30. Mai 2007
Federal Minimum Wage
In der letzten Diskussion über Mindestlöhne hier bei B.L.O.G. merkte ich an, dass es auch in den USA Mindestlöhne gäbe. Ich wurde daraufhin von einem wirtschaftspolitisch und US-politisch offenbar erfahreneren Kommentator darauf hingewiesen, dass es sich in den USA nur um einen “unechten Mindestlohn” handele, der einen Mißbrauch des Kombilohnes vermeiden solle und allein schon größenordnungsmäßig nicht mit den hier angepeilten rund 7,15€ zu vergleichen sei.
Das sieht allerdings in diesem CNN-Bericht durchaus etwas anders aus. Denn nicht nur steigt der Mindestlohn von 5,15 US$ auf nunmehr 7,25 US$ (was ihn durchaus in die Nähe der in Deutschland geforderten Marke rückt), CNN ist auch der Meinung, dass das die Emfänger des Mindestlohnes direkt betreffen würde (was es ja nicht täte, wenn er nur einen Missbrauch des Kombilohnes verhindern sollte). Mal ganz zu schweigen davon, dass 56% der amerikanischen Bundesstaaten einen höheren Mindestlohn festgelegt haben - und einige davon den Mindestlohn sogar an die Inflation geknüpft haben.
Nun gut, diese neue Erhöhung ist offenbar Bestandteil eines Deals zwischen dem Demokraten und Präsident Bush, sie scheint aber in den USA nicht als eine unmittelbare Katastrophe gesehen zu werden (oder gar als den Absturz in den Sozialismus). Was mich ein weiteres Mal an der Hysterie zweifeln lässt, mit der mancher Mindestlohn-Gegner hier argumentiert.
Meiner Auffassung nach wäre es sinnvoller, die Einführung eines Mindestlohnes im Gesetzgebungsverfahren mit der Einführung des Kombilohnes zu verbinden und gleichzeitig die Höhe des Mindestlohnes zu begrenzen, bevor nach der nächsten Wahl eine Rotfront-Regierung (Danke Zettel!) noch einen Mindestlohn von 8,50 € oder gar 9,50 € einführt. Also eher eine Orientierung an politischen Gegebenheiten als eine Fundamentalposition.
(Hat tip to USA Erklärt)
Verfasst von Karsten um 14:37 Uhr in der Kategorie International, Politik, Wirtschaftspolitik (Trackback)