Sub-Subkultur?

Sollte ich Neid entwickeln, wenn andere von ihren Subkulturen berichten? Vermutlich.

Aber was war es denn, was ich mitgemacht habe? Ok, die Zeit an der Schule, wo ich noch frühmorgens handgemachte JU-.Gazetten verteilte, deren genialer Satire-Autor bis heute seiner Entdeckung harrt, die kann ich vielleicht noch so als echtes Engagement durchgehen lassen inmitten einer linken bis links-liberalen Lehrerschaft. Aber dann? Gut, ich war bei Anti-NATO-Demos dabei, gehörte dabei aber eher dem für die Demonstranten unerfreulichen Teil der Geschichte an, was mir den einen oder anderen Sonderurlaub beschert hat. Es klingt da fast zu gut, dass ich in dieser Frage hinterher sowas von Recht bekommen habe, dass es schon fast unschicklich wäre, darauf hinzuweisen.

Hinterher, an der Uni, da wollte ich eigentlich nur eins: Einen Abschluss mit minimalem Aufwand. Auch das ging per Deal: Die MG der Uni versprach, mir keine ihrer Publikationen nach Hause zu schicken, und ich versicherte, nie und nimmer nich gegen sie zu agitieren. Also war der Semesterbeitrag das einzige, das mich daran erinnerte, dass die WiWi-Fachschaft für ihre Klausur-Kopien auch Geld brauchte. Ok, ich bin auch noch mitverantwortlich dafür, dass in einer SPD-Hochburg ein JU-Ortsverband gegründet wurde, aber diese Erfolge der “Unpolitik” sind mir heute doch eher egal.
Das Gute an beiden Zeiten war: Ich brauchte kein bestimmtes Outfit. Ich konnte das tragen, was ich bis heute immer trage: Jeans und T-Shirts. Es sei denn natürlich, der Job verlangt Verkleidung. Aber damit kann man fertig werden, ohne es mögen zu müssen.

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8 Kommentare zu “Sub-Subkultur?”

  1. 21.08.2007 | 8:19

    Na ja, beim Che ist das subkulturelle Seemannsgarn schon “abenteuerlicher”. Neidisch bin ich auf ihn nicht.
    Von meiner subkulturellen Vergangenheit und Gegenwart fange ich besser nicht an, ich will mich ja nicht um den letzten Rest Glaubwürdigkeit bringen ;)

  2. 21.08.2007 | 8:35

    Das wird jetzt aber nicht noch ein Beichtblog - oder?

    Ja Jungs, das ist das Alter, die Erinnerungen an die Jugend werden immer wichtiger. Sollte ich mal die 70 schaffen werd ich sicherlich das eine oder andere aus meinen wilden Zeiten in den 60ern und frühen 70ern berichten. Bis dann.

  3. 21.08.2007 | 11:16

    @Martin, da würde ich an Druidentum und Odinssymbole denken ;-)
    @Balou, ich glaube nicht, dass das eine Altersfrage ist.

  4. 21.08.2007 | 17:50

    Die MG? Militante Gruppe, Marxistische Gruppe, Müttergruppe, Makroökonomengesocks?

  5. 21.08.2007 | 17:59

    Obwohl mir Letzteres am besten gefällt, war das in der Aufzählung an zweiter Stelle Stehende gemeint: die Marxistische Gruppe. Die hatten genug Knete, umgekehrt proportional zu ihrer eigenen Bedeutung professionelles Propagandamaterial zu verbreiten.

  6. 21.08.2007 | 19:47

    An die MG erinnere ich mich einerseits mit Grausen - diese furchtbare Dogmatismus, deren Marxismus ging ja so weit, dass selbst Engels noch als Abweichler erschien, die völlige Spaßfreiheit, der Sektencharakter - und andererseits mit einem Grinsen: ihre Polemiken waren echt gut formuliert.

  7. 21.08.2007 | 19:56

    Was habt ihr bloß für Laberfächer studiert!? ;-) Bei den Biologen hier gab es die alle nicht. Und selbst die bei Erdbeertee auf Bastmatten diskutierende Birkenstock-Fraktion war (vielleicht wegen Technischer Hochschule) nicht vertreten.

  8. 22.08.2007 | 15:57

    [...] Rayson und Che geben ja schöne Einblicke in ihre jugendliche Entwicklung, die man psychologisch sicher hochinteressant betrachten und mit ihrem heutigen Verhalten in Verbindung bringen kann. Das zu analysieren, überlasse ich aber lieber mal dem Boche. Schön, wenn man solche Jugendgeschichten zu bieten hat; bei mir würde sich das wesentlich langweiliger lesen. Also verfasse ich keinen eigenen Text, sondern zitiere nur einen Song aus der einzigen Subkultur, die ich nicht nur von Außen betrachtet, sondern in der ich mich bewegt habe, ohne ihr allerdings wirklich anzugehören, und das auch in einem Alter, in dem man schon nicht mehr von “jugendlich” spricht. Was die Jungs da getextet haben, das berührte mich, weil auch ich lange so empfunden habe: [...]

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