Erbin

Ich höre gerade Charlotte Gainsbourgs “5:55″. Es ist sicher keiner Rede wert, dass keines der Stücke auf diesem Album fünf Minuten und fünfundfünfzig Sekunden dauert. Das ist genau so logisch, wie die Tochter Serge Gainsbourgs Englisch singen zu lassen. Und damit wieder irgendwie richtig. Jedenfalls haben die legitimen Nachfolger Jean-Michel Jarres, Air, hier zu Recht ihren Fingerabdruck hinterlassen.

Uns, die wir “Je t’aime, moi non plus” noch im Ohr haben, tut die Konfrontation mit dem Ergebnis dieses so musikalischen Gestöhnes wirklich gut. Hinterlassen wir also eine Metro-Fahrkarte auf dem Grab von Serge, und folgen wir seiner Tochter im französischen Pop.

Nachtrag:

Auf dem Friedhof “Montparnasse” in Paris ist nicht nur Serge Gainsbourg begraben. Es gibt auch Menschen, die wegen Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, diesen Ort aufsuchen. Sollen sie gerne. Das Grab von Raymond Aron auf demselben Friedhof ist sehr schmucklos. Man möge es mir nachsehen, wenn ich die Größe dieser Menschen als umgekehrt proportional zu ihren Begräbnissen einstufe…

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6 Kommentare zu “Erbin”

  1. Buenavista
    2.08.2007 | 15:25

    Da würde ich mal zustimmen:

    Raymond Aron ist vermutlich der größte unterschätzte Denker Frankreichs.
    Sartre der größte überschätzte.

  2. 2.08.2007 | 20:18

    Schön gesagt.

  3. 2.08.2007 | 20:44

    Was wäre denn als Einstieg in die Aron-Lektüre zu empfehlen?

  4. 2.08.2007 | 21:00

    Ui, schwäre Kost!! Ich würde als eher biografischen Einstieg mit (damals) tagesaktuellem Bezug das Buch empfehlen, das aus einem Interview mit Dominique Wolton und Jean-Louis Missika entstanden ist: “Le spectateur engagé” Ist wohl leider nur auf Französisch erhältlich ;-)

  5. Buenavista
    2.08.2007 | 21:00

    Vielleicht die Memoiren?
    Erkenntnis und Verantwortung. Lebenserinnerungen, Piper Verlag 1987.

    Ich habe Aron Ende der 70er in einem Pariser Café kennengelernt. Wir haben dann etwa 3 Stunden diskutiert.

    Danach gab es nicht mehr viele Gründe, sich mit Sartre zu beschäftigen.

  6. Buenavista
    2.08.2007 | 21:04

    Antiquarisch gibts das schon:

    Der engagierte Beobachter , Klett Cotta 1983

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