Konsequent

Es sollte zumindest hinterher keiner behaupten, er habe ja nichts geahnt. Ab und zu lassen Sozialisten nämlich doch erkennen, wohin die Reise gehen soll.

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25 Kommentare zu “Konsequent”

  1. der gute don
    13.07.2007 | 14:00

    das ist doch super, dann kann der Staat den Kindern doch gleich erklären was politisch opportun ist.

  2. spruance
    13.07.2007 | 14:30

    Und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben lang?

  3. 13.07.2007 | 14:33

    Danke! Das Zitat hatte ich noch gesucht - mir fiel es nur nicht mehr im Wortlaut ein.

  4. schneewambo
    13.07.2007 | 15:18

    ich finde schon die politische prägung, die einem in der schule aufgezwungen wird, unerträglich, aber ein kindergartenzwang unter einer in zukunft möglichen SED regierung, da bieten sich ja wunderbare möglichkeiten. Wie wäre es mit kleinen holzhämmerchen und sichelchen? Und alles wird wieder unter dem vorwand der gerechtigkeit verkauft….

    ohje ich muss auswandern.

  5. stefanolix
    13.07.2007 | 15:41

    Das ist ganz normaler Lobbyismus. Wenn das Recht auf einen Kindergartenplatz in eine Pflicht umgewandelt wird, dann müssen noch viel mehr Kindergärten eröffnet werden. Dort müssen natürlich auch Erzieherinnen eingestellt werden. Und nun hofft die Gewerkschaft, dass diese Erzieherinnen sich später für den Vorschlag erkenntlich zeigen ;-)

    Worin sie aber recht hat: die Entwicklung von Kindern in diesem Alter ist in einer guten Krippe oder einem guten Kindergarten wirklich faszinierend. Da kann man jede Woche Lernerfolge sehen, da kann man sehen, wie wissbegierig Kinder sind, bevor die Schule es den meisten austreibt.

    Auch das soziale Verhalten entwickelt sich auf eine ganz besondere Art. Aber für all das müssen die Einrichtungen wirklich gut geführt sein.

  6. 13.07.2007 | 15:46

    Aus der Sicht eines schon baldigen Exil-Deutschen ist das ein super Vorschlag!
    Dann geht die Rütlisierung schon im Krippenalter los und meine neue Wahlheimat kann und wird (was es sowieso wird) weiter gegenüber Deutschland aufholen.

  7. Blofeld
    13.07.2007 | 15:50

    Dann kommt eine neue deutsche Jugend, und die dressieren wir schon von ganz kleinem an für diesen neuen Staat. Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln. Und wenn diese Knaben und Mädchen mit ihren zehn Jahren in unsere Organisationen hineinkommen und dort nun wie so oft zum ersten Mal überhaupt eine frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitlerjugend, und dort behalten wir sie wieder vier Jahre, und dann geben wir sie erst recht nicht zurück in die Hände unserer alten Klassen- und Standes-Erzeuger, sondern dann nehmen wir sie wieder fort in die Partei und die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK usw. Und wenn sie da drei Jahre oder anderthalb Jahre sind und noch nicht ganze Nationalsozialisten geworden sein sollten, dann kommen sie in den Arbeitsdienst und werden dort wieder sechs und sieben Monate geschliffen, alles mit einem Symbol, dem deutschen Spaten. Und was dann nach sechs oder sieben Monaten noch an Klassenbewusstsein oder Standesdünkel da oder da noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre. Und wenn sie dann nach zwei oder drei oder vier Jahren zurückkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rückfällig werden, sofort wieder in SA, SS usw., und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben, und sie sind glücklich dabei.

    Adolf Hitler, Rede in Reichenberg am 02.12.1938 (Hervorhebungen von mir)

    Die Einführung eines Bundesarbeitsdienstes wurde ja auch schon wiederholt vorgeschlagen, womit wir wieder beim Thema des Eintrags wären…

  8. R.A.
    13.07.2007 | 15:50

    Daß diese Tante in der CDU ist, ist Euch aber aufgefallen?
    Ist ja nicht so, daß nur SPDSEDGrüne ein Monopol auf Sozialismus hätten …

    Ansonsten fragt man sich schon, warum manche Politiker nie mal was klar formulieren können.
    Die fordert “Pflichtbesuch der Krippe”, aber keinen “Krippenzwang”.
    Dümmliches Gefasel.

  9. 13.07.2007 | 15:58

    @stefanolix

    Worin sie aber recht hat: die Entwicklung von Kindern in diesem Alter ist in einer guten Krippe oder einem guten Kindergarten wirklich faszinierend.

    Und außerhalb nicht? Aber nehmen wir einmal an, dem wäre so. Wäre das dann eine gute Begründung für Zwang?

  10. stefanolix
    13.07.2007 | 16:12

    Es gibt in diesem Zusammenhang keine Begründung für Zwang! Ich habe nur geschrieben, dass die Entwicklung des einzelnen Kindes und der Kindergartengruppe faszinierend sein kann. Ich möchte damit keine andere Form der Betreuung abwerten.

    Die Erkenntnis, dass Kinder in diesem frühen Alter bereits richtig intensiv lernen, setzt sich erst langsam durch (u.a. mit neuen Erkenntnissen der Hirnforschung). Über sehr lange Zeit hat man Krippen und Kindergärten einfach nur als Aufbewahrungsorte gesehen. Nur wenige Einrichtungen haben nach wissenschaftlich fundierten Konzepten gearbeitet. Jetzt beginnt man langsam, höhere Anforderungen zu stellen.

  11. stefanolix
    13.07.2007 | 16:17

    PS: Ich finde in dieser Beziehung jeglichen Zwang falsch. Ich würde aber auch Müttern, die Hausfrauen bleiben möchten, auf freiwilliger Basis Vorschul- und Kindergruppen anbieten, wo die Kinder an interessanten Projekte arbeiten und professionell betreut werden. Das könnte z.B. an zwei oder drei Vormittagen stattfinden.

    PPS: Wer die Realität in einem Kinderhaus mit gut fundiertem Konzept und professionellen Erzieherinnen kennt, der würde hier nicht auf Nazi-Assoziationen kommen. Wenn Ihr da mal einen Tag hospitieren könntet, würdet Ihr das ganz schnell wieder vergessen.

  12. 13.07.2007 | 16:27

    Die Nazi-Assoziationen ergeben sich aus der Forderung nach dem Zwang.

  13. 13.07.2007 | 16:48

    Dass die Vitze-Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) ist, hindert sie nicht am kollektivistischen Denken. Dabei begeht sie m. E. zwei (für Politiker typische) Denkfehler: sie setzt “Chancengleichheit” (mit der es im deutschen Bildungswesen leider wirklich hapert) mit “möglichst einheitlichen Lebensverhältnissen” gleich und glaubt an die grundsätzliche Überlegenheit der professionellen Erziehung.

    Auch wenn ich die hier gezogenen Nazi-Vergleiche für unpassend halte (und sie ja keine “Kinderkrippenpflicht” gefordert hat), denkt sie leider tatsächlich mehr an das “Wohl Deutschlands” als an das “Wohl der Kinder”.

  14. 13.07.2007 | 16:56

    “Die Erkenntnis, dass Kinder in diesem frühen Alter bereits richtig intensiv lernen, setzt sich erst langsam durch.” Stimmt - allerdings denken zu viele Politiker, zu viele Pädagogen und auch zu viele Eltern bei “lernen” automatisch an “verschultes Lernen”. Das ist etwa so wie die (gängige) Verwechslung von “musikalischer Früherziehung” und “mein Kind soll so früh wie möglich ein Instrument lernen”. Deutschland verdankt seinen im Vergleich zu z. B. Finnland mäßigen Platz im PISA-Ranking außer fehlender Chancengleichheit auch einen pädagogischen Konzept, dass mehr aus “Stoff einpauken” als auf “selbst denken und Wissen flexibel anwenden” setzt (der PISA-Text ist ja so angelegt, dass er gerade auf letztere Fähigkeit viel Wert legt).

  15. 13.07.2007 | 17:03

    @MartinM

    und sie ja keine “Kinderkrippenpflicht” gefordert hat

    Hat sie nicht?

  16. 13.07.2007 | 17:52

    Nicht wirklich:

    In ihrer Erklärung betonte Sehrbrock, sie wolle keinen “Krippenzwang”, aber eine Förderung ab dem 2. Lebensjahr.

    Ihrer markigen Spruch “Es ist meine persönliche Meinung, dass zumindest der Kindergartenbesuch verpflichtend sein sollte” hat sie im Interview gegenüber “Westdeutschen Zeitung” gemacht. Sie weiß aber genau: das ist politisch nicht durchsetzbar - und schon gar nicht in der CDU oder im DGB.
    Die Äußerung ihrer “persönliche Meinung” war reine Provokation, heiße Luft, um (endlich) mal ins Gerede zu kommen. Was ja auch bestens geklappt hat.

  17. 13.07.2007 | 18:10

    Solche Feinheiten mögen für die Tagespolitik (Beschlusslage des DGB, konkrete aktuelle politische Forderungen) relevant sein. Ich finde es aber den Einblick in die Denkstrukturen dieser Frau, ihres Zeichens sozusagen das CDU-Feigenblatt im DGB-Vorstand, viel interessanter: Chancengleichheit ernst zu nehmen verlangt demnach Krippenzwang. Wäre das ein absurder Gedanke, könnten wir ihn mit einem Schulterzucken zur Kenntnis nehmen.

    Aber so ist es nicht: Er ist, gemessen an einer bestimmten politischen Argumentationsweise, nur logisch und konsequent. Verblüffend ist nur, dass so prominente Funktionäre derart von ihrer Salamitaktik abweichen. Vielleicht soll das ein Stein sein, der ins Wasser geworfen wird, um zu sehen, wie hoch die Wellen noch ausfallen werden. Bei den Grünen gab es ja schon die gewünschte Reaktion. Dann dürfte es nicht der letzte Versuch dieser Art bleiben.

    Und das Argument der werten Dame, es müsse ja vielleicht gar kein Krippenzwang sein (man ist ja gnädig mit dem Pöbel), sondern dann eben nur eine “Förderung ab dem 2. Lebensjahr” im Kindergarten, grenzt an Beleidigung.

  18. stefanolix
    13.07.2007 | 18:21

    @Martin: Genau das meinte ich ja mit den neuen Erkenntnissen der Hirnforschung. Dort lernt man immer mehr über die unterschiedlichen Arten des Lernens. Ich würde gern einen Kompromiss zwischen professionell vermittelter Bildung und häuslicher Erziehung finden. Die Bildung muss immer als Angebot an Eltern und Kinder herangetragen werden.

    @alle: Außerdem möchte ich die Nazi-Assoziation noch mit einem weiteren Argument widerlegen. In der NS-Zeit gab es nur einheitliche (Jugend)Organisationen und von denen sollten die Menschen nie wieder frei kommen. Bei uns gibt es aber heute neben den kommunalen Einrichtungen eine Vielzahl von freien Trägern und eine große Auswahl aus unterschiedlichen Konzepten. Das halte ich für einen gravierenden Unterschied.

    @Rayson: »Chancengleichheit durch Krippenzwang« ist arg zugespitzt und ich hoffe, dass die Dame es nicht so gemeint hat. Aber selbst wenn es irgendwann ein paar obligatorische Vorschul-Stunden geben sollte: Durch die oben angesprochene Struktur mit vielen unterschiedlichen Trägern wird es nie zu genormten »Einheitskindern« kommen. Denn die Eltern entscheiden ja selbst, welches Angebot sie annehmen.

    Es gibt immer sehr viele Wege zum gleichen Ziel. Und auch das Ziel ist heute ein ganz anderes als in Nazi-Deutschland: wir wollen ja gerade mitdenkende und lernfähige Menschen, die später in einer offenen Wissensgesellschaft ihr ganzes Leben lang dazulernen sollen. Damit darf man gern ziemlich zeitig beginnen ;-)

  19. 13.07.2007 | 18:21

    aber ein kindergartenzwang unter einer in zukunft möglichen SED regierung, da bieten sich ja wunderbare möglichkeiten.

    Mal ganz gelassen bleiben. Kindergärten liegen meines Wissens in der Zuständigkeit von Städten und Gemeinden. Die jeweiligen Landesregierungen können sich Lern- und Bildungspläne für die lieben Kleinen ausdenken. Dort und in den kommunalen Gebietskörperschaften (klingt einfach zu schön ;-) herrschen höchst unterschiedliche politische Fabenlehren. Dann sind viele Kindergärten an Kirchengemeinden angeschlossen. Also bis da eine Volksfront-Bundesregierung die Hirne durchdringt werden viele Hürden zu überwinden sein.

    Zumal haben wir ja auch praktische Erfahrung wie schlecht Indoktrination wirkt. In den fünf neuen Ländern gewinnt die PDS nicht alle Wahlen, wo doch (noch) die meisten Wähler im sogenannten Sozialismus groß geworden sind.

    Und nach 13 Jahren SPD-Kanzlern kam 16 Jahre Kohl.

    Ok, jetzt könnte man natürlich sagen, Union und SPD sind zwei Seiten der sozialdemokratischen Medaille, aber dann sollte man sich vielleicht damit anfreunden, dass andere Positionen keine Mehrheit finden - oder die Wähler doof sind. ;-)

  20. stefanolix
    13.07.2007 | 18:44

    @Marc: Die SED/PDS bekommt leider trotzdem erschreckend viele Stimmen von jungen Leuten, die in den letzten Tagen des Sozialismus gerade in den Windeln lagen. Aber man kennt das ja: »wer mit 18 nicht links wählt, der hat kein Herz« … um niemandem nahezutreten, setze ich den Spruch nicht fort ;-)

  21. 13.07.2007 | 19:37

    @stefanolix

    Zu was was kommen wird, darüber können wir nur spekulieren. Mir kommt es auf die Absicht einiger Menschen an.

    Und was die “paar obligatorischen Vorschul-Stunden” angeht: Erstens kann es dabei in der Argumentationslogik nicht bleiben. Zweitens wäre auch das, sehen wir der Wahrheit doch einfach mal ins Auge, eine Einschränkung bürgerlicher Freiheiten. Ich wehre mich dagegen, sowas einfach mit utilitaristischen Begründungen durchgehen zu lassen. Stellen wir doch mal provokativ die Gegenfrage: Was soll überhaupt die Schulpflicht?

  22. 13.07.2007 | 22:45

    @Rayson: Die Schulpflicht gibt es, weil die Industrie gerne Arbeitskräfte hätte, die lesen und schreiben können. ;-)

  23. stefanolix
    13.07.2007 | 23:25

    Eine Schulpflicht muss es nicht geben. Aber auf eine Prüfungspflicht werden wir wohl nicht verzichten können. Damit die Industrie Arbeitskräfte bekommt, die nachgewiesen haben, dass sie lesen, schreiben und rechnen können ;-)

  24. 14.07.2007 | 2:19

    Daß diese Tante in der CDU ist, ist Euch aber aufgefallen?
    Ist ja nicht so, daß nur SPDSEDGrüne ein Monopol auf Sozialismus hätten …

    Ich hätte ja jetzt gesagt, dass das für mich nicht nach Sozialismus, sondern nach Faschismus klingt. Aber das passt wohl nicht. Vielleicht nach Etatismus, vielleicht nach Kommunitarismus (denn Marc hat ja überzeugend dargelegt, dass die kleinen Einheiten bestimmen sollen, wie die Kinder dann (kommunal) einheitlich geprägt werden sollen.

    Im Kern also: Kollektivismus. Wobei: Ist der in kleinen Einheiten eigentlich akzeptabel? Was denken Liberale dazu? Spannende Frage…

  25. 14.07.2007 | 19:39

    [...] Manchmal findet man Nachrichten an Stellen, wo man sie nicht erwartet. Zum Beispiel entdeckte ich bei einer Suche zum Thema “Waldzerstörung durch Bio-Diesel” dass das eine sehr interessante Kolumne zum “Familienrecht” hat. Angesichts der Vorstellung einiger deutscher Erziehungspolitiker, dass die Erziehung der Kinder bei staatlichen Stellen am besten aufgehoben ist (Konsequent, wirkt ein am 11.Juli beschlossener Gesetzesentwurf der Bundesregierung nicht gerade beruhigend: Frühwarnsystem für Kinder ohne Väter Angeblich sollen mit dem Gesetz zukünftig die Kinder besser vor Vernachlässigung und Misshandlungen geschützt werden. Das Problem: Künftig muss eine staatliche Intervention nicht mehr den Nachweis führen, dass einer der Eltern versagt hat und es sind kaum noch Hürden einer gerichtlichen Kontrolle vorgesehen. Der Ermessensspielraum des Jugendamtes und seiner Mitarbeiter wird sehr weit ausgedehnt. Zum anderen wurden die leiblichen Väter aus der Betrachtung vollständig ausgeklammert. (Was auf ein völlig veraltetes Familienbild schließen lässt.) In seiner jetzigen Form grenzt der Gesetzentwurf an eine Aushebelung der grundrechtlich garantierten Elternautonomie in Art 6 GG. Ohne familiengerichtliche Kontrolle könnten die Jugendämter das Elternrecht komplett aushebeln und ins Ermessen von teilweise mangelhaft ausgebildeten Behördenmitarbeitern stellen. [...]

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