23. September 2007
Bundesliga-Notizen, 6. Spieltag
Es wäre zu schön gewesen. Der KSC und Hertha an der Tabellenspitze - das hätte ich mir eingerahmt und an die Wand gehängt. Aber nun denn - der Sieg der Bayern bei mir zu Hause war nicht nur das Offensichtliche, also ein Sieg der individuellen Klasse. Es war auch ein Beispiel dafür, wie man gegen die Bayern dieses Jahres nicht spielen darf. Wer da Erfolg haben will, muss hinten über alle Zweifel erhaben sein, also z.B. einen Bordon statt eines Eggimann haben. Nichts gegen Eggimann, das ist ein Super-Typ, der hoffentlich gegen weit über 50% der Liga die Sache im Griff hat, aber ein Star-Ensemble wie die Bayern braucht etwas mehr, um sich geniert zu fühlen. Und vorne, ja, da muss man mindestens einen Spieler mit einer individuellen Klasse haben, die es erlaubt, einen Lucio und einen Demichelis auszudribbeln und aus 20 Metern an einem Kahn vorbei einzunetzen. Die gibt es, aber die spielen nicht für den KSC. Man kann über ihn sagen, was man will, aber einem Pantelic z.B., um mir auch gleich etwas Trost zu verschaffen, wäre das und anderes durchaus zuzutrauen. Einem Freis und einem Kapllani leider nicht.
Kommen wir also zum Erfreulichen, kommen wir zur Hertha. Der Abgang der “Ghetto-Boys” hat sich bislang als segensreich erwiesen. Dazu passt der neue Trainer von ganz außen. Man meint gar, etwas “Röber-Geist” zu spüren, und der hat die Hertha immerhin in die Champions League gebracht. Allerdings gibt es einen gewichtigen Grund, Wasser in den für mich allzu süßen Wein zu gießen: Die Gegner waren bisher nicht erste Klasse. Gut, man könnte einwenden, wer das denn in dieser Saison überhaupt sei außer den Bayern und hätte damit einen Punkt. Aber da gibt es trotzdem noch Schalke und Werder und - ja, tatsächlich - Leverkusen, also Mannschaften, die der Tendenz nach gegen alle anderen gewinnen. Hertha gehört noch nicht dazu, aber dass der Abstand vielleicht doch gering ist, ist leider kein Verdienst, sondern ein Armutszeugnis…
Das Schauspiel um die Trainer-Entlassung in Cottbus ist dermaßen erbärmlich ausgeführt worden, dass der läppische Spielleiter eigentlich sofort entlassen gehört. Wie ein schwäbischer Sparkassenheini an die Spitze eines Ostvereins kommt, wäre wohl eine Geschichte für sich, aber wenn es denn dazu führt, diese Mauertruppe in die Liga zu führen, in die sie gehört (sorry, Brandenburger), dann hat es wenigstens ein Gutes.
Man munkelt, der Nachfolger könne ein “ehemaliger deutscher Nationalspieler” sein. Loddar in Cottbus - und da sage noch mal einer, wir Deutschen und speziell die aus dem Osten hätten keinen Humor…
Verfasst von Rayson um 19:51 Uhr in der Kategorie Steckenpferde der Autoren (Trackback)