YAII: Ein Kennzeichen

Geistesblitz, neulich: Woran kann man unmenschliche Ideologien erkennen? Sie akzeptieren, dass Kinder umgebracht werden.

P.S.: Melde mich hiermit aus dem Urlaub zurück, um morgen nachmittag gleich ins Wochenende zu gehen…

Einfach

Es ist so schön einfach, fremder Leute Geld zu verplanen und damit Gutes zu tun. Aber nur, wenn man Politiker ist oder Robin Hood heißt, kann man auf diese Weise Meriten verdienen.

Verlust

Marian hat es schon erwähnt: Ulrich Speck stellt seinen Kosmoblog ein.

Damit müssen wir nicht nur einen Favoriten auf unserer Blogroll streichen, die Blogwelt verliert mit Ulrich Speck auch den meines Erachtens außenpolitisch profiliertesten Blog-Autoren deutscher Sprache. Wir von BLOG wünschen ihm jedenfalls alles Gute und viel Erfolg in der nun anstehenden neuen Tätigkeit. Deutschland ist zu wünschen, dass seine Stimme weiterhin zu hören sein wird.

Übrigens: Die Anmerkungen Ulrich Specks zum Abschied kann man sicher als Sahnehäubchen auf seinen Kosmoblog bezeichnen.

Mutig

Aus dem Urlaub melde ich mich nur kurz mit dem Verweis auf einen mutigen Künstler.
Jetzt zittert ganz Europa vor den brandschatzenden und vor Botschaften marodierenden Horden amerikanischer Wutkasper, die für diese Beleidigung eine Entschuldigung und eine Bestrafung des Künstlers fordern.

Ich finde es gut, dass sich mal jemand traut, Bush lächerlich zu machen. Das ist wirklich innovativ und beherzt (auch vom Stern, der uns solche brandheißen Geschichten nicht vorenthält). Das soll dem mutigen Maler mal jemand nachmachen. Aber dabei lieber nicht bärtige Propheten veralbern. Das wiederum schickt sich nicht.

Abwesenheitsnotiz

Da die erste Frage bezüglich der hier herrschenden Ruhe gestellt wurde: Der Häuptling / Chef / primus inter pares hat sich ordnungsgemäß bei seinen Mitbloggern in einen mehrtägigen Urlaub verabschiedet. Und ich kämpfe mit den Folgen eines Festplatten-Defekts. Zusätzlich fällt phasenweise meine Internetverbindung aus (und dabei wohne ich am Medienhafen! Unverschämtheit!).

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Noch was

Aus unten verlinktem Artikel:

Akademie.de hat sicher keinen finanziell so starken Rücken wie die GEZ. Zumal ja in der Abmahnung schon die Rede davon ist, dass erhebliche Kosten entstehen werden.

Wo das Geld bloß herkommt?

Und wann wird das ZDF abgemahnt?

Die Behauptung, der Begriff “GEZ-Gebühren” sei “nicht existent” und diene offenbar nur dazu, “ein negatives Image” der GEZ hervorzurufen, ist gewagt. Google findet die GEZ-Gebühren zum Beispiel auf ZDF.de 36 Mal - und im gesamten deutschsprachigen Netz gibt es ungefähr 219.000 entsprechende Treffer.

Kann man gegen so dreiste Lügen wie die Behauptung der Nicht-Existenz eines wohletablierten Ausdrucks eigentlich klagen?

Zwo, eins, Risiko!

Und jetzt nochmal mit Daumenschrauben: “Gesetzliche Rundfunkgebühren, gesetzliche Rundfunkgebühren, gesetzliche Rundfunkgebühren…”

Sie sehen so aus, als ob sie demnächst schwer betrunken sein könnten…

Wie es das Vereinigte Königreich geschafft hat, vom früher mal von mir präferierten denkbaren Auswanderungsziel auf einen Platz kurz vor Nordkorea abzusacken, davon kann man sich gerade wieder mal beim A-Team ein Bild machen.

Unsung heroes

Also, ich habe wirklich keine Lust, diesen Zufallserfolg gegen England überzubewerten, aber eins erscheint mir doch bemerkenswert: Wer ist der beste deutsche Spieler in den letzten zig Begegnungen?

Wir haben uns daran gewöhnt, dass mal Kuranyi, mal Ballack, mal Frings oder mal sogar Lahm genannt werden. Letzterer übrigens mit dem Segen von Pelé, also vielleicht nicht gar so grundlos. Aber es gibt da einen, der dadurch auffällt, dass es an ihm nichts zu kritisieren gibt. Man verfolge mal die Kritiken seiner Spiele und die seiner jeweiligen Gegenspieler. Und man beachte: Der Bursche hat vor nicht allzu langer Zeit noch im Amateurfußball gekickt.

Erst durch seine Klasse gewann die deutsche Mannschaft in der Abwehr die Stabilität, ohne die man heutzutage international gar nicht mehr anzutreten braucht. Daher: Der deutsche Erfolg hat einen Namen. Und lautet nicht “Jogi” Löw und auch nicht Jürgen Klinsmann. Es ist der unvergleichliche…. Per Mertesacker.

1:2

NUB sagte:

Eigentlich ist es ja nur ein Fußballspiel. Eigentlich…

Ich antwortete:

Ganz ehrlich - mir tun alle aufrichtig leid, für die es etwas anderes ist…

Hier könnte man wirklich aufhören. Aber da ich ein Fußball-Fan bin, mache ich natürlich weiter. Hier also meine unmaßgebliche Meinung zu diesem Spiel:

In einem Match zwischen zwei hinreichend schlechten Mannschaften muss es keinen Sieger geben. Durch Zufall ist ein solcher jedoch möglich, und wir haben es erlebt. Wir wissen, die Engländer sollten es eigentlich besser können, wenn z.B. ein Gerrard dabei ist, und wir wissen, die Deutschen können es besser, wenn ein Ballack und ein Frings dabei sind.

Ok, Momentaufnahme mit witzigem “historischen” Bezug. Aber - wayne interessiert’s? Wir brauchen nicht lange über “Freundschaftsspiele” zu philosophieren. Wichtig (einigermaßen wichtig) ist, wer bei der EM dabei ist. Und da darf man, wenn man sich das Spiel anschaut und gedanklich die Verletzten einbaut, für Deutschland optimistischer sein als für England. Und das, nicht die heutige, völlig irrelevante Niederlage, ist der Prüfstein. Aber wenn man den Gazetten glauben darf, könnte dieses Spiel indirekt zu einer Verbesserung der englischen Chancen führen - durch eine Entlassung des Trainers.

Allerdings: Israel bei einer EM - das hätte was….

P.S.: Ich weiß nicht, ob ich bei solchen Begegnungen fanatisch national sein soll. Aber meine schottischen Freunde sind da wohl deutscher als ich…

There is no business like…

Spontane Frage: Warum verkommt das Web eigentlich zu einer Art “Fernsehen light”? Nur, weil’s funktioniert?

Mehr und mehr Links verweisen auf Videos. Für Unterhaltung mag das ja noch sehr sinnvoll sein, aber wenn es um komplexere Themen geht, sei es nun in Richtung Wissenschaft oder Politik, sind Videos aus meiner Sicht eine der unsinnigsten Arten der Gedankenübermittlung. Man wird durch das Gesehene beeinflusst, also z.B. wie sympathisch der Sprecher erscheint, muss sich u.U. in die gewöhnungsbedürftige Sprechweise des Vortragenden einhören, kann nicht mal den letzten Absatz eben nochmal Revue passieren lassen und auch nicht zwischendrin kurz gedanklich innehalten, um über das gerade Erfahrene nachzudenken.

Sicher haben auch “Bleiwüsten” ihre Nachteile, aber dazwischen gibt es doch wirklich noch eine Menge Raum. Es muss ja nicht unbedingt Powerpoint sein, aber gekonnt zusammengestellte Mischungen aus Bildern, Grafiken und Text sind aus meiner Sicht immer noch am instruktivsten.

Subkulturen

Rayson und Che geben ja schöne Einblicke in ihre jugendliche Entwicklung, die man psychologisch sicher hochinteressant betrachten und mit ihrem heutigen Verhalten in Verbindung bringen kann. Das zu analysieren, überlasse ich aber lieber mal dem Boche. Schön, wenn man solche Jugendgeschichten zu bieten hat; bei mir würde sich das wesentlich langweiliger lesen. Also verfasse ich keinen eigenen Text, sondern zitiere nur einen Song aus der einzigen Subkultur, die ich nicht nur von Außen betrachtet, sondern in der ich mich bewegt habe, ohne ihr allerdings wirklich anzugehören, und das auch in einem Alter, in dem man schon nicht mehr von “jugendlich” spricht. Was die Jungs da getextet haben, das berührte mich, weil auch ich lange so empfunden habe:

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Back again

Da von den Admins gerade keiner aktiv ist, nutze ich die Gelegenheit, mich bei unseren Lesern für unsere vorübergehende Abwesenheit zu entschuldigen. Unser Provider hat einige Software umgestellt, was eigentlich ohne Downtime möglich sein sollte, aber wie das in der IT so ist… fiel B.L.O.G. für ein paar Stunden aus. Aber ab sofort sind wir wieder für unsere Leser und Kommentatoren da. Yippie! :)

Sub-Subkultur?

Sollte ich Neid entwickeln, wenn andere von ihren Subkulturen berichten? Vermutlich.

Aber was war es denn, was ich mitgemacht habe? Ok, die Zeit an der Schule, wo ich noch frühmorgens handgemachte JU-.Gazetten verteilte, deren genialer Satire-Autor bis heute seiner Entdeckung harrt, die kann ich vielleicht noch so als echtes Engagement durchgehen lassen inmitten einer linken bis links-liberalen Lehrerschaft. Aber dann? Gut, ich war bei Anti-NATO-Demos dabei, gehörte dabei aber eher dem für die Demonstranten unerfreulichen Teil der Geschichte an, was mir den einen oder anderen Sonderurlaub beschert hat. Es klingt da fast zu gut, dass ich in dieser Frage hinterher sowas von Recht bekommen habe, dass es schon fast unschicklich wäre, darauf hinzuweisen.

Hinterher, an der Uni, da wollte ich eigentlich nur eins: Einen Abschluss mit minimalem Aufwand. Auch das ging per Deal: Die MG der Uni versprach, mir keine ihrer Publikationen nach Hause zu schicken, und ich versicherte, nie und nimmer nich gegen sie zu agitieren. Also war der Semesterbeitrag das einzige, das mich daran erinnerte, dass die WiWi-Fachschaft für ihre Klausur-Kopien auch Geld brauchte. Ok, ich bin auch noch mitverantwortlich dafür, dass in einer SPD-Hochburg ein JU-Ortsverband gegründet wurde, aber diese Erfolge der “Unpolitik” sind mir heute doch eher egal.
Das Gute an beiden Zeiten war: Ich brauchte kein bestimmtes Outfit. Ich konnte das tragen, was ich bis heute immer trage: Jeans und T-Shirts. Es sei denn natürlich, der Job verlangt Verkleidung. Aber damit kann man fertig werden, ohne es mögen zu müssen.

Was interessiert mich die Müller GmbH?

Und würde SPON dem ehemaligen Geschäftsführer der Müller GmbH Raum für seine Abrechnung geben?

Dass dies geschieht, deutet auf zweierlei. Erstens: Die Branche der Müller GmbH ist eine derjenigen, wo jeder mitreden will. Zweitens: Irgendwas scheint dort anders zu laufen als in anderen Märkten.

Nun, Punkt 1 dürfen wir bei der Frage, was Fernsehen senden soll, wohl mit Fug und Recht annehmen. Aber auch Punkt 2 hat was für sich: Es gibt eine Begrenzung der Kabel- und Satellit-Sendeplätze. Sprich: Platzhirsche haben einen Vorteil.

Normalerweise müsste es uns als Verbrauchern völlig egal sein, ob einzelne Anbieter betriebswirtschaftlich sinnvoll handeln oder nicht. Die Schwachmatiker werden uns künftig nicht weiter belästigen, und die “Perfekten” bleiben übrig. Allerdings scheint die Sache anders auszusehen, wenn es um staatlich organisierte Oligopole geht. Da wechselt vielleicht mal der Inhaber, aber an der Struktur der Anbieter ändert sich wenig. Dabei ist es aus liberaler Sicht gerade der Wettbewerb, der Dinge voran bringt. Und nicht unbedingt der Wettbewerb der Platzhirsche, sondern der, der durch das Auftreten junger, ehrgeiziger und neuer Hirsche entsteht. Seien wir ehrlich: Haben wir sowas im Bereich des Fernsehens? Und wohin fährt mit staatlicher Unterstützung der Zug im Internet?

Ich hätte da einen Deal vorzuschlagen. Entlassen wir den Staat um die Sorge, was die Details angeht. Fordern wir lieber von ihm die Ermöglichung von soviel Wettbewerb wie möglich. Auch, wenn ich den Frust einzelner Politiker verstehen kann, nicht mehr höchstpersönlich auf das Einfluss zu nehmen, was dem gemeinen Pöbel als Unterhaltung oder Information zusteht: Das ist nicht euer Job, Jungs. Kümmert euch lieber um Vielfalt bei den Anbietern.

Tränen und Lachtränen

Man kann mich relativ leicht zum Weinen und zum Lachen bringen. Was das Weinen angeht, sind Augenzeugenberichte über die Kulturrevolution immer sehr wirksam, wie in diesem Interview mit Emily Wu.

Und die Lachtränen? Musste ich mir auch nach dem vierten Anschauen dieses Videos aus den Augen wischen: If Business Meetings Were Like Internet Comments. (Quelle: Telepolis-Videoschau)

Problem erkannt, Problem verschärft

Bei der FTD gibt es einen interessanten Gastkommentar von Brad DeLong, der sich mit der aus seiner Sicht vorwiegend segensreichen Tätigkeit der Investmentbanker beschäftigt. Mir selbst gefiel aber eher der Hinweis zum Schluss:

Die Finanzwelt hat Interesse an stabilen Monopolen und Oligopolen mit hohen Gewinnspannen, während die Öffentlichkeit Interesse an konkurrierenden Märkten mit niedrigen Gewinnspannen hat.

Das ist ein Konflikt, der mich schon seit einiger Zeit beschäftigt. Das, was ich als funktionierenden Markt mit viel Wettbewerb wahrnehme, wird in der herrschenden Finanzwelt, die auch die Terminologie der einschlägigen Wirtschaftsmagazine bestimmt, als “Markt mit Konsolidierungsbedarf” empfunden. Die Frage ist da immer: Wer hat diesen Bedarf eigentlich? Die Nachfrager wohl kaum. Die Aktionäre der Anbieter? Schon eher. Die Investmentbanker, die an den Deals verdienen? Ganz sicher. Hier haben wir also wieder den alten Konflikt: “Die Wirtschaft” (in der plattesten ihrer möglichen, dafür aber um so gebräuchlicheren Definition) hat kein Interesse an Marktwirtschaft. Für sowas haben sich die Neoliberalen den Staat, seine Gesetzgebung und die Kartellbehörden vorgestellt.

Brad DeLong sagt nun: Ok, wenn diese Institutionen nicht mehr funktionieren, halb so wild. Wir haben ja noch die progressive Einkommensbesteuerung. Und spätestens da komme ich nicht mehr mit. Wie kann man die negativen Folgen mangelnden Wettbewerbs, also zu hohe Preise, zu wenig Innovation, zu wenig Vielfalt oder schlicht: zu wenig Wahlfreiheit, mit einer gesamtwirtschaftlichen Einkommensumverteilung lösen wollen? Mal vorausgesetzt, die progressive Besteuerung wirke so wie beabsichtigt und habe keine anderen negativen Folgewirkungen, was man beides mit einigen Gründen bezweifeln muss.

Aber im Prinzip ist es unmaßgeblich, wie gut die Drogen sind, die wir zur Verfügung haben: Man sollte bei den Problemen anfangen.

Bundesliga-Notizen, vor dem 2. Spieltag

Heute abend spielt mein zweitliebster Verein gegen den wichtigsten Verein der Stadt, in deren Umgebung ich aufwuchs und in der ich auch studierte. Anlass genug, über das komplizierte Verhältnis von Fußballvereinen und Anhängern ganz persönlich nachzudenken.

Also, da mein Großvater Hertha-Fan war und auch mein Vater, obwohl kein großer Fußball-Fan an sich, Sympathien für diesen Verein hatte, weil er die Stadt mochte, konnte es nicht ausbleiben, dass ich mein erstes Bundesliga-Spiel im Berliner Olympiastadion am 14.12.1971 erlebte. Es ging gegen Schalke 04, und Hertha gewann 3:0 (die Partie wurde wegen des unberechtigten Einsatzes von Zoltan Varga dann am “Grünen Tisch” verloren). Von dem Moment an ging das Hertha-Erbe an mich über. Das 4:2 über Hannover 96 am 17.10.1973 zählte dann schon zur Normalität. (mehr…)

Rührt euch!

Ich gehöre noch zu den Grufties im Westen, die auf die Frage “Ham Se jedient?” noch mit “Ja, 15 Monate” antworten können. Obwohl ich das freiwillig nie und nimmer gemacht hätte, so muss ich doch rückblickend sagen, dass einem etwas hochnäsigen Abiturienten ein solcher Kulturschock auch mal ganz gut tun kann. Wobei, das sei hier einschränkend und endgültig kryptisch eingefügt, die Zeit in “Soho” und die sechs Monate danach mehr von Schule und Job hatten als von militärischem Gepränge einerseits oder dem berühmt-berüchtigten Gammeldienst andererseits.

Wenn ich jetzt lese, dass sich auch die SPD allmählich von der Wehrpflicht verabschiedet, dann löst das natürlich zwiespältige Reaktionen aus. (mehr…)

Deswegen

“Nicht, weil es Gesetze gibt, gibt es Eigentum. Sondern weil es Eigentum gibt, gibt es Gesetze.” *

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* “Ce n’est pas parce qu’il y a des lois qu’il y a des propriétés, mais parce qu’il y a des propriétés qu’il y a des lois.” (Frédéric Bastiat, “Propriété et Loi”, aus Ce qu’on voit et ce qu’on ne voit pas)

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