Religion des Friedens

Zum Glück geht es hier nur um eine unbedeutende islamische Lehrstätte und irgendeinen dahergelaufenen Ziegenhirten, der sich als geistige Autorität ausgibt …
Kaum auszudenken, wenn das eine Aussage wäre, die aus einer angesehenen islamischen Universität, von einem führenden Gelehrten stammte …! Was für ein Bild man da vom Islam bekommen müsste…!

Glaubensabfall sollte mit dem Tod bestraft werden. Zumindest dann, wenn man es nicht geheim hält, dass man zu anderen Göttern überläuft.
Aber abgesehen davon ehrt der Islam natürlich die anderen Schriftreligionen, gelle?
Theoretisch. Gegen zu viel praktische Annäherung hilft aber halt nur Steinigen, Hängen oder Verbrennen.

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28 Kommentare zu “Religion des Friedens”

  1. NUB
    16.08.2007 | 14:51

    Aber abgesehen davon ehrt der Islam natürlich die anderen Schriftreligionen, gelle?

    Die legen Wert darauf, dass es aus dem Islam keinen Ausgang gibt, wer Moslem ist, darf nicht mehr wechseln. Da war ja auch ein Fall in Afghanistan vor einiger Zeit, wo nur noch die Infragestellung des Geisteszustandes half, sonst hätte dem zum Christentum konvertierten Ex-Moslem auch die Todesstrafe gedroht. Da haben ja auch in Europa alle empört aufgeheult. Das scheint aber im Islam etablierte Lehrmeinung und etabliertes Recht zu sein, dass keiner aus der Glaubensgemeinschaft einfach so rausgehen kann. Hinzu kommt, dass irgendwo immer eine Verbindung zwischen Staat und Religion besteht, so dass ein Austritt aus dem Islam als Hochverrat betrachtet wird, selbst wenn sich die Islamisten darüber streiten, dass islamische Länder nicht islamisch genug seien oder sich in Ägypten sogar gegenseitig als Ungläubige beschimpfen…
    In diesem Zusammenhang ist auch die Bekämpfung der Missionierungsbestrebungen mancher Christen in islamischen Ländern zu sehen. Würden die Moslems das dulden, dann müssten sie ja auch Austritte aus dem Islam dulden und die Ausbreitung des Christentums. Und sie müssten sogar dulden, dass jemand als Ex-Moslem freimütig bekennt, Atheist zu sein. Oder schwul. Oder Liberaler. Oder sonst was.

    Das ist aber alles Tabu. Es ist keine boshafte Unterstellung oder Rassismus zu behaupten, dass da kulturell ein fester Kollektivismus etabliert ist, aus dem der Einzelne sich sein Leben lang nicht befreien kann und nicht befreien können soll. Basierend auf der Annahme, dass die Gemeinschaft der Gläubigen nur so sauber bleibt und geschützt werden kann und einander hilft. DAS ist in dem Fall eben nicht Islamistendenke, sondern etablierter Islam.

  2. 16.08.2007 | 14:57
  3. NUB
    16.08.2007 | 14:58

    Historisch gesehen passt das auch zur Ausbreitungsidee des Islam, dass nämlich die Juden und Christen letztlich Muslime werden sollten; in diesem Rahmen bewegt sich die Toleranz - nicht in der Vorstellung, auf gleicher Augenhöhe für immer so weiterzuwurschteln. Univeralansprüche kennt man ja auch aus der Kirche des Mittelalters. Ideologisch meint auch die Katholische Kirche der Gegenwart, dass der richtige Weg zu Gott letztlich nur über sie zu finden sei, sie versucht aber nicht, diese Ordnungsvorstellung innerhalb der Gläubigen zu erzwingen, ja mit Gewalt durchzusetzen.

  4. 16.08.2007 | 14:58

    Nun mach mir mit deiner Sachlichkeit doch nicht die bitterböse Ironie zuschanden! ;-)

  5. NUB
    16.08.2007 | 15:01

    Wenn Du mit Emotionalität an sowas rangehst, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der erste Kulturrelativierer hier eintrudelt und sich bei PI wähnt. ;-)

  6. 16.08.2007 | 15:01

    @Christian

    Fragt sich, wer dieser “official advisor” denn ist. Während die Al-Azhar-Universität meines Wissens eine der zentralen Lehrstätten des sunnitischen Islams ist, könnte es sich bei dem von dir Zitierten vielleicht eher um den vom Staat eingesetzten Beauftragten handeln?

  7. NUB
    16.08.2007 | 15:04

    @Boche, Christian

    Saleh betonte ja, “dann, wenn man es nicht geheim hält, dass man zu anderen Göttern überläuft”. Da wird dann auch die Verbindung zu einer Art Verrat am Staat und an der Gesellschaft gezogen, Islam als Staatsreligion angenommen.

  8. 16.08.2007 | 15:04

    @NUB

    Auf die warte ich nur …! ;-)

  9. 16.08.2007 | 15:06

    @NUB

    Den logischen Schluss zur Staatsreligion halte ich nicht unbedingt für zwingend. Es könnte auch gemeint sein, dass nur dann der Staat (der ja wohl zum Töten aufgefordert wird, wenn ich es richtig verstanden habe) eingreifen soll, wenn die Affäre öffentlich geworden ist. Vielleicht wird ansonsten davon ausgegangen, dass die Familie, die örtlichen Repräsentanten das unter sich klären?

  10. NUB
    16.08.2007 | 15:12

    Davon würde ich auch ausgehen. Es passt zu anderen “Verstößen”, die im Privaten stattfinden. Du glaubst doch nicht, dass Moslems nie Alkohol trinken oder verbotene Feindprogramme schauen oder ungläubige Musik hören oder keine Pornoseiten im Internet aufrufen u.a. Scherze!? Aber im Geheimen. Und wenn man irgendwie angeschwärzt wird, müssen ein paar Polizisten oder Beamte bestochen werden - hörte ich persönlich mal von Iranern… Jedenfalls geht es bei Scham und Ehre um das Bild in der Öffentlichkeit. Da soll keiner den Mund aufmachen und verbotene Ideen äußern. Das zieht sich durch alle Bereiche des Lebens. Auch in der Politik ist es ja so. Oppositionelle in Ägypten können schnell im Knast landen, wenn sie das Falsche sagen oder schreiben. Auch ägyptische Blogger hat es schon erwischt. Wenn also liberales Leben stattfindet, dann nur im Privaten.

    Offiziell ist jeder Individualismus Teufelszeug.

  11. 16.08.2007 | 16:02

    @Boche: Ich bin natürlich kein Experte, was diese internen Organisationsstrukturen angeht - die Uni ist sicher eine wichtige Institution, aber ein Grossmufti ist m.W. ne ganz grosse Nummer. Wikipedia sagt über Ali Gomaa:

    “In der sunnitischen Hierarchie steht nur der Scheich der al-Azhar über ihm. Er gilt als einer der renommiertesten lebenden Gelehrten des traditionellen Islams und ist Anhänger der Schafiiten. Zugleich ist er Autor und Chatib der Sultan-Hasan-Moschee in Kairo.”

  12. 16.08.2007 | 16:11

    @Christian

    Stimmt, das klingt nach einem wichtigen Mann.

  13. 16.08.2007 | 16:54

    Seine Aussagen finde ich aber auch nicht ganz unproblematisch:

    Mr Gomaa warned however that if the conversions undermine the “foundations of society” then it must be dealt with by the judicial system, without elaborating.

    Ich könnte mir denken, dass das gut zu Suad Salehs Linie passt, insofern dass ein Abfall vom Islam nur dann als unbedrohlich zu sehen und zu tolerieren ist, wenn der äußere Schein gewahrt bleibt.

  14. NUB
    16.08.2007 | 18:15

    Gleich konvertieren! Und Arabisch lernen! http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/kein_witz/

  15. Thomas Wolf
    16.08.2007 | 21:53

    Ja, das leidige Islam-Thema…

    In der WELT vom Samstag war eine kurze Meldung ungefähr des Inhalts, dass nun auch die Islam-Gegner anfangen durchzuknallen. Von Morddrohungen gegen allzu dialogbereite Journalisten und Islamwissenschaftler sowie von anderen Unappetitkichkeiten war da die Rede, und auch politically incorrect wurde namentlich erwähnt.

    Nun bin ich weißgott kein Freund von PI, in dessen Kommentarsektion sich - ich formuliere das ganz bewusst so - menschlicher Abschaum herumtreibt, und auch von den Eurabia-Warnern meine ich, dass sie gerne weit über das Ziel hinausschießen, aber manchmal kann ich schon fast nachvollziehen, wie die auf ihren Trip kommen. Besagte Meldung in der WELT schloss nämlich folgendermaßen:

    Für den 11. September plant die von dem Autor Udo Ulfkotte gegründete antiislamische Organisation Pax Europa - gegen Eurabia eine Großdemonstration in Brüssel, zu der auch britische und dänische Organisationen aufrufen. In ganz Europa, so heißt es in dem Aufruf, “werden Gesetze vorbereitet, die es uns Bürgern verbieten, den Islam auch nur zu kritisieren”. Die Demonstration wurde inzwischen verboten.
    (Hervorhebung von mir)

    Schön, nicht?

    (hier auch online)

  16. 16.08.2007 | 22:01

    @Thomas

    Während der Karikaturen-Sache hatte ich einen Moment lang auch das Gefühl, das Entstehen solcher Islamophobie verständlich zu finden. Das Einknicken der öffentlichen Meinung vor vermeintlich berechtigten Befindlichkeiten war durchaus beängstigend anzuschauen.

  17. 16.08.2007 | 23:12

    Was ich noch witzig finde an dem Ulfkotte-Verein ist, wie sie mit dem Demo-Aufruf - wohl aus Versehen - ihren Rassismus offenbaren: “Eurabien”. Als wäre der Islam ein nur arabisches Phänomen…

  18. Thomas Wolf
    16.08.2007 | 23:24

    Was ich noch witzig finde an dem Ulfkotte-Verein ist, wie sie mit dem Demo-Aufruf - wohl aus Versehen - ihren Rassismus offenbaren: “Eurabien”. Als wäre der Islam ein nur arabisches Phänomen…

    “Eurabien” ist halt ein Schlagwort. Da wird die Exaktheit ein Stück weit der Plakativität geopfert. Das haben politische Schlagworte so an sich. Das mag man doof finden, aber daraus Rassismus abzuleiten ist vielleicht etwas weit hergeholt, finden Sie nicht?

  19. 17.08.2007 | 1:56

    Nö finde ich nicht - schauen Sie mal, wer sich hinter diesem Verein verbirgt.

  20. FAB.
    17.08.2007 | 9:41

    Wer verbirgt sich denn da so? Der Jude? Die NSDAP/AO? Aliens von der Wega? Der ruhelose Geist von Lenins Schwiegermutter ihrer Putzfrau?

  21. R.A.
    17.08.2007 | 12:21

    > In der WELT vom Samstag war eine kurze
    > Meldung ungefähr des Inhalts, dass nun auch
    > die Islam-Gegner anfangen durchzuknallen.
    So auf Pseudo-Ausgeglichenheit gebürstete Meldungen kotzen mich an.

    Wenn bei den “Islam-Gegnern” einige durchknallen, beschränkt sich das auf Blogeinträge.
    Das kann man wohl nicht vergleichen mit dem Durchknallen von “Islam-Anhängern”, die Massenmord begehen.

    Die von Boche eingangs zitierte Stellungnahme ist schon entlarvend.
    Sie zeigt, daß es eben nicht wie von vielen Gutmenschen behauptet so ist, daß der gute, friedliche Islam von wenigen Extremisten in Mißkredit gebracht wird.
    Sondern das ist eine von Grund auf hochproblematische Religion, gewalttätig und aggressiv, und wenn nun doch Millionen Menschen nette und friedliche Moslems sind, dann nur deswegen, weil sie eben NICHT exakt den islamischen Regeln folgen.

  22. 17.08.2007 | 14:39

    @FAP: Ulfkotte bedient sich aus dem Umfeld der “Stimme der Mehrheit”, international bekommt er bspw. Zulauf von der FPÖ (Strache) und von ein paar SVP-Hardlinern (Schlüer).
    Das ist kein liberaler oder auch nur neokonservativer Verein, das ist die stinknormale alte Rechte.

  23. Thomas Wolf
    17.08.2007 | 16:24

    -Christian Hoffmann:
    Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass man m.E. allein aus der Verwendung des Schlagworts “Eurabien” nicht auf Rassismus schließen kann. Inwieweit unter den Pax-Europa-Leuten Rassisten sind oder nicht, kann ich nicht beurteilen.

    -R.A.:
    Och, so habe ich die beiden Beiträge in der WELT (außer besagter Meldung war da noch ein Bericht im Innenteil) gar nicht verstanden. Der Anlass der Meldung war ja, dass sich die Pöbeleien der “Islam-Gegner” eben nicht mehr nur auf Blogeinträge beschränken. Da war von Veranstaltungen die Rede, die wegen Störern abgebrochen werden mussten, und von anonymen Briefen, denen zur Morddrohung zumindest nicht mehr viel fehlte. Darüber kann man doch schon mal berichten, auch wenn der islamistische Terror natürlich eine völlig andere Größenordnung hat, nicht?

    Die Eurabia-Propheten haben das gleiche Problem wie andere Ideologen auch. Sie überbewerten einzelne Aspekte des Lebens, machen sie für alle Probleme verantwortlich und verlieren so den Sinn für Proportionalität und damit den Bezug zur Realität. Kurz: Man versucht sich eine komplexe Welt einfach zu erklären. Das gleiche Phänomen kann man allenthalben beobachten, etwa bei Nazis, Tierrechtlern, Feministinnen, Schalkefans, Alternativmedizinanhängern, Globalisierungskritikern, Ufologen, Impfgegnern, Faschisten, Antifaschisten, Antizionisten, Antiamerikanern, Antideutschen, Antisemiten, Antiimperialisten und allen anderen Antis (die Liste ließe sich natürlich beliebig erweitern). Da sind dann wahlweise die Fleischesser, das Weltjudentum, das internationale Finanzkapital, die Globalisierung, der Neoliberalismus, die Amis, das Patriarchat, die Schulmedizin, die Dormunder oder eben die Moslems schuld, und zwar an allem. Übrigens sind, ohne hier eine Lawine lostreten zu wollen, auch Liberale gegen diese Denke nicht gefeit. Da werden schon mal “der Etatismus” oder “der Kollektivismus” für alles Übel in der Welt verantwortlich gemacht.

    Das heißt jetzt natürlich nicht, dass die alle in allen Punkten unrecht haben (außer vielleicht den Schalkefans). Es ist aber schon so, dass man durch die Überbetonung einzelner Aspekte einen verzerrten Blick auf die Realitäten bekommt und zu einer gelassenen Betrachtung nicht mehr ohne weiteres in der Lage ist.

  24. 17.08.2007 | 17:09

    Die Eurabia-Propheten haben das gleiche Problem wie andere Ideologen auch. Sie überbewerten einzelne Aspekte des Lebens, machen sie für alle Probleme verantwortlich und verlieren so den Sinn für Proportionalität und damit den Bezug zur Realität. Kurz: Man versucht sich eine komplexe Welt einfach zu erklären.

    Aus nicht nur gegebenem Anlass: Goldene Worte, das.

  25. FAB.
    17.08.2007 | 18:04

    @ Ch. Hoffmann
    Nun, das eben ist das Problem. Wenn die anderen, die “Nicht-Rechten”, die von Ulfkotte angesprochenen Probleme durchweg ableugnen, verniedlichen oder komplett ignorieren, dann bleiben eben nur die finsteren “Rechten”.
    Ich habe nicht den Eindruck, daß Ulfkotte nun speziell diesen hinterherliefe oder selbst eine “rechte” Bewegung aufziehen wollte. Bekäme er Beifall aus der grünlinken Ecke, würde er Unterstützer aus dieser Richtung sicher nicht verschmähen. Da sich aber die gesamte grünlinke Szene mehr oder weniger geschlossen den Islamophilen an den Hals geworfen hat (von irrelevanten Minigrüppchen wie “Antideutschen” mal abgesehen), bleiben eben nur die anderen. Sagt Beifall “aus der falschen Ecke” aber in der Sache irgend etwas aus? Ich halte es da mit Giordano (dessen persönlicher Fan ich ansonsten nicht unbedingt bin):
    Daß einem falsche Bundesgenossen auf die Schulter zu klopfen versuchen, ist häßlich, mundtot machen lassen sollte man sich dadurch aber nicht.

    Im übrigen: FPÖ oder SVP mögen nicht jedem zusagen, aber Demokraten sind es halt doch. Mir wäre jedenfalls nicht bekannt, daß diese Parteien die demokratische Verfaßtheit von Österreich resp. Schweiz in Frage stellten. Manchmal gewinnt man sogar den Eindruck, daß sie die eher ernster nehmen als die Konkurrenz. Die setzt bekanntlich lieber auf die wohlmeinende Umerziehung des kruden Demos durch die Obrigkeit denn auf Willensbildung von unten nach oben.

  26. NUB
    18.08.2007 | 16:53

    Goldene Worte, das.

    Das stimmt, v.a. verstellt das in Hysterie ausartende Betreiben der Angst- und Feindbilder den Blick auf Handlungsmöglichkeiten. Ich habe es schon mal früher geschrieben: Wenn nix mehr zu retten ist, kommt der große Knall auch von alleine, sowas braucht man nicht noch zu betreiben. Kritik ist jedoch erforderlich.

  27. F. Hoffmann
    19.08.2007 | 14:15

    Ein typisches Kennzeichen einer totalitären Gruppe oder Organisation:
    Austritt nicht möglich!
    Die Mafia und der russische Geheimdienst halten das genauso.

  28. der gute don
    21.08.2007 | 21:59

    Die Eurabia-Propheten haben das gleiche Problem wie andere Ideologen auch. Sie überbewerten einzelne Aspekte des Lebens, machen sie für alle Probleme verantwortlich und verlieren so den Sinn für Proportionalität und damit den Bezug zur Realität. Kurz: Man versucht sich eine komplexe Welt einfach zu erklären.

    Gilt nicht der Umkehrschluß gleichermaßen, daß diejenigen die die Augen vor der zunehmend agressiv ausgelebten Religion verschließen, dem gleichen Verhaltensmuster nach leben?

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