Antreten zum Informationsempfang

Die deutsche Rechtslage gegen das Spontane und Unorganisierte erscheint um so eigenartiger im Hinblick auf die im Namen der “Grundversorgung” selbstsanktionierte Expansion der öffentlich-rechtlichen Medien im Internet. Es gehört schon eine gute Portion Chuzpe dazu, im Netz einen Mangel an Versorgung zu erkennen. Oder, wie der ARD-Vorsitzende Raff es selbstherrlich auf den Punkt bringt, nur im eigenen Angebot die Gewähr für “Qualität, Orientierung und Verlässlichkeit” zu sehen.

Unser Staat, dieser Filz aus Politik, Beamtentum und Lobbyismus, weiß, was uns zu frommen hat. Aus Zwangsgeldern finanzierte Bürokratenonanie ist gut, unabhängiges und individuelles Engagement der Bürger ist schlecht.

Und um uns vor dem Bösen in uns zu bewahren, muss unbedingt überwacht und durchsucht werden. Wer Bürger eines solchen Staates ist, braucht auch keine Inquisition mehr.

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12 Kommentare zu “Antreten zum Informationsempfang”

  1. 21.06.2007 | 21:47

    schon abGE(Z)meldet?

    ;)

  2. 21.06.2007 | 21:50

    Ich schaue fern und achte das Recht, selbst wenn ich es für schwachsinnig halte.

  3. der gute don
    22.06.2007 | 2:19

    Humor haben die bei der GEZ übrigens auch nicht. Als zähneknirschender aber aufrechter Staatsbürger habe ich für unser Büro die Pauschale für “neuartige Rundfunksgeräte” (=PC) angemeldet. Nach einer Woche kam ein Schreiben, in dem neben 5,52 noch ein weiterer Betrag von knapp 18 EUR aufgeführt wurde. Auf meine Rückfrage gestern per Telefon wie hoch denn nun meine Zwangsabgabe jetzt wirklich sei, gabs dann die schnippische Antwort, ich müsse die zwei Seiten genau lesen, das sei nur die Empfangsbestätigung und eine Übersichtaufstellung der Kosten im Allgemeinen. Die Rechnung würde gesondert verschickt. Die Frage, ob das zweimal aufgewendete Porto aus meinen Zwangsabgaben finanziert wird, habe ich mir dann aber lieber gespart, bereits nach der zweiten Erwähnung des Wortes Zwangsabgabe gefror die Leitung förmlich an meinem Ohr ;-)

  4. R.A.
    22.06.2007 | 10:19

    Ich habe eine gewisse Hoffnung, daß die Staatssender an ihrer eigenen Gier ersticken.

    Mit der PC-Gebühr oder ihren neuen Internet-Angeboten werden sie auch bei vielen unglaubhaft, die auf das Märchen von der Grundversorgung noch reingefallen sind.

    Die Zeit arbeitet deutlich für uns.

  5. 22.06.2007 | 12:52

    Ich bin mir da wirklich nicht sicher. Könnten private Anbieter eine vergleichbare (Un)abhängigkeit bieten? Was mich wirklich mal interessieren würde, wären Vergleichszahlen betreffend Größe der Sender und Kosten/Nutzen Ergebnis. Die Rechtsprechung des BVerfG ist da ziemlich eindeutig, wenn das auch nicht richtig sein muss. Gerade beim Rundfunk finde ich das aber auch wirklich schwer.

  6. 22.06.2007 | 12:58

    @MO

    Was verstehst du im Zusammenhang mit den Öffentlich-Rechtlichen unter “Unabhängigkeit”?
    Die Unabhängigkeit des Beamten scheint mir doch Illusion zu sein, oder?

    Und an privaten Sendern ist doch das Gute, dass mir deren interne Kosten-Nutzen-Rechnung egal sein kann. Meine eigene Rechnung entscheidet über mein eigenen Konsum.

  7. 22.06.2007 | 13:07

    Das ist der Punkt: Bei den Öffis weiß ich meistens, wer ein Interesse an der verbreiteten Information hat. Eben die Beamten und Parlmentarier. Die Berichterstattung ist konsequent einseitig und daher leicht auszurechnen. Ob die Möglichkeit der Einflußnahme bei Fehlen staatlichen Rundfunks die gleiche wäre, wage ich zu bezweifeln.

    Dass das alles vollkommen überfinanziert ist, ist allerdings auch klar. In meinen Augen sollte man das öffentlich-rechtliche wirklich zur Grundversorgung machen. Keine TV Shows, keine Spielfilme (es sei denn Sparten oder Nischen, die pädagogisch wertvoll bzw. historische Bezüge haben).
    Das was im Moment läuft ist jedenfalls zu viel für zwangsabgabenfinanziertes Fernsehen.

  8. 22.06.2007 | 13:15

    Welche “Möglichkeiten der Einflussnahme” meinst du?

    Mit einem absoluten Grundversorgungsprogramm könnte ich sicher leben. Wobei ich selbst das für fragwürdig hielte. Wer informieren will und niemanden findet, der ausreichend interessiert ist, dafür zu bezahlen, der soll das bitteschön selbst finanzieren.

  9. 22.06.2007 | 13:16

    Ich darf vielleicht in aller Bescheidenheit darauf hinweisen, dass es hier nicht um “Rundfunk”, sondern um Internetauftritte geht.

  10. 22.06.2007 | 13:25

    Das stimmt.
    Wir sind wieder ins Allgemeine abgedriftet.

  11. 22.06.2007 | 15:33

    @rayson

    Ich schaue fern und achte das Recht, selbst wenn ich es für schwachsinnig halte.

    …nicht alles, was ist einem gesetz steht, ist auch recht.

  12. 22.06.2007 | 18:59

    Nun gut, aber der klassische Rundfunk wird schon bald verschwunden sein.

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