Schienen fürs Klima

Gut, es sind die Grünen. Die müssen die Welt durch ihre Brille sehen. Deren Wähler wollen das wohl so.

Aber wie ermüdend ich das finde, dass praktisch jedes Thema reflexartig mit dem Klimaschutz-CO2-Gebrabbel verknüpft wird …

Man kann doch seine Forderungen in Sachen Infrastrukturpolitik auch sachlicher und realistischer begründen, oder nicht?

Es kann mir doch niemand erzählen, dass er ernsthaft daran glaubt, dass die weltweite, gemittelte und damit ja eigentlich sowieso recht virtuelle Durchschnittstemperatur schwerwiegend zu beeinflussen ist, in dem man auf dem Kontinent Europa ein paar Schienen baut.

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8 Kommentare zu “Schienen fürs Klima”

  1. stefanolix
    1.10.2007 | 11:53

    Ich hätte schon nach »Plan für wachsende Güterverkehre« vor Lachen mit dem Lesen aufgehört.

  2. R.A.
    1.10.2007 | 14:19

    Blarg, ausgerechnet die Grünen äußern sich zur Bahnpolitik.
    Diese Stümper waren sieben Jahre in der Regierung und haben nicht einmal ansatzweise ein Konzept vorlegen können, wie man den Schienenverkehr weiterbringen könnte.

    An der Basis gibt es ja einige Grüne, die in Sachen Bahn vernünftig aktiv sind (bei “pro bahn” haben wir einige davon).

    Aber als Partei haben sie bei diesem Thema völlig versagt.

  3. 1.10.2007 | 14:50

    Ich denke die Grünen wollen den Güterverkehr eindämmen. Das macht man doch nicht, indem man die Infrastruktur ausbaut. Je voller die Straßen umso teurer wird der Transport. Baut man mehr Straßen wird ein Teil des Transports auf die Schiene verlagert, wodurch wieder mehr Platz auf der Straße für zusätzliche LKW frei wird. Die bessere Alternative wäre doch wohl die Maut auf der Autobahn auf Polen auszuweiten und in Deutschland zu erhöhen und dann noch ein Entgelt für den CO2-Ausstoss draufzulegen. Aber den meisten Leuten geht es in dieser Diskussion eher um diese Schienen-Nostalgie als um den Klimaschutz…

  4. 1.10.2007 | 14:51

    …das sollte natürlich heißen, “baut man mehr Schienen”…

  5. R.A.
    1.10.2007 | 15:26

    @Steffen:
    Alles richtig.

    Aber selbst bevor man Schienen baut sollte man (bzw. die Grünen) überlegen, warum die Kapazität der vorhandenen Schienen gar nicht voll ausgenutzt wird, und die Bahn selber lieber mit LKWs transportiert.

    Dann wird man feststellen, daß das Hauptproblem in mangelnder Flexibilität und Kundenorientierung der Railion liegt.

  6. 1.10.2007 | 18:47

    Tja, wenn “Papa Staat” komplett seine Fingerchen aus dem Spiel nehmen würde und die Bahn nicht länger des Politikers Modelleisenbahn wäre, dann wäre dieses Schlafmützenunternehmen gezwungen etwas mehr auf die Gewinne zu achten. Da aber fast jeder in diesem Verein eine staatliche Fehlerversicherung hat, macht sich der Schlendrian breit. Um etwas mehr Leben in die Bude zu bringen wäre dabei nicht mal mehr Wettbewerb nötig, weil der schon von den konkurrierenden Verkehrsträger kommt.

  7. 1.10.2007 | 18:56

    Es scheint mir nicht unbedingt so, als achte die Bahn nicht auf Gewinne. Da bietet der Börsengang schon einen gehörigen Anreiz.

  8. 2.10.2007 | 2:40

    Allerdings unterliegen die Infrastrukturentscheidungen den Restriktionen staatlicher Planung. Überdies schleppt die Bahn noch eine Menge sozialer Altlasten mit sich herum, was ihr den Spielraum für Kostensenkungen erheblich einschränken sollte. Wie kann ein Unternehmen effizient operieren, wenn ein wichtiger Teil der Investitionen nicht erwirtschaftet werden muss?

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