Unternehmertum als Kunst

Ich habe mit Kunst recht wenig am Hut. Mein bildnerisches Verständnis ist bei den Impressionisten stehen geblieben, mein akustisches hat bei “Bitches Brew” erst angefangen, und mein dramatisches verlangt nach einer Selbstironie, die ich bislang nur bei den Absurden gefunden habe.

Aber als ich heute Matthias Hartmann bei Frank A. Meyer reden hörte, da drängte sich mir ein Vergleich auf:

Unternehmer und Künstler - Menschen aus demselben Holz?

Da ist etwas dran. Die Wagnisse, denen sich der Künstler ausgesetzt sieht, gleichen denen des Unternehmers. Es gibt eine große herrschende Meinung, die Neuerungen als schädliche Abweichung begreift. Man muss an seine Idee glauben, wenn man sich durchsetzen will. Und man muss letztlich ein Publikum überzeugen. Das nicht eine Majorité zu umfassen hat, sondern nur einen Kreis, der das Gebotene ausreichend goutiert, um es auch so zu entlohnen.

Aber auf Dauer hat nur das Wagnis Erfolg. Wer meint, alles zu wissen und das Geheimnis des Erfolgs aus der Vergangenheit herleiten zu können, hat schon verloren. Es bleiben die, die sich permanent häuten, die immer wieder Neues probieren.

Ich glaube, die Parallelen sind kein Zufall.

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13 Kommentare zu “Unternehmertum als Kunst”

  1. 25.06.2007 | 23:26

    Wobei man noch nicht genau sagen kann, ob es die Deutschen ihren Künstlern oder ihren Unternehmern schwerer machen: solange sie klein sind, haben es jedenfalls beide nicht leicht …

  2. 25.06.2007 | 23:38

    Definitiv. Der Deutsche liebt die Abweichler nicht.

  3. 25.06.2007 | 23:51

    Magst Du etwa Abweichler? Obszön.

  4. 25.06.2007 | 23:56

    Tja. Wir sollten uns langsam fragen, wohin wir auswandern könnten ;-)

  5. 26.06.2007 | 0:03

    @David

    Als Hayek-Liberaler verlange ich geradezu danach.

    @stefanolix

    Wenn ich nicht das Alter erreicht hätte, in dem mich keine Einwanderungsnation mehr nimmt, und wenn ich nicht auf meine Liebste getroffen wäre, wäre vielen einiges erspart geblieben.

  6. 26.06.2007 | 8:48

    Ja, die Deutschen lieben es, die Arbeit der anderen in quantitativen Größen messen und kontrollieren zu können. Das ist so schön vergleichbar. Da stört es auch nicht, dass Routinetätigkeiten jedweder Art immer mehr automatisiert und outgesourced werden. Wir sind halt Kontrollfreaks.

  7. T. Albert
    26.06.2007 | 23:07

    ich versteh den Vergleich als Vergleich nicht. Künstler sind Unternehmer, jedenfalls dann, wenn sie von ihrer Arbeit leben wollen und müssen! Ich zahle auch Steuern auf Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit.

  8. 26.06.2007 | 23:22

    @T.Albert

    Es soll ja auch noch andere Unternehmer geben als solche, die in die Künstlersozialkasse einzahlen…

  9. T. Albert
    27.06.2007 | 0:27

    Ach, die KSK, in die ich ja schon lange nicht mehr einzahle, ist ein gutes Beispiel für die Folgen einer merkwürdigen Mentalität, die prinzipiell davon ausgeht, dass künstlerische Arbeit nicht zu bezahlen sei. Das war nicht immer so. Als die anderen Unternehmer nämlich noch so ehrlich waren zuzugeben, dass sie deren Produkte wollen und sich getrauten, selbst zu urteilen anstatt ihre Urteilsfähigkeit outzusourcen.

  10. R.A.
    27.06.2007 | 10:14

    @T.Albert:
    > die KSK, … ist ein
    > gutes Beispiel für
    > die Folgen einer
    > merkwürdigen
    > Mentalität, die
    > prinzipiell davon
    > ausgeht, dass
    > künstlerische Arbeit
    > nicht zu bezahlen
    > sei.
    ???
    Die Sozis, die Konstrukte wie die KSK verbrochen haben, haben bestimmt keine solche Mentalität.

    Sondern die gehen wie gewohnt davon aus, daß mit Steuersubventionen ausgeglichen werden muß, wenn die Kundschaft kein Interesse an einem Produkt hat.

  11. T. Albert
    27.06.2007 | 11:44

    Lieber R. A.,

    ich glaube, davon versteh ich jetzt etwas mehr. Als ästhetischer Unternehmer (jetzt geb ich Rayson mal explizit recht, ich existiere nämlich glücklicherweise als Freiberufler, der nicht in der KSK ist) weiss ich, wie sehr meine Produkte gefragt sind. Und ich weiss auch, wer sie anfragt, ich weiss auch, wer sie bezahlt. UNd wer nicht. Ich arbeite übrigens auch auf Nachfrage, und die ist nicht so gering, wie Sie glauben, kurzum, es gibt jede Menge Aufträge und Wettbewerbe von privater wie öffentlicher Wirtschaft, die aber am besten gratis erledigt werden sollen. Das hat was mit einer Mentalität zu tun, die argumentativ nur noch auf das transzendierende Moment der künstlerischen Arbeit abhebt, um in dessen Besitz zu gelangen. Aber nur sehr bedingt mit Themen wie Angebot und Nachfrage. Diese Mentalität wohlwollend tuender Aneignung der Arbeit anderer hat es nicht immer so gegeben, wie ich oben sagte, die gibt es auch nicht überall, in der Schweiz bspw. ist das anders. Drum sieht die auch besser aus.

    -Ihr Einwand zeigt lediglich, dass SIe vom bösen Sozi-Konstrukt KSK, das von einer CDU- Regierung eingeführt wurde, nicht allzuviel zu wissen scheinen.
    - UNd welche Mentalität haben die Sozis bestimmt nicht? Ich frag nur nochmal nach.

  12. R.A.
    27.06.2007 | 12:02

    @T.Albert:
    Ich glaube ja gerne, daß in Deutschland weniger Neigung besteht, für Kunst Geld auszugeben.

    Das hat nur nichts mit der KSK zu tun.
    Die auch dann ein Sozi-Produkt ist, wenn es die CDU-Sozis eingeführt haben.

    Und bei den Details reicht mir das Wissen, daß dort schon wieder ohne vernünftigen Grund Steuergelder in Umverteilungs-Bürokratien verbraten werden.

  13. T. Albert
    27.06.2007 | 15:54

    @R.A.
    ich rede von der deutschen Neigung bestellte Leistungen nach Lieferung nicht zu bezahlen.

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