriff Faschismus nicht.

    Das Problem bei den Neocons ist nicht, dass sie mal links waren. Jeder entwickelt sich und ändert auch mal seine Ansichten (das gilt aber auch für die, die von der anderen Seite kommen).
    Wenn man sich jedoch die Positionen der Neocons anschaut, haben sie ihr rationalistisches - und auch ihr daraus abgeleitetes egalitäres - Weltbild aber gerade nicht aufgegeben. “Liberals mugged by reality” sind eben nicht “former liberals, now commited to individual liberty.”

  35. Freimut
    3.06.2007 | 13:48

    Was ist denn an einem “rationalistischen Weltbild” so falsch? Auch Radnitzky war Rationalist! Oder müssen wir jetzt alle dem allerkatholischsten Obskurantismus des Mises-Instituts in Auburn folgen???

    Und liefert dessen Oberguru Hans-Hermann Hoppe nicht in Tat und Wahrheit Anhaltspunkte, ein rechtstotalitärer Klerikalfaschist zu sein, wie Andreas K. Winterberger ihn vor einiger Zeit bezeichnete?

  36. T. Albert
    3.06.2007 | 18:09

    @DDH:
    1789 gabs jede Menge Ideen. Dass Sie mit dieser Art der Kritik und Ihrer Kennzeichnung jener Ideen als obskur sich auf islamistischer Linie befinden, das ist Ihnen doch klar, oder? Das betrifft übrigens auch die Vorstellungen von Minimalsteuern. Die wollen auch vor 1789 zurück. (Fahren Sie mit der Postkutsche zur Arbeit?) Wenn es jetzt Faschismus ist, dass in der pluralistischen Demokratie über Kindergärten diskutiert wird, während die Kindergärtnerinnen gerade keinen Völkermord verüben, und die FAZ zu grossen staatlichen Einfluss kritisieren kann, dann ist der wohl nicht so schlimm, wie andere Leute behauptet haben, die von Faschisten in Folterlagern totgeschlagen wurden. Und mit einer pragmatischen Diskussion über den Nutzen staatl., religiöser oder privater Kindergärten hat das alles nichts zu tun, die Sie hier auch nicht führen. Sie bräuchten Ihr Kind einfach nicht in den Kindergarten zu schicken, Sie könnten einen eigenen aufmachen, wie die “Kinderläden” der 68er. Sie haben auch nichts mit dem ideologisch bemühten Quatsch jener von Ihnen zur faschistischen Zeugin umidentifizierten Spiegel-Leserin zu tun, ich übrigens auch nicht, weshalb es mir gehörig stinkt, wenn daraus ein Faschismus konstruiert wird, dessen Kritiker, Sie, in realiter die Demokratie meint. Bubis hat nicht die Demokratie gemeint, und mittels historisch verbogenener Interpretation zu diffamieren versucht. Interessant aber ist zugegebenermassen die Denkbewegung, die die Geschichte umkehrt, und jetzt den Faschismus als die folgerichtige Konsequenz der obskuren Ideen der Aufklärung darstellt. Das muss ich ironisch aufrichtig bewundern angesichts all der faschistischen und nazistischen und stalinistischen Versuche, Aufklärung und Moderne mit Sprache und Gewalt abzuschaffen, um anthropologische Atavismen und Obskurantismen als Ideal menschlicher Beschaffenheit zu installieren, und “das Reich” als deren “natürliche” Existenzform herbeizumorden. Man kann das alles bei den faschistischen Autoren mit eigenen Augen nachlesen. Von Mises wiederum sah entsprechend den Faschismus als “Notbehelf” des Kapitalismus an. Das ist auch wieder folgerichtig, denn auch der Faschismus will eben jeden rassisch und ideologisch geeigneten zu seinem eigenen kleinen Kapitalisten machen, der irgendeines bürgerlichen oder sozialistischen Staates nicht mehr bedarf, also auch keiner verrechtlichten “Sozialleistungen” des Ausgleichs, weil es in der pyramidalen Gesellschaftsordnung einer atavistischen Quasi-Natürlichkeit keine Widersprüche mehr geben kann, die verhandelt werden müssten. Mises fand nur den Aspekt der “natürlichen” Gewalttätigkeit dabei ncht so ansprechend, anders als die deutschen Wirtschaftsführer, die, rassisch approbiert, sich gern zu “Wehrwirtschaftsführern” befördern liessen, um sich von all den zukünftigen kleinen Ich-bin-mein-eigener-Kapitalist-Kapitalisten in der Volksgemeinschaft besser abheben zu können.- Das nur nebenbei. Was bei solcherart Faschismus-Kritik, die ihn zur zu sich selbst gekommenen Moderne auf Grund der obskuren Ideen von 1789 stilisiert, rauskommt, ist eben jener. Hoppe braucht man ja nun auch nur mit eigenen Augen zu lesen, was ich mir, ehrlich gesagt, ein zweites Mal nicht antun werde, schon wegen des völkischen und antidemokratischen Antiamerikanismus nicht, der sich dort findet, und sich vorgeblich gegen repressive PC richtet, wie weiland die Nazis selbst:

    “Politisch korrekt” ist das, was die Herrscher und insbesondere die Sieger unter den
    Herrschern proklamieren. Der grosse Sieger des 20. Jahrhunderts, speziell im Hinblick
    auf Deutschland, sind die USA. Die USA haben darum die “korrekte” Interpretation vor
    allem der juengeren Geschichte bestimmt. Das besiegte Deutschland wurde nicht nur
    besetzt, sondern auch umerzogen. Deutschlands Schulen und Universitaeten, unter
    nahezu totaler Kontrolle des Staates stehend, und die staatlich lizensierten Massenmedien
    verkuendeten und verkuenden bis heute die offiziell-offizioese amerikanische Sicht der
    Geschichte und insbesondere des 20. Jahrhunderts als eines Triumphs des Guten ueber
    das Boese. ”
    aus dem Demokratiebuch, dessen Titel alles in allem Stalinismus und Demokratie implizit ineins setzt, das Stalin-Buch der demokratischen KP-Dissidenten Silone, Koestler und Gide hiess: “Ein Gott, der keiner war.”

Bad Behavior has blocked 1588 access attempts in the last 7 days.