Berlin Tea Party? Fehlanzeige.

Neulich nahm ich an einer Unternehmensveranstaltung teil. Einer der Referenten war ein hoher Beamter des Finanzministeriums. Er unterhielt die Anwesenden auf eigentlich recht amüsante, leicht flapsige Weise mit Finanzbeamtenhumor. So in dem Sinne (alles nicht wörtlich sondern sinngemäß zitiert):

“Wir machen die Regeln und sie müssen die einhalten. Ha ha! Und wenn Sie das nicht hinbekommen, streichen wir Ihnen Ihre Vorsteuer. He, he!”

oder:

“Nächstes Jahr sollen wir mehr Umsatz schaffen. Da müssen wir uns wohl mal ein paar Friseurläden anschauen. Haben Sie eine Ahnung, was in kleinen Pizzabuden und Friseursalons an Unkorrektheiten bei der Umsatzsteuervoranmeldung läuft?”

Nichts gegen gesetzmäßig korrektes Verhalten. Nichts gegen Steuern im Allgemeinen und nichts gegen Instanzen, die gegen Regelverstöße tätig werden.

Aber ich würde mir angesichts der Steuergeld- und Abgabensause, die unser Staat veranstaltet, doch manchmal etwas mehr Renitenz des Steuerzahlers wünschen. Es muss ja nicht gleich etwas (oder gar der Beamte) aus dem Fenster geworfen werden. Es würde ja vielleicht schon reichen, dass man nicht über die Witze lacht, die der beamtete Wegelagerer auf des Abgezockten Kosten macht…

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10 Kommentare zu “Berlin Tea Party? Fehlanzeige.”

  1. 24.05.2007 | 16:45

    Oder Michael Kastners “Finanzbeamter”-Song anzustimmen…

  2. 24.05.2007 | 16:59

    Den muss ich mir mal anhören, wenn ich DSL habe.

  3. 24.05.2007 | 17:04

    Wenn ich dran denke, bringe ich ihn nächste Woche auf CD mit.

  4. 24.05.2007 | 17:08

    Oh ja.

  5. DDH
    24.05.2007 | 17:50

    Nichts gegen gesetzmäßig korrektes Verhalten. Nichts gegen Steuern im Allgemeinen und nichts gegen Instanzen, die gegen Regelverstöße tätig werden.

    Das Verhängnis des gesamten deutschen Liberalismus in zwei Sätzen.

  6. Wolfgang
    24.05.2007 | 18:38

    “Es muss ja nicht gleich etwas (oder gar der Beamte) aus dem Fenster geworfen werden.”

    Diejenigen, die damals zum “Marsch durch die Instanzen” angetreten sind, waren da weit weniger zimperlich (und kamen und kommen damit immer noch durch)!

    Frechheit siegt!

    Auch und gerade für die Freiheit muß man eben kämpfen und nicht träumen.

  7. 24.05.2007 | 21:18

    @DDH

    Dass ich deinen Alptraum kurz und knackig in Worte zu fassen vermochte, macht mich doch ein wenig stolz.

    @Wolfgang

    Angesichts der Höhe des Fensters (ca. 8. Stock) wäre das “Kämpfen” im Falle des Beamtenhinauswurfs nur auf eine Art möglich gewesen, die ich keineswegs schätze.

  8. Wolfgang
    24.05.2007 | 22:45

    @Boche

    Hättest dann halt gesagt, dass du herausfinden wolltest, ob sich Beamte tatsächlich nur unter Einwirkung äußerer Kräfte bewegen. ;)

    Aber Spaß beiseite.

    Solange das bürgerliche Lager solche “Spaßvögel” auch noch zu Häppchen und Sekt einlädt, womöglich auch nocht mit dem Hintergedanken, beim nächsten mal nicht zu deren auserkorenen “Friseurläden” zu gehören, kämpft, nein ergibt es sich auf verlorenem Posten!

    Statt dessen die Fete mit einem ordentlichen “Happening” in deren Bude zu verlagern wäre eigentlich angesagt!

    Wer die Regeln ändern will, der muß sie brechen.

  9. 25.05.2007 | 0:37

    @Wolfgang

    “Bürgerliches Lager” ist für die dort anwesend gewesenen Angestellten diverser Unternehmen sicher eine zu charmant daherkommende Übertreibung. ;-)

  10. 25.05.2007 | 1:20

    @DDH

    ganz so einfach ist es ja nicht. ich kenne keinen Liberalen oder Libertären, der nicht ein Einsehen in die Notwendigkeit von Regeln an sich hat. unterschiedliche Ansichten exisitieren nur (wenn auch in sehr große Bandbreite) darüber, für was es alles Regeln geben soll und ob sie vom Staat oder vom Privatsektor aufgestellt werden sollten.

    in dem Artikel geht es im Kern wiedermal um die Frage: darf man gegen unfaire Gesetze verstoßen? (darf man unfaire Steuern hinterziehen?) …allerdings, in dem von dir zitierten Absatz scheint der Autor die Frage leider von vornherein mit nein zu beantworten.

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