20. August 2007
Was interessiert mich die Müller GmbH?
Und würde SPON dem ehemaligen Geschäftsführer der Müller GmbH Raum für seine Abrechnung geben?
Dass dies geschieht, deutet auf zweierlei. Erstens: Die Branche der Müller GmbH ist eine derjenigen, wo jeder mitreden will. Zweitens: Irgendwas scheint dort anders zu laufen als in anderen Märkten.
Nun, Punkt 1 dürfen wir bei der Frage, was Fernsehen senden soll, wohl mit Fug und Recht annehmen. Aber auch Punkt 2 hat was für sich: Es gibt eine Begrenzung der Kabel- und Satellit-Sendeplätze. Sprich: Platzhirsche haben einen Vorteil.
Normalerweise müsste es uns als Verbrauchern völlig egal sein, ob einzelne Anbieter betriebswirtschaftlich sinnvoll handeln oder nicht. Die Schwachmatiker werden uns künftig nicht weiter belästigen, und die “Perfekten” bleiben übrig. Allerdings scheint die Sache anders auszusehen, wenn es um staatlich organisierte Oligopole geht. Da wechselt vielleicht mal der Inhaber, aber an der Struktur der Anbieter ändert sich wenig. Dabei ist es aus liberaler Sicht gerade der Wettbewerb, der Dinge voran bringt. Und nicht unbedingt der Wettbewerb der Platzhirsche, sondern der, der durch das Auftreten junger, ehrgeiziger und neuer Hirsche entsteht. Seien wir ehrlich: Haben wir sowas im Bereich des Fernsehens? Und wohin fährt mit staatlicher Unterstützung der Zug im Internet?
Ich hätte da einen Deal vorzuschlagen. Entlassen wir den Staat um die Sorge, was die Details angeht. Fordern wir lieber von ihm die Ermöglichung von soviel Wettbewerb wie möglich. Auch, wenn ich den Frust einzelner Politiker verstehen kann, nicht mehr höchstpersönlich auf das Einfluss zu nehmen, was dem gemeinen Pöbel als Unterhaltung oder Information zusteht: Das ist nicht euer Job, Jungs. Kümmert euch lieber um Vielfalt bei den Anbietern.
Verfasst von Rayson um 23:17 Uhr in der Kategorie Kultur, Politik, Wirtschaftspolitik (Trackback)