Clown’s Army für Spiegel sowohl friedlich als auch gewalttätig

Ich weiß nicht, warum ich eigentlich immer noch spiegel.de lese. Ein bekanntlich häufig gelesener Satz in diesem Blog.

Aber fällt der Redaktion nicht der kleine Widerspruch zwischen diesem Video und der Mitteilung im Ticker von 11:42 auf.

In dem Video wird die Clown’s Army überaus positiv kommentiert. Es heisst im Kommentar

Ihre Waffe ist das Lachen, der schrille Auftritt ihr Markenzeichen.

Der abschließende Kommentar des Videos ist:

Maximale Provokation getarnt hinter super guter Laune: Die etwas andere Art zu protestieren

In dem Tickermitteilung heisst es:

Bei der Anti-G-8-Demonstration gestern in Rostock sollen militante Demonstranten chemische Flüssigkeiten gegen Polizisten versprüht haben - das behauptet die Polizei. “Acht Polizisten mussten zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden”, sagte Sprecher Axel Falkenberg. Dies sei ein in Deutschland bislang unbekanntes Vorgehen der militanten Szene. Verursacher seien Mitglieder einer Gruppe namens “Clown’s Army”, die aus Spritzpistolen die bisher unbekannte Flüssigkeit versprühten. Schon am Samstag mussten mehrere Polizisten mit schmerzhaften Hautreizungen medizinisch behandelt werden.

Vielleicht doch keine so nette Gruppe. Die verspühen vielleicht einiges, aber kaum gute Laune. Zumindest nicht bei den Polizisten im Krankenhaus.

Dieser Artikel des ddp erhebt sogar noch stärkere Vorwürfe gegen die Gruppe:

Die «Clown Army» gehört zu den radikalen G8-Gegnern, äußert ihren Protest auch gewaltsam und kostümiert sich dafür als vermeintlich harmlos.[...]
Einige der Globalisierungskritiker [von Clown's Army] trügen beispielsweise Schaumstoff unter ihrer Kleidung oder verbänden sich die Hände, um kräftiger zuschlagen. «Andere haben Messer dabei», erklärt Polizeisprecher Manfred Lütjann am Dienstag in Rostock. Am Wochenende waren mehrere Beamte direkt mit Messern attackiert worden. Auch Rauchbomben würden von manchen Chaoten eingesetzt, so Lütjohann. Rund 50 Polizisten hatten dadurch am Montagabend Augenreizungen erlitten. Wieder andere kamen mit Hammer und Meißel im Rucksack nach Rostock, um dort kiloschwere Brocken aus dem Pflaster zu hacken, mit denen sie die Polizeibeamten bewarfen. Das sei schon eine «neue Qualität» in der Vorbereitung auf Auseinandersetzungen mit der Polizei, sagt Lütjann. Nach seinen Angaben fallen unter den Gewaltbereiten besonders zwei Gruppen auf: der so genannte, sattsam bekannte «Schwarze Block» und eben die «Clown Army». Deren Mitglieder kostümierten sich, um die «Gewalttaten anders aussehen» zu lassen.

Ich kann nicht sagen, welche Ansicht stimmt (ein Tipp habe ich da schon). Allerdings, der Kontrast sollte doch selbst einer Spiegelredaktion auffallen.

P:S. Heute habe ich das erste YouTube-Video innerhalb eines Spiegelartikels gesehen. Spiegel.de wird immer mehr zu einem Blog.

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4 Kommentare zu “Clown’s Army für Spiegel sowohl friedlich als auch gewalttätig”

  1. 5.06.2007 | 18:21

    Auch auf http://www.welt.de werden YouTube Videos mittlerweile eingebunden. Also anscheinend verbreitet sich diese Sitte.

    Und ich finde das gar nicht schlecht, schließlich fordert man von den “alten” Medien sich mal richtig mit den neuen Medien zu beschäftigen und so eun Youtube Video lässt sich von jedem Blog einbauen, weiter verbreiten etc. Und warum sollte ich nicht mal ein Video von Spiegel oder der Welt einbinden möchten?

  2. 5.06.2007 | 18:31

    YouTube-Videos sind für mich irgendwie ein typisches Zeichen für Blogs. Sie sind nun mal kaum manipulationssicher. Zum Beispiel anders als Videos aus der eigenen Redaktion oder von professionellen Agenturen.

    Für YouTube-Videos ist dies weitgehend ok, so. Da reicht eine Selbstkontrolle, aber bei einer Einbettung in “Qualitätsjournalismus” finde ich dies zweifelhaft.

    Gegen eine Möglichkeit zur Einbettung von Spiegel- und Welt-Videos hätte ich gar nich

  3. R.A.
    5.06.2007 | 20:11

    Videos setzen eine deutlich höhere technische Hürde als das normale Browsen - das merkt man schon, wenn man unterwegs ist.

    Und ich habe auch wenig Geduld mit solchen Kinkerlitzchen: Man kriegt da einen Link serviert, meist ohne genaue Angaben, was da nun zu sehen sein soll, und muß dann oft einige Minuten glotzen bis das kommt, was der Linksetzer für interessant hält.
    Bei einem Text gehe ich kurz diagonal drüber und weiß ziemlich schnell, ob ich mich damit beschäftigen möchte.

  4. 6.06.2007 | 8:13

    “Ich weiß nicht, warum ich eigentlich immer noch spiegel.de”

    SpOn mischt fürs intelektuelle Klientel Informationen und eigene Artikel geschickt mit gerade soviel Boulevard, dass man noch dabeibleibt.

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