29. Mai 2007
Der Steinwurf im assoziativen Nebel
Aussichtslos dem Realismus verfallen, assoziiere ich mit Steine werfenden und Reizgas versprühenden Kriminellen keine westafrikanischen Riten oder gar “falsche Klassenidentifikationen”; sondern von der Justiz zu bestrafende Straftäter (und stimme Zettels Ausführungen zu).
Und ich komme, die Gesetze der Logik (vielleicht mangels ausreichender postmoderner Bildung) für überzeugend haltend, auch nicht spontan auf den Gedanken, die Gegenwehr gegen Steinewerfer als die eigentlich zu kritisierende Gewalt zu betrachten.
Den chinesischen Außenminister als argumentatorisches Beiwerk heranzuziehen, ist das in meinen Augen - gelinde gesagt - dann etwas merkwürdig. Als wären chinesische Oppositionelle und Diktaturopfer mit vermummten, gewaltgeilen Idioten auf irgendeiner Ebene irgendwie das Gleiche, als sei des deutschen Staates Gefahrenabwehr gegen diese mit des Diktators Zusammenknüppelns und -schießens und jahrelangen Internierens oder ins Ausland Treibens Jener vergleichbar.
(Ach nein, merkwürdig ist das nicht. Unanständig ist es.
Wobei ich den Vorwurf nicht tätige sondern nur als mir in den Sinn gekommene freie Assoziation in den Raum stelle. Weil ja auch nichts wirklich behauptet sondern nur zusammengeschwurbeltassoziiert wurde, dort beim Nachbarn.)
PS: Übrigens ist es an Lächerlichkeit nur schwer zu überbieten, wenn die gewalttätigen Krawallmacher in den Medien als “Globalisierungsgegner” bezeichnet werden.
Dann möge man doch bitte zukünftig jeden Dieb auch “Kommunist” nennen, um seine, gegen fremder Leute Privateigentum gerichtete Tätigkeit, ähnlich aufzuwerten.
Aber vielleicht sollen ja die Globalisierungsgegner durch diese Gleichsetzung diffamiert werden? Selbst schuld, müsste man dann allerdings sagen. Was marschieren sie auch zusammen?!
Verfasst von Boche um 14:08 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)