Bildungsgrenzen

Kaum diskutiert man über Bildung, beschwört man die alten Geister herauf: Hier die Befürworter des dreigliedrigen Schulsystems, dort deren Gegner.

Wobei die Gegner meist nicht auf etwa ein zweigliedriges System abzielen, sondern auf eins mit nur einer Schulform. Das dreigliedrige System hat tatsächlich den Mangel, sozusagen zwischen den Fronten zu stehen. Denn das beste aller Schulsysteme sähe so aus: Jeder Schüler bekommt einen Privatlehrer an die Seite gestellt, der die Begabungen dieses Schülers bestmöglich fördert und seine Schwächen bestmöglich kompensiert. Der Übergang auf weiterführende (Hoch-)Schulen wäre dann durch Tests geregelt, die diese Schulen selbst definieren. Das wäre die perfekte Chancengerechtigkeit. Noch perfekter, sie beim Kindergarten beginnen zu lassen, der dann natürlich Pflicht wäre (ach, wie sich die Forderungen von Experten der pöhsen, neo-neo-neoliberalen Bertelsmann-Stiftung und hundsgewöhnlichen Linken doch gleichen können…).

Dem gegenüber stehen zwei Extreme.

Extrem 1: Wir trennen nach der vierten Klasse in doof, weniger doof und intelligent. Damit stellen wir sicher, dass die Doofen, die weniger Doofen und die Intelligenten unter sich sind und sich gegenseitig nicht behindern, während ihnen eine schulische Betreuung zuteil wird, die diesen drei Gruppen entspricht.

Extrem 2: Alle gehören in eine Schule, alle lernen das Gleiche, alle können das Gleiche, und im Verfahren “learning by Pilzzucht” wird alles Herausragende abgeschnitten. Am Ende stehen nur noch angeblich Superbegabte.

Dummerweise können wir beide Extreme erleben. Das dreigliedrige System ist in Wirklichkeit allzu oft eins, das Erfolgreiche und Gescheiterte kennt. Erfolgreich ist, wer es ins Gymnasium schafft, gescheitert ist, wer es nicht schafft. Innerhalb der Gescheiterten gibt es dann noch die mit Hoffnung (Realschule) und die ohne (Hauptschule). Wobei das extrem grob geschnitzt ist: Es gibt Bundesländer, in denen es zwar schwieriger ist, ins Gymnasium zu kommen, die aber andererseits ihren Hauptschulabsolventen echte Perspektiven eröffnen können, während es andere Länder gibt, wo bei beidem das Gegenteil der Fall ist.

Während es wiederum bestimmte Gesamtschulen gibt, die mit modernen Methoden alle ihre Schüler zu guten Leistungen bringen, denen aber andererseits solche gegenüberstehen, die ihren Schülern lediglich gute Noten verschaffen ohne die Leistung dahinter.

Daraus können wir schließen: Es liegt nicht am System, sondern daran, wie nahe es jeweils dem Ideal gebracht wird. Es ist falsch, aus ideologischen Gründen auf ein dreigliedriges System zu bestehen, ohne es in Richtung einer höheren Durchlässigkeit zu ändern. Und es ist falsch, nur in der Abschaffung des dreigliedrigen Systems das Heil zu sehen, ohne darauf zu achten, wie die nötige Differenzierung zwischen den Begabungen erzeugt wird.

Was also tun? Für Liberale liegt die Antwort auf der Hand: “Geben Sie Schulfreiheit, Sire!” Akzeptieren wir als Liberale und Nicht-Libertäre mal die staatliche Zuständigkeit für das Bildungsniveau. Dann wäre doch ein System denkbar, in dem der Staat bestimmte Qualifikationsgrenzen festlegt, es aber den Schulen überlässt, wie dieses es erreichen. Jeder Schüler bekommt einen “Bildungsgutschein”, der ihn dazu berechtigt, die bestmögliche Qualifikation zu erreichen. Schulen, ob privat oder staatlich, sind autonom in der Gestaltung ihrer Lehrpläne und der Akzeptanz von Bewerbern, ihr Budget wird sonst aber nur (es sei denn, weitere Quellen bestünden) durch die Zahl der eingereichten Bildungsgutscheine bestimmt.

Ob wir so weit gehen müssen wie Dänemark, wo es keine Schulpflicht gibt, ist eine andere, aber nicht zu ignorierende Frage.

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26 Kommentare zu “Bildungsgrenzen”

  1. 3.07.2007 | 21:06

    Das klingt ja auf den ersten Blick ganz nett, aber wenn man davon ausgeht, dass über 25% aller Schüler während ihrer Schullaufbahn den Wohnort wechseln, dann ist es mit dem jetzigen System schon schwierig genug, erfolgreich zu sein.
    Das ganze Gerede über Wettbewerb wird doch ad absurdum geführt wenn man bedenkt, wie denn der Wohn- und damit der Schulort der Kinder gewählt wird. Im Allgemeinen wird es der Wohnort der Eltern sein, der sehr oft an den Arbeitsplatz zumindest eines Elternteils gekoppelt ist. Wenn die Mutter als Bereichsleiterin bei DaimlerChrysler von Bremen nach Landau wechselt, wir sie vermutlich ihre Kinder ebenso mitnehmen wie der Betriebsschlosser, der von Dessau nach Augsburg umzieht, weil er eine neue Arbeitsstelle bekommt.
    Das ganze wird in der Fläche dadurch verschärft, dass es teilweise zu wenig Schüler gibt, um mehr als eine weiterführende Schule in erreichbarer Nähe zu finanzieren. Die Uckermark hat weniger Schüler als Neukölln, allerdings deutlich mehr Gebiet. Da wird es schwierig, eine Schule aus dem Boden zu stampfen, völlig egal wie schlecht die bisherige ist. Und als Handwerker in Schwedt wird man vermutlich nicht deshalb Richtung Berlin umziehen, weil die Kinder dann eine bessere Bildungschance erhalten.
    Ich bin ein starker Befürworter der Freiheit für Unis und Fachhochschulen, aber solange man am Rockzipfel der Eltern quer durch die Republik “geschleift” werden kann, sollte sich der Staat bemühen, nicht noch höhere Barrieren aufzutürmen.

  2. 3.07.2007 | 21:16

    @Markus Ritter

    Und warum ist das ein Argument gegen Bildungsgutscheine?

  3. Ben
    3.07.2007 | 21:28

    @Rayson

    Ich würde ja gerne irgendeine Aussage in dem Artikel finden, der ich widersprechen kann (das macht einfach mehr Spaß), schaffe es aber beim besten Willen nicht.

    Ich glaube ich muss mich erstmal hinlegen… ;-)

  4. 3.07.2007 | 21:32

    Nicht gegen Bildungsgutscheine sondern gegen die Freigabe der Lehrpläne. Entweder man legt die Qualifikationsgrenzen sehr eng, dann kann man als Schule eigentlich nichts anderes machen als an diesen zu kleben (und dann ändert man am jetzigen Status nichts), oder man fasst sie weiter, dann wird es problematisch, wenn innerhalb eines Jahres die Schule gewechselt werden muss.

    Es könnte Schulen geben, die Blockunterricht (alle Mathe des Schuljahrs am Stück, danach Deutsch und Bio)für eine sinnvolle Art und Weise der Stoffvermittlung halten (die Forstwissenschaftler an der Uni Freiburg tun das auch, ich weiss, das sind Studenten), eine andere Schule könnte einen interdisziplinären Ansatz für den besten halten und so das Jahresprogramm ganz anders aufbauen, als eine “herkömmliche” Schule, die wie bisher unterrichtet.
    Solange man zwischen diesen Formen wählen kann und nicht gezwungen ist, unvorhersehbar zu wechseln ist das sicherlich faszinierend. Wenn man sich allerdings die innerdeutsche Bevölkerungswanderung anschaut, dann wird der Teil, auf den das zutrifft, immer kleiner.
    Fast im gesamten Osten (ausserhalb der Ballungsgebiete) gibt es ausserdem für die Schüler momentan keine Wahlmöglichkeit der Schule. Auch in Teilen Schwabens, Niederbayerns und Niedersachsens gibt es genau 1 Gymnasium, auf das man gehen kann. Ich denke nicht, dass sich das durch eine grössere Schulfreiheit ändern würde. Wenn man dann Pech hat, wird man zur Laborratte von Schulexperimenteuren.

  5. 3.07.2007 | 21:46

    Wäre der Bildungsgutschein auszahlbar oder wäre dies quasi der Mindestpreis den jede Schule kosten würde?

  6. 3.07.2007 | 22:04

    @Klaus

    Er wäre nichts weiter als eine Allokation des staatlichen Budgets nach Schülerzahlen.

  7. 3.07.2007 | 22:07

    @Markus Ritter

    Ok, jetzt habe ich das Argument verstanden. Glaubst du nicht, dass sich im Wettbewerb auch die nötigen Schnittstellen ergeben würden?

    Und eine schlechte regionale Ausstattung mit Schulen würde sich doch genau dann ändern, wenn die Nachfrage etwas anderes erfordert. Im Gegensatz zu den intransparenten Entscheidungen heute.

  8. der gute don
    3.07.2007 | 22:13

    25% aller Schüler während ihrer Schullaufbahn den Wohnort wechseln, dann ist es mit dem jetzigen System schon schwierig genug, erfolgreich zu sein.

    mit Verlaub, das ist doch Unsinn. Die Kernfächer beihalten im Wesentlichen doch den gleichen Lernstoff, ausgerichtet am jeweiligen Wissensstand der Pädagogik des jewieligen Faches. Mathe ist Mathe und Geschichte ist Geschichte, ich bin selbst während meiner Gymnasialzeit länderübergreifend umgezogen. Kein Problem, Lehrer der neuen Schule nehmen im übrigen Rücksicht auf Lebensumstellungen Ihrer Schüler.

  9. 3.07.2007 | 22:19

    @der gute don

    Egal, wie unterschiedlich man das im Status Quo sieht, das Argument von Markus zielt doch darauf ab, dass es bei einer Freigabe der Lehrpläne, die wir eben momentan nicht haben, zu einer Immobilität kommen würde. Ich sehe das anders. Wie siehst du das?

  10. 3.07.2007 | 22:47

    Also der Staat legt einen Mindestpreis für eine Dienstleistung fest und ist gleichzeitig (vorerst) der größte Anbieter dieser Dienstleistung. Wie soll da Wettbewerb entstehen? Höchstens in der Theorie, in der Praxis haben wir zu viele Altlasten (Beamtenstatus der Lehrer, leistungsunabhängige Gehälter, Defizite in der Lehrerausbildung) und zu viele Beschränkungen (Probleme der ländlichen Gebiete, Erreichbarkeit der Schule, häufige Schulwechsel für Kinder kaum zumutbar). Für Großstädte und Kinder reicher Eltern wäre ein Bildungsgutschein sicher eher ein Gewinn.

  11. 3.07.2007 | 22:47

    @der gute don:
    Darf ich fragen, wie lange das her ist?
    In den letzten 10 Jahren und im Zuge der Pisa-Studie ist ein Eifer über die diversen Kultusministerien hereingebrochen, der seinesgleichen sucht.
    Wenn man bedenkt, dass in Baden-Württemberg in der Rheinschiene französisch in der Grundschule gelehrt wird, im übrigen Landesteil aber englisch lässt mich das nicht an einen einfachen Wechsel in der 4. Klasse glauben. Und das ist innerhalb eines Bundeslandes.
    Die Zahl der Schüler die wechseln ist ebenfalls im steigen begriffen. Während ich vor 24-15 Jahren gerade mal 1 bis 2 neue Mitschüler pro Jahr und Klassenstufe hatte, liegt das heute in der Klasse meines Cousins um ein mehrfaches höher (dummerweise listen die statistischen Landesämter das nicht genauer auf, so dass ich auf diesen nicht repräsentativen Querschnitt angewiesen bin). Die Zeit, die der Lehrer pro Wechselschüler aufbringen kann, sinkt also. Umso mehr man hinzurechnet, dass sowohl die Arbeitszeit als auch die Klassengrösse gestiegen ist.

    Natürlich schlüpft Rom auch in Sachsen 753 v. Chr. aus dem Ei, die Frage ist allerdings, in welchem Schuljahr. Ich bspw. hatte in Klasse 5-9 einen Überblick von der Steinzeit bis zum 2. Weltkrieg, in der 10. Klasse keine Geschichte und in der Oberstufe dann ausgewählte Themen der letzten 200 Jahre. In Mathe hatte ich im Leistungskurs Analysis und Stochastik, andere hatten lineare Algebra. Wenn man dann ein Jahr vorm Abitur wechseln muss, sieht das schon bitter aus.

  12. 4.07.2007 | 0:08

    @Klaus:

    Also der Staat legt einen Mindestpreis für eine Dienstleistung fest und ist gleichzeitig (vorerst) der größte Anbieter dieser Dienstleistung.

    Ich denke, der Gedanke ist, die Schulen alle zu privatisieren. Aber Du hast recht - mit den Lehrern im Beamtenstatus wird das natürlich sehr schwierig sein. Andererseits: Waren die Mitarbeiter von Post, Bahn und Telekom nicht auch zu einem erheblichen Teil Beamte?

  13. 4.07.2007 | 0:42

    @Markus Ritter

    Zunächst mal lässt siche eine unfreie Situation schlecht mit dem angestrebten Ideal einer freien vergleichen. Die Argumente nähme ich zur Kenntnis, wenn das Objekt ihrer Kritik sich als vom Wettbewerb unbeirrbar erwiese. Aber genau das bezweifle ich.

  14. 4.07.2007 | 0:46

    @Klaus

    Also der Staat legt einen Mindestpreis für eine Dienstleistung fest

    Nein, Er legt ein Budget fest.

    und ist gleichzeitig (vorerst) der größte Anbieter dieser Dienstleistung.

    Momentan sicher. Aber nur, weil es anders praktisch nicht geht. Was meinst du würde sich bei einer Öffnung ergeben?

    Höchstens in der Theorie, in der Praxis haben wir zu viele Altlasten (Beamtenstatus der Lehrer, leistungsunabhängige Gehälter, Defizite in der Lehrerausbildung)

    Altlasten ließen sich gesondert behandeln.

    und zu viele Beschränkungen (Probleme der ländlichen Gebiete, Erreichbarkeit der Schule, häufige Schulwechsel für Kinder kaum zumutbar).

    Und wie schnell diese Probleme durch Wettbewerb verschwinden würden!

    Ich weiß, die Unterschätzung der durch Wettbewerb ausgelösten Dynamik ist ein altes kognitives Problem. Aber Lernen ist erlaubt.

  15. 4.07.2007 | 0:51

    @Ben

    Ich fühle mich zwar ob deiner Duldsamkeit geschmeichelt, schreibe hier aber eigentlich nur um des Widerspruchs willen…

  16. 4.07.2007 | 1:16

    @ Karsten

    Natürlich läuft dies auf eine Privatisierung hinaus, aber die Bildungsgutscheine müssen schon zuerst kommen. Alle Schulen werden sicher nicht privatisiert, auf dem platten Land wird man ein Angebot aufrecht erhalten müssen, auch wenn man dort nur “Miese” macht. Private Investoren werden sich also die Rosinen herauspicken und dort ihre Schulen eröffnen wo Eltern beriet sind mehr zu bezahlen. Wie gesagt: für Kinder mit Eltern, die noch zusätzlich ein paar Tausend Euro pro Jahr locker machen können, wäre dieser Systemwechsel sicher ein Gewinn.

    Wie gesagt: woher soll der Effizienzgewinn herkommen, wenn der Staat einen Mindestpreis festsetzt, Schulpflicht vorschreibt, das Bildungsniveau festlegt und für - realistisch gesehen - lange Zeit der größte Anbieter sein wird?

    Post, Bahn und Telekom sind mehr oder weniger noch immer Monopolisten in ihren Märkten, und dadurch können sie sich immer noch Ineffizienzen leisten und Altlasten mitschleppen. Gerade aufgrund dieser Beispiele bin ich eher skeptisch. Für einen Systemwechsel im Bereich Bildung müsste man einen sehr langen Atem haben. Aber was lasse ich mich von Rayson aufs Glatteis führen, ist doch eh’ alles unrealistisch hierzulande, wo man noch nicht einmal die Steuergesetzgebung vereinfachen kann.

  17. 4.07.2007 | 1:24

    Private Investoren werden sich also die Rosinen herauspicken und dort ihre Schulen eröffnen wo Eltern beriet sind mehr zu bezahlen.

    Das wäre kein Unterschied zu heute.

  18. 4.07.2007 | 2:06

    @ Rayson

    Doch, da wäre ein Unterschied: die reicheren Leute würden Dank des Bildungsgutscheines Geld sparen. Die Dynamik die der Wettbewerb entfesseln kann, hängt nun mal von den Randbedingungen ab. Wie oben ausgeführt halte ich diese für besonders schlecht im Bildungsbereich. Vergleiche doch mal die Privatisierung der Stromerzeuger mit der Telekommunikation im Bereich Internet und Handy. Warum ist Letzteres eher eine Erfolgsstory, während ich mittlerweile 18Cent/kWh zahlen muss?

    Der Staat legt nur das Budget fest … ja, klar dass ist natürlich was ganz anderes … äh, wie bitte? Also solange ein Anbieter nicht sagen kann: “Geben Sie mir einen Bildungsgutschein und schicken sie ihr Kind auf meine Schule dann kriegen sie 1000 Euro bar auf die Kralle” solange bleibt ein Bildungsgutschein ein Mindestpreis den kein Anbieter unterbieten muss.

  19. 4.07.2007 | 2:19

    @Klaus

    Halten wir doch mal die Dinge auseinander. Eine Privatisierung mittels Gutschein gibt es bisher nicht. Und wenn es denn so schlimm wäre, dass die “reicheren Leute Geld sparen” würden (warum eigentlich?), dann sollten wir uns lieber Gedanken machen, warum wir Verteilungs- unsere Bildungspolitik beeinflussen lassen.

    Also solange ein Anbieter nicht sagen kann: “Geben Sie mir einen Bildungsgutschein und schicken sie ihr Kind auf meine Schule dann kriegen sie 1000 Euro bar auf die Kralle” solange bleibt ein Bildungsgutschein ein Mindestpreis den kein Anbieter unterbieten muss.

    Der Anbieter muss gar nix sagen, nur jeden Bewerber akzeptieren.

  20. 4.07.2007 | 2:24

    Und kriegt dann selbst den entsprechenden Anteil, natürlich…

  21. Ben
    4.07.2007 | 2:43

    @Rayson

    Tut mir leid dich enttäuschen zu müssen, aber diesmal kriegst du ja auch ohne mich genug Widerspruch…

  22. 4.07.2007 | 2:49

    @Ben

    Viel Feind, viel Ehr ;-)

  23. 4.07.2007 | 9:05

    @Klaus:

    Wieso Geld sparen? Ist Dir klar, dass Privatschulen (sofern staatlich anerkannt) auch heute einen erheblichen Teil ihres Budgets vom Staat bekommen?

  24. der gute don
    4.07.2007 | 9:12

    Markus zielt doch darauf ab, dass es bei einer Freigabe der Lehrpläne, die wir eben momentan nicht haben, zu einer Immobilität kommen würde. Ich sehe das anders. Wie siehst du das?

    ich gehe davon aus, das bei Freigabe der Lernpläne auch die “Zulieferer” der Schulen in einem Wettbewerb stehen, dem die Schulen -manche zwar schneller als andere- aber prinzipiell folgen. Die Zulieferer (Verlage der Schulbücher) versuchen Ihre Lernmaterialen am “State of the art” auszurichten und Effizienz Ihrer Publikationen (auch pädagogische) sicherzustellen.

    Soweit ich das sehe, geht es in vielen Fächern (Naturwissenschaftlichen, Geschichte, Erkunde) vorwiegend um Methodik und die ist immer ähnlich. Und klar, den REst muß man durch Fleiß kompensieren, aber ein Umzug verlangt einer Familie nunmal Anstrengungen ab, daß ein sich änderndes Schulsystem diese erhöht, halte ich für Unsinn. Fächer wie Mathematik und Fremdsprachen werden sich ohnehin nur marginal unterscheiden, den sie richten sich nach einem Bedarf in der Zukunft des Schölars aus.

    Und ganz ehrlich, die menschliche Komponente: die Lehrer erkennen doch einen fleissigen Schüler mit Potential und werden doch auf die individuelle Situation eingehen. Und je individueller das neue System, umso individueller wird der Lehrkörper darauf eingehen. Systeminhärent sozusagen.

  25. der gute don
    4.07.2007 | 10:17

    Nachtrag: Interessanterweise basierte zu meiner Zeit am Gymnasium bei verschiedenen Fächern kaum eine Prüfung auf dem Lernstoff einer vorherigen. In Geschichte, Religion, Erdkunde, Sozialkunde, Kunst, Sport und Musik zumindest enstehen einem wechselnden Schüler damit kaum Nachteile.

    Und auch später an der Uni interessiert sich kein Mensch dafür, was Du an der Schule gelernt oder nicht gelernt hast, es wird einfach von Dir erwartet. Wenn Du es nicht kannst, mußt Du Dich selbst darum kümmern. In meinem Studium hat auch niemand gefragt wer kein englisch kann. Englische Literatur war trotzdem fast immer beim Prüfungsstoff relevant. Aber wie gesagt, Fleiß ist in einem Bildungswettbewerb immer ein entscheidungskritisches Merkmal. Warum auch nicht?

  26. R.A.
    4.07.2007 | 10:48

    @Rayson:
    Ein sehr schöner Beitrag.
    Es ist in der Tat eigentlich nebensächlich, wie ein Schulsystem offiziell gegliedert ist.
    Relevant ist nur, was IN den Schulen vorgeht.

    Und der Schlüssel zu besserer Bildung liegt in deutlich mehr Autonomie der Schulen, die sich viel stärker spezialisieren müßten.
    Und zwar nicht auf bei den mehr aufs Intellektuelle fixierten Schulen gymnasialen Typs, sondern erst recht bei den Schulen für Kinder, die ihre Stärken beim Praktischen haben.

    Natürlich gibt es Grenzen der Spezialisierung, insbesondere im ländlichen Bereich. Aber bis auf die Problematik mit der Fremdsprachen-Folge ist nichts davon wirklich ein Hindernis für Mobilität. Das ist mit gutem Willen immer lösbar.

    Ob man das Ganze am Ende dann über Bildungsgutscheine finanziert, ist m. E. nebensächlich.
    Wenn die Schulen eigenverantwortlich über ihr Budget entscheiden können (incl. Lehrerbesoldung!), geht das auch mit normalen staatlichen Schulen.

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