14. Juni 2007
In der Gedenkstättenrumpelkammer. Für Frieden, Recht und Freiheit.
Ich halte die Entscheidung des Bundeskabinetts, dem Bundesverteidigungsminister die Einrichtung eines “Ehrenmals” zu überlassen, für falsch. Und ich halte die Entscheidung des Bundesverteidigungsministers, ein solches “Ehrenmal” ausgerechnet im Bendler-Block installieren zu wollen, für eine geschichtsvergessene Peinlichkeit.
Die richtige Entscheidung für einen Erinnerungsort an die Bundeswehrangehörigen, die im Dienst ihr Leben verloren haben, ist eine Sache. Diese unter falscher Zuständigkeit am falschen Ort errichten zu lassen, ist eine andere Sache. Die Bundeswehr ist nämlich keine Bundesverteidungsministerarmee, sondern, oft zum Verdruß unserer Verbündeten, eine Parlamentsarmee (mehrere FDP-Politiker und -Politikerinnen haben darauf hingewiesen; aus anderen Parteien habe ich das nicht vernommen).
Zudem befindet sich im Bendler-Block bereits die Gedenkstätte Deutscher Widerstand, und zwar aus gutem Grund. Durch eine zweite Gedenkstätte (aus weit weniger gutem Grund) wird der Bendler-Block zu einer Gedenkstättenrumpelkammer. So werden letztlich beide Gedenkanlässe beeinträchtigt.
Über die Inschrift (“Den Toten unserer Bundeswehr – Für Frieden, Recht und Freiheit.”) sollte man vielleicht auch nochmal nachdenken.
Nein, der Gedenkort für die im Dienst ums Leben gekommenen Bundeswehrangehörigen gehört vor den Reichstag - und nur dort hin, nicht vielleicht irgendwann eventuell zusätzlich auch noch.
Dass man sich dem Thema auch auf richtig peinliche Art und Weise widmen kann, beweist Malte mit seiner unheimlich mutigen, ehrlichen, erfrischenden Bundeswehrkraftzersetzung.
Verfasst von Marian Wirth um 22:38 Uhr in der Kategorie Innenpolitik, Politik (Trackback)