Israelische Nazis

Es ist wohl eine der gängigeren Platitüden der “Antizionisten”, Israel mit den Nazis zu vergleichen und darzulegen, dass die israelische Regierung sich ebenso verhalte wie früher die Nazis. Ein Vergleich, der auch bei gemäßigten Kritikern Israels eigentlich nur Kopfschütteln auslöst.

Dass es aber in Israel selbst auch leibhaftige, echte Nazis gibt, finde ich schon überraschend. Aber die verfolgen dann doch keine Nichtjuden und faseln von der Überlegenheit der jüdischen Rasse, sondern tun das, was Nazis überall sonst auf der Welt auch tun: Juden, Ausländer und Homosexuelle verprügeln und sich so richtig arisch fühlen.

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23 Kommentare zu “Israelische Nazis”

  1. 12.09.2007 | 4:54

    Dem war mir vollkommen neu, dass es in Israel auch echte Nazis gibt. Nebenher: wie sich Israel den Palestinensern gegenüber aufführt ist auch ziemlich arisch.

  2. Libero
    12.09.2007 | 6:36

    Die Herren dokumentieren ihr Handeln. Ein Video ist hier zu sehen

    VIDEO: NEONAZI ATTACK IN ISRAEL
    http://pogrom.org.il/eng_articles.php?art_id=29

    Das dies keine Einzelfälle mehr sind, dokumentiert diese website eines orthodoxen Juden, der ebenfalls aus dem sowjetischen Bereich immigrierte und natürlich äußerlich wie der Rabbi in Frankfurt sofort auffällt

    Anti-Semitism in Israel
    http://pogrom.org.il/eng_articles.php?cat_id=1

    Der Betreiber der website hat natürlich ein Interesse, die Einwanderung aus Russland nach Israel zu beeinflußen. Im Augenblick reicht aus, wenn ein Vorfahr zwischen 1941 und 1945 nach den Nürnberger Rassegesetzen als Jude angesehen wurde.

    Das Muster ist immer vergleichbar. Menschen immigrieren und schaffen es nicht, sich zu integrieren. Sie fühlen sich zurückgesetzt und reagieren darauf mit Selbstabschottung und Aggressivität gegen die Integrierten. Auch gegen die, die die Integration schaffen.

    Alles was sie ausmacht, sehen sie mit Hochachtung, alles was die Integrierten ausmacht, verachten sie.

    Sie identifizieren sich mit dem Denken, das in der Gesellschaft der Integrierten am meisten verachtet wird, dem Rassismus oder dem Antisemitismus. Sie identifizieren sich mit der Muttersprache und der Religion, die man aus dem Heimatland mitgenommen hat.

    Diese Abschottungen durch Rückbesinnung auf die Muttersprache und die angestammte Religion findet man in Deutschland nicht nur bei Einwanderer aus dem Orient, sondern auch bei Einwanderern aus Osteuropa.

    Diese Abschottungen findet man nicht nur in der deutschen Gegenwart, sondern auch in der deutschen Vergangenheit. Im 19. Jahrhundert immigrierten polnische Arbeitsimmigranten in den Bergbau des Ruhrgebietes. Ihr seht uns als Polen und nicht als Mitbürger an, also sind wir zu 200 % Polen, beharren auf unseren polnischen Katholizismus und unsere polnische Sprache.

    Eine andere Gruppe verhält sich ähnlich. Ihr seht uns als Sinti und Roma, also verhalten wir uns so, wie ihr es von Sinti und Roma erwartet, ja wir übertreiben dieses Verhalten auch noch.

    Bei anderen Gruppen ist das ähnlich

    Ihr seht uns nur als Araber, Türken, Russen und Polen, also achten wir das, was ihr verachtet, nämlich uns, unsere Sprachen, Sitten und Gebräuche und verachten all das, was ihr achtet oder anstrebt

    Sprache, Sitten, Regeln, Emanzipationen von Frauen und Homosexuellen, Schutz von Minderheiten und Hilfebedürftigen, beruflichen Fleiss und Bildungsfleiss

    Das Ergebnis sind Immigranten der dritten Generation, die noch weniger integriert sind wie die erste und zweite Generation

    Comprendre, Karsten?

    Was ist also zutun?

    Nett, das wir darüber gesprochen haben.

  3. Buenavista
    12.09.2007 | 6:57

    Rassismus gibt es überall, und eben auch in Israel. Besonders deutlich habe ich das bei Juden aus Äthiopien gesehen, die mancherlei Diskriminierung ausgesetzt sind.

  4. 12.09.2007 | 8:06

    @Buenavista: immerhin haben die Äthiopier, von denen viele seinerzeit sogar per Luftbrücke aus den Wirren des Bürgerkrieges gerettet wurden, ohne wenn und aber ihre Einbürgerung bekommen - und niemand hat groß danach gefragt, ob sie auch “richtige” Juden wären.
    Klar, Israel ist kein Paradies der Toleranz. Aber das ist nach Lage der Dinge auch kaum zu erwarten. (Was traurige Tatsachen, wie die, dass die israelische Armee palästinensische Gefangene gefoltert hat, nicht entschuldigt.)

  5. 12.09.2007 | 9:12

    Es ist wohl eine der gängigeren Platitüden der “Antizionisten”, Israel mit den Nazis zu vergleichen

    Kaum wars geschrieben, schon findet sich einer der gemeinten Deppen ein:

    wie sich Israel den Palestinensern gegenüber aufführt ist auch ziemlich arisch.

    q.e.d.

  6. Libero
    12.09.2007 | 9:58

    @Boche

    Kaum wars geschrieben, schon findet sich einer der gemeinten Deppen ein:

    Ist das deine kollektive Wurzel, daß du die Augenhöhe anstrebst? Du bist Boche und nicht Broder. Auch wenn es in dir brodelt, bleibe Boche. Der, der du bist.

  7. 12.09.2007 | 10:00

    Auf Augenhöhe habe ich mich doch gar nicht begeben. Es war ein Klaps von oben.

    Aber danke für die Tipps zur Besserung. Nur das mit der kollektiven Wurzel habe ich nicht verstanden.

  8. Libero
    12.09.2007 | 10:16

    @Boche
    Ich mag da schrecklich altmodisch sein, aber ich glaube, man sollte auch im Stil der Auseinandersetzung vorbildlich sein. Fällt mir manchmal auch sehr schwer und ich schlage über die Strenge.

    Diese Äußerung mußte pariert werden, aber vielleicht mit mehr Schlagfertigkeit (s.u.). Ich finde, dem Denken liegt nicht unbedingt Antisemitismus zugrunde. Eher das Warum werden die Nachfahren von Opfer nicht Engel? Eine irrealistische Erwartung. Sie suchten Engel, fanden Menschen und erklärten sie zu Teufel. Um selbst für das Teufliche, das in Deutschen Namen geschah, eine Entschuldigung, eine Beschwichtigung zu finden.

    Zum Thema

    Xenophobie, übrigens beider Seiten, gibt es fast überall. Oft artet das in Rassismus aus.

    Bezüglich des Thema fand ich noch folgende Satire lesenswert:

    “Israelische Neonazis beklagen Antisemitismus”
    http://www.welt.de/satire/article1176096/Israelische_Neonazis_beklagen_Antisemitismus.html

    Übrigens ein gutes Beispiel, wie man solchen Vorgänge oder Äußerungen begegnen kann

    woher kenne ich bloß den Namen des Verfassers?
    Die Frage ist natürlich nicht ernst gemeint

  9. Buenavista
    12.09.2007 | 10:53

    @MartinM

    Wobei es schon heftige Unterschiede zwischen Jerusalem und Tel Aviv gibt.
    In Tel Aviv herrscht insgesamt schon eine sehr tolerante Atmosphäre.

  10. 12.09.2007 | 11:37

    “Israelische Neonazis beklagen Antisemitismus”

    Jüdische Nazis? Gab es doch schon in biblischen Zeiten.

  11. 12.09.2007 | 13:12

    @Libero:

    „Die Verwirrung war erst mal groß. Schließlich durften sie aber doch am Treffen der Eurofaschisten teilnehmen. Da präsentiert man sich üblicherweise mit Landesflagge und der Nationalhymne. Einige Kameraden fanden es aber geschmacklos, dass die Hatikva gespielt wurde.

    Das ist schon etwas zum Kichern (jedenfalls, solange einen diese Nazis gerade nicht zusammenschlagen wollen). Eine schwierige Situation für diese israelischen Nazis…

    Zu Deinem ersten Kommentar: Ich meine, da eine gewisse Schärfe mir gegenüber zu bemerken, die ich mir nicht so ganz erklären kann. Si, comprende, die Problematik ist mir ja durchaus bekannt (und auch aus erster Hand vertraut, ich lebe ja nicht im Wolkenkuckucksheim). Wenn es Dir um meine Überraschung darüber ging, dass diese Leute nun ausgerechnet Nazis werden - sie hätten ja auch eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten gehabt, eine Distanz zur umgebenden Gesellschaft zu finden, die vielleicht nicht ganz so außergewöhnlich gewesen wäre.

    Du fragst: “Was ist also zu tun?”. Gute Frage. Hast Du eine Antwort?

  12. 12.09.2007 | 13:35

    @Libero

    Ich mag da schrecklich altmodisch sein, aber ich glaube, man sollte auch im Stil der Auseinandersetzung vorbildlich sein.

    Recht hast du ja. Ich arbeite an mir, selbst, wenn man das nicht immer sieht.

    Ich finde, dem Denken liegt nicht unbedingt Antisemitismus zugrunde.

    Auch da stimme ich dir zu. Dein Erklärungsversuch könnte es tatsächlich treffen.

  13. Max
    12.09.2007 | 14:14

    Naja, es sollte nicht überraschen, dass ein hochgradig sozialistischer Staat wie Israel auch ein paar National Sozialisten hervorbringt. Das man Ausländerhass nie vollkommen ausradieren kann, sollte jedem klar sein (es sei denn man würde zu Methoden a la Brave New World greifen), dei Frage ist wie man damit umgeht und wie man die Opfer schützen kann.

    Die Frage ist, warum es keine jüdischen Nazis geben sollte? Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand ein Vorbild erreichen will, dem er nicht einmal selbst entspricht (perfekter Deutscher: blaue Augen, blondes Haar, 1.85 groß ; Hitler selbst war da wohl eher weit entfernt)…

  14. Buenavista
    12.09.2007 | 14:20

    Wenn es russische Nazis gibt, warum dann nicht auch israelische

  15. Libero
    12.09.2007 | 14:32

    Lieber Karsten

    comprendre gehört zu wenigen Wörter meiner Muttersprache, die mir geblieben sind. Die Schärfe ist nicht beabsichtigt und sie hätte auch kein Motiv.

    Sie sehen sich als Russen, nicht als Juden, wie auch. Ich möchte nicht wissen, wieviele es nicht einmal bis zur Ausreise wußten. Ich erinnere an eine amerikanische Aussenministerin, die es auch erst seit wenigen Jahren weiss.

  16. 12.09.2007 | 15:40

    Die Schärfe ist nicht beabsichtigt und sie hätte auch kein Motiv.

    Dann ist ja gut. Ich bin da manchmal etwas überempfindlich, und wenn man drüber redet, lassen sich ja viele Missverständnisse ausräumen. Also, nicht überempfindlich in dem Sinne, dass ich nicht auch schärfere Diskussionen mögen würde, aber ich sehe diese manchmal viel zu früh. :)

    Heißt es wirklich “comprendre”? Ich dachte immer “comprende”. Wieder was gelernt…

    Ich möchte nicht wissen, wieviele es nicht einmal bis zur Ausreise wußten.

    Ist ja bei vielen Deutschen, die in Alma Ata oder Wolgograd geboren sind, ähnlich.

  17. 12.09.2007 | 15:45

    Heißt es wirklich “comprendre”?

    Wenn Freund Libero französischstämmig ist - ja.

  18. 12.09.2007 | 16:01

    @Boche:

    Dann wäre es doch immer noch der Infinitiv, oder? Seine Frage müsste doch dann korrekt eher “comprends-tu?” heißen, IIRC…

  19. 12.09.2007 | 16:21

    Stimmt.

  20. 12.09.2007 | 19:57

    wieder was gelernt :-)

  21. Libero
    12.09.2007 | 20:28

    Das zweite r ist zuviel.

  22. Libero
    12.09.2007 | 20:58

    “Kampfsportdemonstration” am 01.09. in der Berliner S-Bahn
    http://www.berlin.de/imperia/md/video/polizei/85113/s_bahn_angriff_2.mpg
    Das Opfer erlitt schwere Gesichtsverletzungen. Dabei war die Belästigung des Täters mimimal. Vielleicht sollte man Russen mal mitteilen, daß man Konflikte auch durch den Gebrauch der Sprache klären kann. Da der Mann sehr gut zu erkennen ist, wird man Gelegenheit dazu haben.

  23. Buenavista
    12.09.2007 | 22:46

    Wenn schon französiusch, dann entweder höflich “Vous comprenez? oder Comprenez-vous?

    Oder familär: Tu piges?

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