Chinesen überlegen oder: Sind Sozialisten empathischer?

Der Research Article trägt den Titel “The Effect of Culture on Perspective Taking”(pdf); die dazu gehörende Presseerklärung ist - mediengerechter - mit “Americans trail Chinese in understanding another person’s perspective” betitelt. Das wird selbstverständlich vom SpOn gerne übernommen: Chinesen einfühlsamer als Amerikaner. Focus Online wählt “Sind Sozialisten empathischer?” als Titel - und ich bemühe mich seit einer Stunde, sowohl die Versuchsanordnung, als auch dieses Symbol-Foto zu verstehen.

Naja, jedenfalls haben 20 Versuchs-Chinesen eine Aufgabenstellung schneller begriffen und erfolgreicher umgesetzt als 20 nicht-asiatische Versuchs-Amerikaner. Das überrascht mich nicht. Ich habe mich damit abgefunden, dass ich in allem schlechter bin als ein vergleichbarer Vergleichs-Chinese. Gut, bei Deutsch in Wort und Schrift habe ich noch Chancen, aber beim Merken von Telefonnummern und Orientierung auf Stadtplänen? Nix zu machen.

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9 Kommentare zu “Chinesen überlegen oder: Sind Sozialisten empathischer?”

  1. stefanolix
    12.07.2007 | 22:36

    Es ist kein Wunder, dass die Chinesen eine bessere »Fähigkeit zum kommunikativen Austausch mit den Mitmenschen« besitzen: die sind ja auch viel mehr als wir.

    Und dann denke ich daran, wie weit es bei manchen deutschsprachigen Bloggern mit dieser Fähigkeit her ist … Man kann sich ja zuweilen auch mit lesenswerten Klassenfeinden über zwei bis drei Kommentare vernünftig unterhalten, aber dann hört es plötzlich auf und es werden wieder irgendwelche Feindbilder abgerufen.

  2. 12.07.2007 | 22:40

    stefanolix,

    wie- und der Sozialismus hat damit nichts zu tun? Und hast Du das Symbolfoto verstanden?

  3. 12.07.2007 | 22:58

    Wieso - ich dachte, so sehe ein typischer Chinese aus!?

  4. 12.07.2007 | 23:09

    Ich hatte eher auf “typisch amerikanischer individualistischer Versager” getippt. Aber wenn Du das sagst.

  5. stefanolix
    12.07.2007 | 23:12

    Ich kann das Symbolfoto nicht verstehen, denn mir fehlt ja die »Fähigkeit zum kommunikativen Austausch mit den Mitmenschen« ;-)

    Ich nähere mich dem Problem also von der EDV-Seite: das Foto hatte im DMS die Tags »ausgeprägt individuell« und »weißer US-Bürger«. Somit war es für den Einsatz in diesem Artikel prädestiniert.

    Und außerdem habe ich bei Stefan Niggemeier gelernt, dass Symbolfotos wahrscheinlich sowieso nach dem Zufallsprinzip eingefügt werden …

  6. 12.07.2007 | 23:35

    stefanolix,

    die Fähigkeit fehlt doch bei Dir nicht; sie ist nur nicht so ausgeprägt wie bei Chinesen. Aber Du hast ja als sozialistisch sozialisierter Mensch noch Glück.

  7. Friedel B.
    13.07.2007 | 7:10

    Wie ich gestehen muss, habe ich die Versuchsanordnung mit den vom “Anweiser” nur zum Teil einsehbaren “Objekten” und “Karos” ebenfalls nicht verstanden (ich vermute sogar, dass sie der Verfasser des Artikels auch nicht begriffen hat). Zur Untersuchung des Einfühlungsvermögens (oder der sogenannten “Menschenkenntnis”) verwendet man in der Regel Persönlichkeitsfragebögen, die mit der Instruktion “Lieber stefanolix, beantworte die Fragen so, wie es nach Deiner Ansicht Marian Wirh tun würde” vorgelegt werden. Anschließend kann man die Antworten des stefanolix mit denen vergleichen, die Marian Worth tatsächlich gegeben hat. So viel ich weiß, ist der auf diese Weise ermittelte Grad der Übereinstimmung auch bei Freunden erstaunlich gering; von unterschiedlich hohen Korrelationen bei unterschiedlichen Völkerschaften ist mir nichts bekannt. Bei solchen Vergleichen bin ich im übrigen generell misstrauisch; die Behauptung beispielsweise, dass in dem bekannten “Abraham”-Experiment des Stanley Milgram die Deutschen wesentlich brutaler vorgehen als die Amerikaner, passt nach meiner Ansicht viel zu gut ins Klischee, als dass sie stimmen könnte. Auch bei psychologischen Versuchsanordnungen genügen ähnlich wie bei Klimamodellierungen häufig bereits geringfügige Änderungen der Ausgangsbedingungen, um zu völlig unterschiedlichen Resultaten zu kommen.

  8. stefanolix
    13.07.2007 | 7:24

    @Marian: im Sozialismus gab es ja praktisch nur unterdrückte Kommunikation. Manchmal haben wir in privaten Gruppen auch miteinander geredet. Aber nur ganz leise ;-)

  9. 13.07.2007 | 12:30

    [...] Siehe auch: B.L.O.G. [...]

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