ABC-Schütze

Kennt Ihr eigentlich schon das ABC des Neoliberalismus? (gefunden bei Pickings: Neoliberalismus lässt sich nicht schönschreiben)

Da bedanke ich mich als ABC-Schütze des Neoliberalismus ganz herzlich!

(Rayson, wo bleiben eigentlich die INSM-Überweisungen? Oder zahlen die bar?)

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9 Kommentare zu “ABC-Schütze”

  1. DDH
    25.07.2007 | 20:21
  2. R.A.
    25.07.2007 | 21:26

    OK, durchgeknallte Linke halt und die pflegen ihr Feindbild. Können wir mit leben.

    Nur ein Detail wundert mich.

    Daß die “Chicago Boys” mit dem bösen Pinochet zu tun hatten und in Chile fiesesten Wirtschaftsliberalismus installiert haben, das stört die natürlich.
    Aber wenn sie schreiben: “Folge war ein ausgeblutetes Land und eine verarmte Bevölkerung.” - dann sollte das doch irgendeine Beziehung zur Realität haben.

    Und ich dachte immer, der Wirtschaftsaufschwung in Chile wäre so gut belegt, daß er auch den Linken nicht wirklich zu bestreiten ist …

  3. 25.07.2007 | 22:36

    Schöne Sammlung! Gut zu wissen, dass der Gegner so anspruchslos argumentiert.

  4. Buenavista
    25.07.2007 | 22:57

    Ach ja, die chilenische Märchenstunde.
    Ein paar Fakten:

    1973 betrug die Arbeitslosenrate in Chile 4,3%.
    1983, nach zehn Jahren “freien Marktreformen”, lag sie bei 22%. Die Reallöhne waren um 40% gesunken.

    Wirtschaftswunder für wen?

    1970 lebte 20% der chilenischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze.
    1990, als Pinochet sein Amt aufgab, lag sie bei 40%.

    Wirtschaftswunder für wen?

    Nach den ersten zehn Jahren der “Chicago Boys” (das durchschnittliche Wachstum hatte ca. 3% jährelich betragen), fiel Chiles GDP um 19%, das Land war de facto bankrott. Die Spekulanten Javier Vial und Manuel Cruzat, an die Pinochet Chiles Banken 40% unter Wert verschleudert hatte, waren pleite.

    Und was passierte dann? Nicht Friedman, sondern Keynes.

    Pinochet führte den Mindestlohn wieder ein, gab den Gewerkschaften Verhandlungsmacht zurück und legte ein staatliches Beschäftigungsprogramm auf, um eine halbe Million neue Jobs zu schaffen.

    Und gleichzeitig verstaatlichte der Mann, um die Pensionen zu retten, nun in einem Ausmaß, von dem Allende nur hätte träumen können: Banken und Industrien. Entschädigungen gab es lächerlich geringe, oft gar keine. Zwar wurden später die meisten Unternehmen wieder privatisiert, aber ein Industriezweig blieb in staatlicher Hand: Die Kupferindustrie.

    Und die letzten hundert Jahre hat Chile vom Kupfer gelebt, in etwa so wie Venezuela vom Öl.

    Heute gibt es ein zweites wirtschaftliches Standbein Chiles: Die Landwirtschaft. Und interessanterweise ist das ein Verdienst Allendes. Er zerschlug nämlich die großen (wenig produktiven) Latifundien, was Pinochet kaum mehr rückgängig machen konnte. Daraus entstanden ist eine neue Schicht kleiner und mittelständischer Agrounternehmen (z.B. Wein- und Obstbau) die - immerhin - wohl durch die wirtschaftliche Liberalisierung aufsteigen konnte. Aber ohne die vorherige sozialistische Landreform hätte es sie gar nicht gegeben.

  5. Libero
    26.07.2007 | 6:46

    Ist GDP per capita eine aussagefähige Größe? Nein ist sie nicht. Nein, es zählen genauere Zahlen.

    Für das 1/10, das 2/10, das 3/10, das 4/10, das 5/10, das 6/10, das 7/10, das 8/10, das 9/10, das 10/10 der arbeitenden Bevölkerung.

    Ist das Arbeitseinkommen eine aussagefähige Größe?
    Nein, wichtiger ist das Markteinkommen, bestehend aus Arbeitseinkommen, unternehmerisches Einkommen und Einkommen aus Kapitalanlagen.

    Ich nehme an, der Wochenbericht 13/2007 des DIW ist hier unbekannt?
    Zunehmende Ungleichheit der Markteinkommen: Reale Zuwächse nur für Reiche

    Interessant in diesem Wochenbericht ist Tabelle 2 auf Seite 195
    Hieraus dieser Ausschnitt
    ………..1992…1995….1998….2001….2004
    1.–5. Dz…5,42…4,19….3,76….3,35….2,53
    6. Dezil…8,63.. 8,22….7,84….7,13….6,36
    7. Dezil..12,81..12,83…12,74…12,26…11,73
    8. Dezil..16,65..16,99…16,89…16,94…17,32
    9. Dezil..21,28..21,58…22,13…22,64…23,40
    10.Dezil..35,20..36,20…36,65…37,67…38,66

    Dezil meint die Zehntel. Die Zahlen sind die prozentualen Anteile der Zehntel der Bevölkerung am Markteinkommen. Der Anteil von 50/100 der Bevölkerung scheint ziemlich gering zu sein.

    Wollen wir wetten, daß die Zahlen für Chile noch drastischer sind?

    Was ist daraus zu folgern? Höhere Mindestlohn? Nein, höhere Mindestqualifikation! Der Wirkungsgrad des Schulsystems ist zu gering. Wer Schule offen wahrnimmt, weiß auch, woran das liegt.

  6. Libero
    26.07.2007 | 13:20

    Die Natur ist nicht freigiebig, sondern geizig. Die biologische Ausstattung des Menschen beschränkt starr das Feld, in dem er dienen kann. Die Klasse derjenigen, die die Gabe haben, ihre eigenen Gedanken zu denken, ist durch eine unüberbrückbare Kluft getrennt von derjenigen Klasse, die dies nicht können

    Mises, die Wurzeln des Antikapitalismus S 18

    Ich habe ja von Mises schon etliches gelesen, das nun ja, nicht von dieser Welt ist. Davon stimmt kein einziger Satz. Ich will zugestehen, daß Herr von Mises im letzten Satz von sich spricht und dabei sicherlich auf seine Zeit im Eisenbahnunternehmen seines Vaters anspricht.

  7. 26.07.2007 | 13:25

    1983, nach zehn Jahren “freien Marktreformen”, lag sie bei 22%. Die Reallöhne waren um 40% gesunken.

    Das deutet als allererstes daraufhin, dass der Staat eine galoppierende Inflation durch “Fiat Money” in Kauf genommen hat.

    Die Spekulanten Javier Vial und Manuel Cruzat, an die Pinochet Chiles Banken 40% unter Wert verschleudert hatte, waren pleite.

    Also doch Keynes - nur halt nicht für alle, sondern für die Käufer - staatlich subventioniert.

    Im übrigen: wer hatte den Wert der Banken festgestellt und warum wurden die an diese Herren verkauft? Gab es andere Bieter die mehr boten?

    In Summe: Was kann der Neoliberalismus dafür, dass der Staat nicht wirtschaften kann?

  8. Max
    26.07.2007 | 15:26

    Also, wenn ich mir das durchlese, dann bin ich doch kein neo-liberaler :)

    “Bürokratie
    Für N. eines der Hauptübel. Sie verstehen heute unter Bürokratie nicht die obrigkeitsstaatliche Bevormundung freier Bürgerinnen und Bürger, sondern halten den überwiegenden Teil gesetzlicher und tariflicher Regulierungen (zum Beispiel im Arbeits-, Gesundheits-, Verbraucher- und Umweltschutz) für schädliche Bürokratie, die abgeschafft werden muss.”

    Stimmt doch gar nicht, es geht genau um den ersten Punkt, den sie als falsch annehmen, den ein echter Liberaler hingegen akzeptiert (die Unterstellung folgt mehr oder weniger aus dem anderen).

    “”Sozial ist, was Arbeit schafft” und “Vorfahrt für Arbeit” sind zentrale Thesen der N. Gemeint ist: Löhne sollen gesenkt, Arbeitszeiten verlängert und Arbeitsschutzgesetze abgebaut werden.”

    Auch das stimmt so nicht, wir sagen nie, dass Arbeitszeiten verlängert werden müssen oder Löhne gesenkt werden sollen. Stattdessen sagen wir, dass man sie nicht vorschreiben soll ^^

    Ich frag mich wirklich, ob die auch nur annähernd selbst wissen was Liberal eigentlich bedeutet, oder sich einfach so einen CDU/FDPler Mix als Liberal rausschreiben…

  9. Libero
    26.07.2007 | 17:50

    Estudios Interdisciplinarios de América Latina y el Caribe
    Victims of the Chilean Miracle: Workers and Neoliberalism in the Pinochet Era, 1973-2002.

    den Hinweis habe ich aus einer amerikanischen, nicht etwa aus einer deutschen Quelle

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