21. August 2007
Sub-Subkultur?
Sollte ich Neid entwickeln, wenn andere von ihren Subkulturen berichten? Vermutlich.
Aber was war es denn, was ich mitgemacht habe? Ok, die Zeit an der Schule, wo ich noch frühmorgens handgemachte JU-.Gazetten verteilte, deren genialer Satire-Autor bis heute seiner Entdeckung harrt, die kann ich vielleicht noch so als echtes Engagement durchgehen lassen inmitten einer linken bis links-liberalen Lehrerschaft. Aber dann? Gut, ich war bei Anti-NATO-Demos dabei, gehörte dabei aber eher dem für die Demonstranten unerfreulichen Teil der Geschichte an, was mir den einen oder anderen Sonderurlaub beschert hat. Es klingt da fast zu gut, dass ich in dieser Frage hinterher sowas von Recht bekommen habe, dass es schon fast unschicklich wäre, darauf hinzuweisen.
Hinterher, an der Uni, da wollte ich eigentlich nur eins: Einen Abschluss mit minimalem Aufwand. Auch das ging per Deal: Die MG der Uni versprach, mir keine ihrer Publikationen nach Hause zu schicken, und ich versicherte, nie und nimmer nich gegen sie zu agitieren. Also war der Semesterbeitrag das einzige, das mich daran erinnerte, dass die WiWi-Fachschaft für ihre Klausur-Kopien auch Geld brauchte. Ok, ich bin auch noch mitverantwortlich dafür, dass in einer SPD-Hochburg ein JU-Ortsverband gegründet wurde, aber diese Erfolge der “Unpolitik” sind mir heute doch eher egal.
Das Gute an beiden Zeiten war: Ich brauchte kein bestimmtes Outfit. Ich konnte das tragen, was ich bis heute immer trage: Jeans und T-Shirts. Es sei denn natürlich, der Job verlangt Verkleidung. Aber damit kann man fertig werden, ohne es mögen zu müssen.
Verfasst von Rayson um 00:53 Uhr in der Kategorie Steckenpferde der Autoren (Trackback)