15. Juli 2007
Über die “Friedensindustrie” in den Palästinensergebieten
Frieden als Geschäft. Von Elisabeth Weydt, Zeit online
Schätzungsweise 1700 Hilfsorganisationen und Friedensgruppen drängen sich in den Palästinensergebieten und verteilen Geld und guten Willen. Die Friedensindustrie ist zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden und sorgt für zusätzliches Konfliktpotenzial.
“Ohne Frage: wenn der Nahost-Konflikt von heute auf morgen beigelegt wird, wären hier sehr viele Menschen arbeitslos.” Natasha Arouri lacht über das Paradoxon, das im Westjordanland und Gazastreifen so viele Friedensaktivisten am Abbau ihres eigenen Arbeitsplatzes wirken.
Mir kommt es eher so vor, als wirkten sie am Aufbau und der Erhaltung ihres eigenen Arbeitsplatzes. Ich finde das nicht zum Lachen.
In dem Artikel wird übrigens zumindest angedeutet, dass die EU-Gelder, die aufgrund des “Boykotts” nicht mehr an die Autonomiebehörden direkt ausgezahlt werden, über andere Kanäle doch in den Autonomiegebieten landen.
Diesen Zirkus als “Industrie” zu bezeichnen, finde auch irgendwie sehr neben der Sache.
Lieber nochmal den Wikipedia-Check gemacht, und siehe da:
Die Industrie (lat. industria: Betriebsamkeit, Fleiß) bezeichnet den Teil der Wirtschaft, der gekennzeichnet ist durch die Produktion von Ökonomischen Gütern in Fabriken und Anlagen, verbunden mit einem hohen Grad an Mechanisierung und Automatisierung…
Betriebsamkeit und Fleiß will ich den Friedensaktivisten nicht absprechen, und ein hoher Grad an Mechanisierung und Automatisierung ist auch gegeben; was halt fehlt, ist die Produktion von Gütern.
Verfasst von Marian Wirth um 22:43 Uhr in der Kategorie International (Trackback)