Jetzt habe ich Eva Herman verstanden!

Ich habe es getan. Ich habe mir den gesamten Auftritt von Eva Herman bei Kerner reingezogen (von den restlichen 19 Minuten habe ich nur das Geflirte zwischen Senta Berger und Mario Barth mitbekommen und dann ganz schnell abgeschaltet). Und ich habe ein bisschen was gelesen über die Sendung. Jetzt ist mir alles klar.

Dankenswerterweise hat Eva Herman etwas klargestellt:

Also nochmal, das Original zeigt ja ganz klar, dass ich von den Werten, von den Werten sprach, die wir, also wir Menschen, schon vor dem Dritten Reich, während des Dritten Reichs und auch bei den 68ern hatten, die dann abgeschafft wurden. Ich sprach nicht von der Politik des Dritten Reiches, sondern ich sprach von den Werten der Menschen.

Hier nochmal die beiden Zitate, in denen sie von “den Menschen” gesprochen haben will:

Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68er wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ‘ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt - das wurde abgeschafft. (Quelle)

und

Was ich zum Ausdruck bringen wollte, war, dass Werte, die ja auch vor dem Dritten Reich existiert haben, wie Familie, Kinder und das Mutterdasein, die auch im Dritten Reich gefördert wurden, anschließend durch die 68er abgeschafft wurden. Vieles, was in dieser Zeit hochgehalten wurde, wurde danach abgeschafft. Und dazu gehören Werte, die uns auch vor dem Dritten Reich zusammengehalten haben und uns ja auch das Überleben gesichert haben. Familie nämlich. (Quelle)

Falls ich sie jetzt richtig verstanden habe, dann wollte sie sagen, dass die Menschen zu Beginn und gleich nach Beendigung der Herrschaft der Nationalsozialisten die von ihr angeführten Werte anerkannten, verinnerlicht hatten und nach ihnen lebten. Und während des Nationalsozialismus haben die Machthaber diese Werte pervertiert und deren eigentlichen Wesensgehalt sukzessive zerstört. Im zweiten Zitat (aus der BamS) sagt sie ja nicht, dass die Nazis diese Werte gefördert hätten, sondern dass sie “im Dritten Reich” gefördert worden seien, und zwar, so darf man annehmen, von den Familien (”den Menschen”) nicht wegen der Nazis, sondern trotz ihrer Umerziehung und gegen sie. 

Wenn diese Interpretation zutrifft, dann kann man sich natürlich nur fragen, warum sie das dann nicht gegenüber ihrem Arbeitgeber und/oder gestern bei Kerner so oder so ähnlich erläutert hat und stattdessen dabei blieb, sich nicht missverständlich ausgedrückt zu haben. Ob ein Missverständnis vorliegt, richtet sich ja nunmal nach dem Empfängerhorizont und nicht nach der Senderarroganz.

Und der Lapsus mit der Autobahn wäre ihr nicht passiert, wenn sie die Weisheit des Nörglers besäße:

Ich würde da allerdings noch etwas eleganter und griffiger formuliert haben, etwa: ‘Soll ich jetzt auf den Boden kacken, nur weil Hitler eine Toilette benutzte?’

Auch hinsichtlich der Frage, wer nun mit den Nazi-Vergleichen angefangen hat, bin ich jetzt klüger als gestern. In der Tat haben Thea Dorn und Alice Schwarzer das erste Buch von Eva Herman unter Verwendung von Nazi-Vergleichen rezipiert. Thea Dorn in der taz und Alice Schwarzer ich-ahne-wo. Was für ein furchterregendes Duo. Wegen den beiden (und vielleicht noch ein paar hundert Leserbriefen in diese Richtung) von “brauner Keule” und “gleichgeschalteter Presse” zu faseln, wie es Eva Herman gestern bei Kerner getan hat, ist absolut unterste Schublade und nicht mehr satisfaktionsfähig.

Dass die Presse so gleichgeschaltet noch nicht sein kann, zeigt allein die Zusammenstellung bei der WELT. Und Broder auf SpOn ist ja auch nicht irgendwer irgendwo.

Zum Schluss möchte ich noch auf die Presseerklärung des NDR zur Entlassung von Eva Herman hinweisen:

“(…) Leider ist es nicht der erste Vorfall dieser Art. Auch Frau Hermans geplanter Auftritt bei einer Unterorganisation der rechtspopulistischen FPÖ, den sie erst nach Intervention absagte, war ein solches Missverständnis.” Anlässlich dieses Beinahe-Auftritts hatte der Sender die Moderatorin im März eindringlich gebeten, alle Handlungen und Äußerungen zu unterlassen, die geeignet sind, ihr öffentliches Bild als Talk-Moderatorin und damit auch das des NDR zu beschädigen. Zugleich war Eva Herman darauf hingewiesen worden, dass eine klare Trennung zwischen ihrer Arbeit als Talk-Moderatorin und als Buchautorin unabdingbar sei.

Stattdessen kam es jedoch immer wieder zu Vermischungen. So forderte Eva Herman, die beim NDR bisher als freie Mitarbeiterin tätig gewesen ist, in der vergangenen Woche am Rande der Internationalen Funkausstellung in Berlin die Kirchen zu einer stärkeren Präsenz in Talk-Shows auf, um zum “Auftrag von Mann und Frau” Stellung zu nehmen.

Programmdirektor Herres: “Äußerungen wie diese wirken polarisierend. Das Ergebnis spürt unsere Redaktion: Gäste sagen ihren Auftritt bei ‘Herman und Tietjen’ ab oder stehen von vornherein nicht zur Verfügung. Einer solchen Entwicklung können wir nicht tatenlos zusehen. (…)

Dass Herr Herres danach vom “Mutterkreuzzug” sprach, finde ich zwar daneben, aber jedenfalls geht aus der Presseerklärung hervor, dass Eva Herman nicht wegen der Äußerungen auf der Buchvorstellung entlassen wurde, sondern wegen des von ihr bestätigten und nicht zurückgenommenen Zitats in der BamS - und dass dies auch nicht der erste, sondern (mindestens) der dritte Vorfall gewesen ist. Man kann über jeden dieser Vorfälle streiten, aber wenn ein Arbeitgeber seine Angestellte zweimal ermahnt und in ihrem Verhalten eine Schädigung seiner Marke sieht, dann deutet das zumindest auf ein zutiefst gestörtes Vertrauensverhältnis hin. Insofern finde ich die Begründung des NDR, wegen der Wahrung der politischen Neutralität eine Kündigung auszusprechen überzeugender als die Ansicht, Eva Herman müsse gerade zur Wahrung dieser Neutralität auf jeden Fall weiter beschäftigt werden.

Aber wie schon in einem Kommentar zum vorigen Eintrag zum Thema gesagt: Dazu wird das Arbeitsgericht sicher eine durch weitere Fakten angereicherte, sachkundige Entscheidung fällen.

Hiermit erkläre ich, was meine Person betrifft, die Eva-Herman-Festspiele für beendet.

Das letzte Wort überlasse ich - Eva Herman (via Stefan Niggemeier):

Wir marschieren im Stechschritt durch einen anstrengenden Alltag voller Widersprüche.

 

Weiterführende Literaturhinweise

Rausschmiss bei Kerner: Wie Eva Herman den Fernsehtod starb. Von Jörg Thomann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der letzte Auftritt von Eva Herman. Von Stefan Niggemeier

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21 Kommentare zu “Jetzt habe ich Eva Herman verstanden!”

  1. Kai
    11.10.2007 | 18:40

    War das nicht ein Auftritt gestern? Ich habe auch eben einen Blogartikel dazu veröffentlicht. Aber das Buch wird wieder ein Bestseller, darauf wette ich.

  2. 11.10.2007 | 18:59

    Tja, sowas liest man dann in der Bloggosphäre, natürlich. Dieser Essay wäre durchaus SPIEGEL-wert.

  3. 11.10.2007 | 19:39

    Im zweiten Zitat (aus der BamS) sagt sie ja nicht, dass die Nazis diese Werte gefördert hätten, sondern dass sie “im Dritten Reich” gefördert worden seien, und zwar, so darf man annehmen, von den Familien (”den Menschen”) nicht wegen der Nazis, sondern trotz ihrer Umerziehung und gegen sie.

    Und eben das zu glauben, erfordert dann doch einigen guten Willen. Wie kann man sagen “im Dritten Reich”, ohne “durch das Dritte Reich” zu meinen, wenn man diesen Zwiespalt nicht durch zusätzliche Erläuterungen aufklärt?

    Aber das soll nichts beweisen: Die Herman hat sich nicht auf das Dritte Reich berufen, aber sie hat es so überflüssigerweise ins Spiel gebracht, dass man als Intention alles Mögliche herauslesen kann. Diesen Eindruck zu korrigieren, hätte ihr gut angestanden, aber dass sie im Gegenteil die Dinge z.T. noch schlimmer machend darum herum scharwenzelt ist, lässt als Ergebnis eine wenig angenehme Ambivalenz zurück.

    Eine, die für ihr Tribunal nicht gilt. Die haben genug dafür getan, sie eindeutiger zu bewerten. Was der Herman im Nachhinein eine unverdiente relative Komplexität bescheinigt.

  4. 11.10.2007 | 19:42

    Dieser Essay wäre durchaus SPIEGEL-wert.

    So langsam muss Schluss sein mit den Beleidigungen.

  5. 11.10.2007 | 20:01

    Da ist Herr Herres derjenige, der den NS Vergleich macht. Kann man uim übrigen mal aufhören die sicherlich rechte und dämliche FPÖ zur Nachfolgepartei der NSDAP zu erklären? Nicht jeder Hans Wurst ist ein Hitler.

  6. Kalle
    11.10.2007 | 20:59

    “Wegen den beiden (und vielleicht noch ein paar hundert Leserbriefen in diese Richtung) von “brauner Keule” und “gleichgeschalteter Presse” zu faseln…”

    Naja, ein wenig mehr ist es schon. Z.B. der NDR, das ZDF, die zahllosen Falschmeldungen und Kommentare wo behauptet wird, sie habe die NS-Familienpolitik gelobt…

    “Die Herman hat sich nicht auf das Dritte Reich berufen, aber sie hat es so überflüssigerweise ins Spiel gebracht, dass man als Intention alles Mögliche herauslesen kann.”

    Unnötigerweise? Ihre These ist eben, daß die traditionellen Familienwerte wieder aufleben müssen, die durch Nazizeit und 68er zerstört wurden. Wie soll sie diese These denn kommunizieren, ohne die Nazizeit ins Spiel zu bringen?

    “Diesen Eindruck zu korrigieren, hätte ihr gut angestanden, aber dass sie im Gegenteil die Dinge z.T. noch schlimmer machend darum herum scharwenzelt ist”

    Hast Du die Sendung eigentlich geguckt? Falls ja frage ich mich, wie Du zu dieser Enschätzung kommen kannst. Sie hat klargestellt, daß sie die NS-Familienpolitik niemals gelobt hat und es daher abgelehnt, sich dafür zu entschuldigen, die NS-Familienpolitik gelobt zu haben.

  7. Nörgler
    11.10.2007 | 21:09

    “Wie kann man sagen ‘im Dritten Reich’, ohne ‘durch das Dritte Reich’ zu meinen..”
    Rayson, Du nimmst mir die Worte aus dem Mund. Genau das wollte ich auch schreiben.

    Die Formulierung ist eindeutig, zumal in der Verbindung vom “im 3. Reich” und “Förderung”. Förderung ist der Begriff für staatliches Handeln. Förderung bezeichnet niemals ein gegen die Staatsmacht gerichtetes Wirken von Privatleuten.
    Ihre Interpretation, Frau Wirth, liegt außerhalb des Bedeutungshorizontes der Begriffe, die Sie interpretieren möchten.

    Herman hat nun mal gesagt: “die auch im Dritten Reich gefördert wurden” und nicht etwa, wie Ihre gewillkürte Textexegese meint: ‘die sogar während des 3. Reichs von den Familien bewahrt wurden’. Sie bemerken den Unterschied? Gut!

    Es erschließt sich mir auch nicht die Stringenz eines Vorgangs, in dessen Verlauf die Nazis Werte “zerstört” und “pervertiert” haben, obzwar die Familien doch die Werte “förderten”, Familien, die sich daheim im werteverteidigenden Widerstand befanden, während draußen der Jude den Bürgersteig mit der Zahnbürste säubern durfte. Sollte Herman das “gemeint” haben, dann wäre nicht nur zu fragen, wieso diese Frau ständig Dinge sagt, die sie nicht meint; Herman wäre in diesem Fall, den Sie apologetisch supponieren, noch viel wirrer im Kopf, als man bislang schon annehmen durfte.

  8. Buenavista
    11.10.2007 | 21:13

    Das ist doch Quatsch. Ihr 50minütiger Auftritt spricht klar dafür, dass sie es nicht so gemeint hat wie hier interpretiert.

    Abgesehen von dem abgestandenen Argument, dass hier wieder mal das arme deutsche Volk ins Verderben geführt wurde, bezieht sich das mit dem “was gut war” eben auch auf das Dritte Reich.

    Aber auch sonst ist das alles Quatsch. Und es bleibt auch Quatsch, wenn man die Nazizeit außen vor läßt. Hätte sie statt Drittes Reich nämlich “fünziger Jahre” gesagt, in die sie offenbar zurück will, wäre das klarer geworden.

    “Die 68″ haben die Wertschätzung der Mutter abgeschafft. Dümmliche Banalitäten, nichts weiter. Das was sich verändert hat, ist nicht die Wertschätzung der Frau als Mutter, sondern die Wertschätzung der Frau NICHT BLOSS als Mutter.

    Und das ist auch gut so.

  9. 11.10.2007 | 21:23

    @Nörgler

    Auch wenn Marian ein Y-Chromosom mehr haben dürfte als angenommen: Wäre die These, dass das Meiste der mangelnden geistigen Kapazität der Herman zuzuschreiben ist, wirklich die unwahrscheinlichere? Wiewohl auch das noch üble Folgen haben könnte und deswegen zu kritisieren ist, unbenommen.

    @Buenavista

    Ich glaube, auf meine obige Argumentation zurückgreifend, dass alle Erklärungsansätze, die grundlegende Rationalität auf Seiten der Eva Herman voraussetzen, falsch sind. Von daher sind nicht nur ihre eigentlichen, viel weniger dramatischen Aussagen zu kritisieren, sondern auch der ohne Not herbeigeführte Kontext, in den sie sie stellt.

  10. Nörgler
    11.10.2007 | 21:38

    Um das auch nocnmal glatt zu ziehen, Kalle:

    “Gleichschaltung” bezeichnet in einem totalitären (!) Staat die gewaltsame (!) Herstellung der einheitlichen Ausrichtung der Medien gemäß den inhaltlichen Vorgaben der diktatorischen (!) Regierung.

    Wenn Frau H. und ihre Fans in einem demokratischen Verfassungsstaat von “Gleichschaltung” delirieren, dann ist das nur Ausdruck der blinden Wut darüber, dass das bizarre Gestammel eben nicht so gut ankommt.

  11. Kalle
    11.10.2007 | 21:46

    Schon richtig, Nörgler. Aber ich kann eben sehr gut verstehen, daß Frau Herman wütend ist. Das wäre ich auch, wenn ich falsch zitiert, als Nazi dargestellt und von meinem Arbeitgeber in den “Mutterkreuzzug” entlassen würde usw. “Nicht so gut ankommen” ist da ja wohl etwas verharmlosend, oder?

  12. Nörgler
    11.10.2007 | 21:50

    Wenn ich den Vornamen “Marian” fehlinterpretierte, Sorry, tut mit leid!

    Natürlich hat E.H. massive Schwierigkeiten im Sortieren von Gedanken und Worten. Sie ist keinesfalls rational und sie ist auch kein Neonazi. Zugleich geht aber dieses Verwirrte in ihr immer in eine Richtung. Ich schwanke da bisweilen ein wenig.

  13. Nörgler
    11.10.2007 | 22:02

    Ja, zur Hölle, sie wurde doch gar nicht falsch zitiert, und als “Nazi” wurde sie auch nicht bezeichnet! Von niemandem! Was den “Mutterkreuzzug” betrifft, ist das, gemessen an ihren altbacken-verschrobenen Ansichten, eine zulässige Ironisierung.

    Wenn jemand eine deutliche Nähe zu, sagen wir mal, ganz stark rechtslastigen Kameraden hergestellt hat, dann war 1. sie das selbst, als sie dieser Einladung nach Österrreich zunächst folgen wollte, und 2. die Figuren, die sie auf ihrer Website feiern (NPD), für sie demonstrieren wollen (DVU) und ihr einen Sitz im Hamburger Senat anbieten (ehem. Schill-Partei).

  14. Kalle
    11.10.2007 | 22:11

    Das ist ja nun wirklich völliger Quatsch, Nörgler. Natürlich wurde sie falsch zitiert.

    Und Nähe zu NPD und DVU hat sie auch nie hergestellt. Das ist schlicht und einfach eine verleumderische Lüge.

  15. Kalle
    11.10.2007 | 22:16

    Und nochwas: wieso bitte darf man “Gleichschaltung” nicht sagen, und selbst “Autobahn geht gar nicht”, aber “Mutterkreuzzug” (verbunden mit einer unbegründeten fristlosen Entlassung) ist eine “zulässige Ironisierung”? (übrigens: gerade mit dieser “zuläsigen Ironisierung” werden skandalöserweise traditionelle, bürgerliche, konservative Werte mit dem Nationalsozialismus gleichgesetzt und letzterer dadurch verharmlost, nicht durch Hermans Äußerungen.)

  16. 11.10.2007 | 22:20

    Ach, Mist. Der Nörgler schreibt plötzlich lauter vernünftige Sachen (bis auf eine Fehlinterpretation). Wieder ein Weltbild im Arsch.

    Vor allem jennes hier:

    Wenn Frau H. und ihre Fans in einem demokratischen Verfassungsstaat von “Gleichschaltung” delirieren, dann ist das nur Ausdruck der blinden Wut darüber, dass das bizarre Gestammel eben nicht so gut ankommt.

    So stark zuzustimmen tut mir fast schon weh.

  17. 11.10.2007 | 22:21

    “Vor allem jennes hier”

    Nicht das im Arsche Weltbild ist gemeint, sondern die vernünftige Sache.

  18. Buenavista
    11.10.2007 | 22:33

    E.H. ist kein Nazi, sie ist höchsten erzreaktionär, auf einer intellektuell höchst begrenzte Weise.

    Sie kann ja nun nicht mal erklären, welche “Werte” da “abgeschafft” wurden, wann auch immer.

    Mit den 68ern hat das erstmal recht wenig zu tun, viel mehr mit der Pille, die es der Frau erstmals ermöglichte, selbst zu entscheiden, wann oder ob sie ein Kind will.

    Und wie will man von der tollen “Wertschätzung” der Mutter in Zeiten faseln, in denen Frauen meist gar keine Alternative hatten. Gearbeitet wurde maximal bis zum ersten Kind in den 50ern. Dann wurde der Frau auch vom Arbeitgeber recht klar bedeutet, dass sie nun zu kündigen habe. Erwerbsarbeit war lediglich Überbrückung bis zur Ehe mit Kindern.

    Heute werden jeder Mutter ziemlich viele Möglichkeiten geboten, Mutterschaft und Erwerbsarbeit zu vereinen. Technische Errungenschaften helfen dabei natürlich.

    Wenn ich da an meine Mutter denke, die mit vier Kindern, aber ohne Waschmaschine etc. gesegnet war…

    “Werte” einer Zeit, in denen eine Mutter 16 Stunden am Tag hart arbeitete, ohne einen Pfennig Entlohnung. Die “Wertschätzung” kann man doch knicken.

    Soldaten bekommen auch Orden, weil man es sich nicht leisten kann, ihre lebensgefährliche Arbeit angemessen zu entlohnen. Daher die “Wertschätzung” des Soldaten, und die zumindest klammheimliche Verachtung des gutbezahlten Söldners.

  19. 11.10.2007 | 23:25

    @buenavista:

    Soldaten bekommen auch Orden, weil man es sich nicht leisten kann, ihre lebensgefährliche Arbeit angemessen zu entlohnen. Daher die “Wertschätzung” des Soldaten, und die zumindest klammheimliche Verachtung des gutbezahlten Söldners.

    Naja, beide betreiben eben Nutzenmaximierung. Nur haben beide eine sehr unterschiedliche Ansicht davon, was Nutzen ist. Der eine sucht soziale Anerkennung und Befriedigung seines Bedürfnisses, moralisch erhaben zu sein - der andere Geld.

    Wobei Soldaten im Gegensatz zu Söldnern meist erkennen müssen, dass sie sich über ihren Nutzen getäuscht haben. Weil nämlich niemand ihre moralische Leistung anerkennen will. Stattdessen sind sie eher “Mörder”. Schwierig, diese Moral…

    Was E.H. angeht: Wollen wir da wirklich noch weiter drüber diskutieren? Die Frau ist nicht so richtig helle, ihre Ansichten sind reaktionär, aber ganz sicher nicht nationalsozialistisch, und die Diskussion über Sinn und Unsinn von Reaktion kann man hier eh nicht führen, weil jeder darauf wartet, wann der Hitler um die Ecke guckt. Mittlerweile aber von beiden Ecken.

  20. FG
    12.10.2007 | 9:12

    Eine lesenswerte Analyse des Abends gibt es auch von Hans Leyendecker.

  21. 13.10.2007 | 9:59

    [...] Wenn es ein Thema gab, das in dieser Woche die Medien bestimmt hat, dann war es Eva Hermans Auftritt bzw. Abtritt bei der Talkshow von Johannes B. Kerner. Aus diesem Grund befasst sich “Über die Antennen hinaus” an diesem Wochenende ausschließlich mit Blogeinträgen zu diesem speziellen Thema. Stefan Niggemeier: Eva Hermans Stechschrittmuster Basic Thinking Blog: JBK Show: Eva Herman kocht und wird aus der Show gefeuert F!XMBR: Adolf, Eva und die Autobahnen Alarmschrei: Nimm dir’n Keks, Kerner Gelsenkirchen Blog: Eva Herman: Frauenbilder und Quotenhuren Das Meinungs-Blog: Kerner schmeißt Eva Herman raus – Sinn oder Unsinn ? Law on the Blog: Eva Herman bei “Kerner” - eine öffentliche Hinrichtung B.L.O.G.: Jetzt habe ich Eva Herman verstanden! Politbog.net: Nazikeule auf der Autobahn Uli’s Blogstelle: Johannes B. Kerner vs. Eva Herman Jetzt.de Ins Abseits gelabert: Zum Fall Eva Herman Medienblogger: Reaktionen auf Herman bei Kerner 24 Stunden: Kerner verweist Herman [...]

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