4. September 2007
10 Yards to go
Die “Schwarz-Gruppe”, also die Eigner der Lidl-Discountmärkte, hat sich entschlossen, in den Bio-Bereich zu expandieren. Zu diesem Zweck erwarb sie Beteiligungen an der Münchner Basic AG, der zweitgrößten deutschen Bio-Supermarkt-Kette (ich vermute mal ohne Recherche, dass Allnatura die größte ist). Bei den Lieferanten führte das zu Absatzbewegungen. Mit Lidl wollte da wohl keiner was zu tun haben.
Nun, aus liberaler Sicht ist alles, so wie es sich entwickelt hat, außerhalb des Radars. Jeder entschied freiwillig. Kein Grund, sich einzumischen. Es gibt weder eine Pflicht für die Besitzer von Biomärkten, an bestimmte Anbieter zu verkaufen, noch gibt es eine solche für Lieferanten, Lieferbeziehungen über die gewünschte oder vertraglich zugesicherte Zeit aufrechtzuerhalten.
Betriebswirtschaftlich ist die AngeÄşegenheit zwiespältig. Es ist sinnvoll,. Biomärkte zu professionalisieren, was den Einkauf und die Logistik angeht. Nicht alle Lieferanten müssen davon begeistert sein, aber wer will ihnen das Ausnutzen von temporärer Marktmacht verübeln? Auf der anderen Seite kann es ein Alleinstellungsmerkmal von Biomärkten sein, bewusst Präferenzen wirken zu lassen, also z.B. regionale Anbieter zu bevorzugen, das in der Discounterlogik untergehen würde. Ich schätze, wir werden hier Zeuge eines Anpassungsprozesses mit ungewissem Ausgang. Wo und wie sich die Biosupermärkte positionieren, ist wohl noch nicht ausgemacht, und vielleicht existieren ja mehrere Modelle nebeneinander. Entscheidend wird wohl in jedem Fall die Glaubwürdigkeit und Transparenz sein. Bio-Kunden sind, so jedenfalls meine Einschätzung, etwas anspruchsvoller, was die ihnen zur Verfügung gestellten Informationen angeht.
Schaun mer mal, wer sich wie durchsetzt.
Verfasst von Rayson um 19:33 Uhr in der Kategorie Wirtschaft (Trackback)