19. Mai 2007
Mei, san mir guat!
Wir werden uns wohl darauf einzurichten haben, dass dieses ansonsten sinnlose Symbol der Unpolitik, der G8-Gipfel in Heiligendamm, demnächst die Schlagzeilen beherrschen wird. Nicht wegen der Demonstrationen dagegen, sondern natürlich wegen der damit verbundenen Gewalt. Der Anreiz für die Demo-Inititiatoren, auf dieses Mittel der Öffentlichkeitsarbeit nicht mindestens in wohlwollender Duldung zurückzugreifen, ist einfach zu groß.
Bodo Wünsch weist auf einen netten Einstimmungsclip zur ganzen Chose hin. Ich finde daran noch nicht einmal besonders interessant, wie gründlich mit dem Holzschnitt gearbeitet wird, so dass am Ende kein Zweifel mehr daran bestehen kann, dass “die” (wer genau das ist, wird nicht deutlich, aber um andere als den Zuschauer handelt es sich bestimmt) die Bösen und “wir” (also die Zielgruppe des Clips) die Guten sind. Besonders schön finde ich vielmehr, dass die Guten, um sich richtig gut finden zu können, eigentlich nichts machen müssen, was irgendwie mit Last und Mühe verbunden wäre. In der Gutmensch-Rechtfertigungslehre reicht es einfach schon aus, dagegen zu sein. Danach geht es nur noch um die Party: Zeltlager im Sonnenschein, geile Mucke, ein bisschen Blockieren als Ersatz für die 20 Vaterunser und Avemarias, die man in der Beichte aufgebrummt bekäme, und für alle mit Testosteron-Überdosis noch der Kick bei der Randale. Man kommt zusammen, bestätigt sich gegenseitig, dass man zu den Guten gehört und hat ansonsten einfach nur Spaß. Ein Erlebnis, so verspricht der Clip zum Schluss, von dem man noch lange im Familienkreis berichten können wird.
Bigotterie im Zeitalter der säkularen Spaßgesellschaft. Vielleicht macht ja sogar der Geißler mit, dann haben die G8-Gegner sogar noch einen eigenen Hofnarren.
Verfasst von Rayson um 14:27 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)