Alles auf einmal

Während der Kollege Martin Hagen sich über die offenbar doch recht gestörte Diskussionskultur bei der CSU beklagt, ist mir etwas ganz anderes aufgefallen - nämlich der Slogan, den sich die CSU für diesen Parteitag gegeben hat: “Konservativ-Liberal-Sozial”. Da ist ja alles drin. Und nichts. Absolute Personalisierung bei völliger politischer Belanglosigkeit und ständig fluktuierendem Populismus: Das ist die CSU.

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24 Kommentare zu “Alles auf einmal”

  1. 29.09.2007 | 12:37

    Das ist jetzt aber gemein. Als ob die anderen besser wären.

  2. 29.09.2007 | 12:45

    Ein Bisschen schon. Die CSU ist “the worst out of a bad lot”.

  3. 29.09.2007 | 12:49

    Gut; aber mildernd sollte dann doch berücksichtigt werden, daß diese Partei landespolitisch immerhin die Aufgaben von Regierung und Opposition gleichzeitig wahrnimmt. Das ist ja auch Stress.

  4. micha42
    29.09.2007 | 12:53

    Das ist die CSU.

    Becksteins Wahlergebnis passt dazu. Man beachte, das es bei geheimer Wahl zwischen drei (ok: darunter nur zwei ernstzunehmende) Kandidaten erzielt wurde.

    Die Partei, die Partei… okay, das war unfair.

  5. 29.09.2007 | 12:55

    @David:
    Das tun CDU und SPD im Bund auch; dann musst Du es denen aber auch positiv anrechnen.

    @micha42:
    Beckstein hatte keinen Gegenkandidaten. Seehofer und Pauli kandidieren gegen Erwin Huber. Und da wird es dann wohl nur so 75% oder so geben, weil es immer ein paar gibt, die den Anweisungen… äh… Vorschlägen der Parteispitze nicht folgen wollen.

  6. micha42
    29.09.2007 | 12:57

    Asche auf mein Haupt.

  7. 29.09.2007 | 12:57

    Die “anderen” sind mit diesem Hang zur Beliebigkeit zwar auch nicht viel besser, aber bei der CSU funktioniert dieses Rezept so gut, dass sie in Bayern praktisch ein Abo auf die absolute Mehrheit hat. Bayern ist halt gemütlich, und die CSU verkörpert schon lange eher Gemütszustände als politische Haltungen. Darin ist Bayern tatsächlich mal Vorreiter für das restliche Deutschland.

  8. 29.09.2007 | 12:57

    “Das tun CDU und SPD im Bund auch; dann musst Du es denen aber auch positiv anrechnen.”

    Noch sind das ja zwei Parteien. Und Ehegattensplitting gibt’s bei mir nicht.

  9. 29.09.2007 | 13:01

    @David:
    Nein, nein, so meine ich das nicht - jede der beiden Parteien ist doch sowohl Regierungs- als auch Oppositionspartei. Immer hin und her…

  10. 29.09.2007 | 13:07

    Erkennst Du da eine dialektische Entwicklung?

  11. 29.09.2007 | 13:12

    *kicher*

    Moderne Parteienunpolitik als praktische Umsetzung der Theorie der Dialektik? Was wohl unsere philosophisch-dialektisch orientierten Freunde dazu sagen würden? :)

  12. 29.09.2007 | 13:15

    These: Kohl/CDU
    Antithese: Schröder/SPD
    Synthese: Merkel CDUSPD

    Uiuiui. Wenn der Nörgler das liest, dieses ungebildete Geschwätz…

  13. 29.09.2007 | 16:03

    Nur haben die im demokratischen Bayern seit Jahrzehnten die Bestposition, trotz Hotchkiss und Starfighter, trotz Amigo und Filz, trotz Hohlfratzemeier, SSöder und Steuber.

    Die können schlicht tun und lassen was sie wollen. DAS macht mir Sorge, nicht das Marketing im Bühnendesign. Vielleicht steht ja bei der FDP demnäxt so was dran: “Liberal. Sozial. Ökologisch.”

  14. 29.09.2007 | 16:12

    Bodo, bei aller Abneigung die er verdient, aber der SSöder ist doch eigentlich unter Deinem Niveau, oder?

  15. 29.09.2007 | 16:17

    Hmja. Bodo, es wäre nett, wenn Du mit Attacken dieser Art etwas zurückhaltender wärest… gut, mit Abmahnen ist natürlich nicht viel, weil dies ja eine amerikanische Website ist, aber trotzdem…

    Machst Du doch sonst auch niveauvoller. :)

    Aber inhaltlich: Dass die CSU wirklich machen kann, was sie will, und die bayrischen Wähler daraus offenbar niemals Konsequenzen ziehen, ist schon seltsam.

  16. 29.09.2007 | 16:18

    Eine kleine Verteidigung der CSU:

    Es ist doch einer Partei nicht vorzuwerfen, dass sie eine Volkspartei ist, oder?

    Und wenn “absolute Personalisierung bei völliger politischer Belanglosigkeit und ständig fluktuierendem Populismus” auch andere Bundesländer so erfolgreich machen würde wie den Freistaat, wäre es ein unbedingt nachahmenswertes Konzept.

    Die drei Schlagworte (es sollen ja wahrscheinlich nicht mehr sein als Schlagworte) treffen doch die Politik der CSU: konservativ bei Werten, liberal in der Wirtschaftspolitik und beeinflusst durch die katholische Soziallehre.

    Unsachlicher als “Besser für die Menschen” (CDU), “Für alle die mehr wollen” (FDP) oder “Kraft der Erneuerung” (SPD) erscheinen sie mir auch nicht.

  17. 29.09.2007 | 17:49

    liberal in der Wirtschaftspolitik

    Es gibt Leute, die halten das für ein Oxymoron. Aber sicher ist: Die CSU tut auch da vieles gegen den Vorwurf, liberal zu sein.

  18. Robroy
    29.09.2007 | 19:38

    Laut meiner heutigen Tageszeitung hat Stoiber in seiner Abschiedsrede die CSU auch noch explizit in Opposition zum “Marktliberalismus” der FDP gestellt (konnte mir beim Lesen das Lachen nicht ganz verkneifen…).

  19. DDH
    30.09.2007 | 14:56

    Wer die massenpsychologischen Mechanismen der Funktionsweise von Parteien (ganz gleich ob “demokratisch” oder “faschistisch”, was ohnehin nur verschiedene Aggregatszustände desselben etatistischen Stoffes sind) verstehen möchte, ist vielleicht auch wieder bei Adorno an der richtigen Adresse.

  20. 1.10.2007 | 21:37

    @Karsten
    Ups, beim Söder hab’ ich mich doch glatt vertipppt…. blöd aber auch, wo ich doch so aufpasse auffe Tastatuur ;-))

    Im Ernst: Ich finde Leute wie Söder hundsgefährlich. Weil der intelligent ist. Weil er genau weiß, was er verzapft. Weil er (auf demokratischem Wege, natüüürlich) an einer Stelle sitzt, wo ich mir eine/n andere/n wünschte. Vielleicht Pauli?

    Die ist _nicht_ so clever. Wie Söder. … sagen viele….

  21. 1.10.2007 | 21:40

    @Achim
    Katholische Soziallehre?
    Herr Ratzinger kritisiert übrigens (weiß nicht mehr, wo), dass das, was die C-Parteien in Deutschland als ‘katholische Soziallehre’ zu verstehen glauben bzw., dass sie ihre Politik als solche verkaufen wollen, a G’schmarri sei.

  22. 1.10.2007 | 22:06

    @BW

    Söder ist nicht “hundgefährlich”. Er ist ein Karrierist entlang der Schienen seines Systems, so wie die Pauli versucht hat, eine Karrieristin außerhalb dieser Schienen zu werden. Für beides gibt es eine Zeit, und die Tragik der Pauli war u.a., nicht mitbekommen zu haben, dass die CSU nur “a bisserl” Revolution wollte, aber keine echte.

    Vielleicht ist Söder cleverer, aber er ist nur ein Hund. Herrchen sind andere.

    Und was die katholische Soziallehre angeht: Nun, dass die nicht deckungsgleich ist mit Parteiprogrammen, das sollte allen klar sein. Zumal die römisch-katholische Kirche sehr sensibel ist, was Autoritäten betrifft. Aber dennoch liefert die katholische Soziallehre natürlich einen Nährboden für Forderungen, angesichts derer Liberale ihr Kreuzzeichen machen würden, wenn sie denn eins hätten…

  23. 2.10.2007 | 17:02

    Söder = Hundsfott mit Schweinsäuglein.

    Für Pauli gilt der alte Satz Konrad Adenauers: “Es gibt zwei Wege des politischen Aufstiegs. Entweder man paßt sich an oder man legt sich quer.”

    Von der Pauli wird man noch hören!

  24. R.A.
    2.10.2007 | 17:24

    > Von der Pauli wird
    > man noch hören!
    Vielleicht in der Skandalpresse.

    In der Politik (egal in welcher Partei) hat sie sich mit ihren absurden Eskapaden alle Zukunft verbaut.

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